Dokumentarfilme

Gordon Ramsays 22-Millionen-Euro-Wette: Nervenkrieg über den Dächern von London in „Being Gordon Ramsay“

Die neue Dokumentation enthüllt den immensen finanziellen Druck und die verletzliche Seite des Mannes hinter dem kulinarischen Weltreich.
Anna Green

In der packenden sechsteiligen Dokumentarserie Being Gordon Ramsay steht die bisher größte Herausforderung in der Karriere des weltberühmten Starkochs im Mittelpunkt: Die gleichzeitige Eröffnung von fünf Gastronomie-Konzepten im 22 Bishopsgate, dem höchsten Wolkenkratzer der Londoner City. Mit einem persönlichen Investment von rund 20 Millionen Pfund setzt Ramsay alles auf eine Karte, um die Londoner Skyline kulinarisch zu erobern. Die Serie begleitet den emotionalen und logistischen Kraftakt dieses Projekts und zeigt dabei einen Gordon Ramsay, der fernab der Fernsehkameras mit den Existenzängsten seiner Kindheit und dem enormen Risiko seines bisher ambitioniertesten Vorhabens ringt. In einer faszinierenden Mischung aus Wirtschafts-Thriller und persönlichem Porträt wird deutlich, wie viel für den Gastronomie-Tycoon bei diesem vertikalen Expansionskurs tatsächlich auf dem Spiel steht.

Das ambitionierte Vorhaben verwandelt die obersten Etagen des 62-stöckigen Turms in eine Gourmet-Metropole der Superlative. Das Herzstück dieser Expansion ist das Lucky Cat im 60. Stockwerk, das sich als höchstes Restaurant Europas etabliert hat. Inspiriert von den Tokioter Trinkhallen der 1930er Jahre, bietet es eine asiatisch geprägte Küche in einer exklusiven Atmosphäre, ergänzt durch die Lucky Cat Bar, die mit seltenen japanischen Whiskys lockt. Ein Stockwerk tiefer richtet sich das Bread Street Kitchen & Bar mit einem zugänglicheren Konzept an ein internationales Publikum, während die Gordon Ramsay Academy Kochkunst auf höchstem Niveau vermittelt. Das exklusivste Erlebnis bietet jedoch das Restaurant Gordon Ramsay High, ein Chef’s Table mit nur 12 Plätzen, der die kulinarische Perfektion seines Stammhauses in Chelsea in die Wolken trägt.

Hinter der Fassade des oft als jähzornig dargestellten Genies offenbart die Dokumentation eine überraschende menschliche Tiefe. Ramsay spricht offen über die tiefsitzende Angst vor dem Scheitern, die ihn seit seiner Kindheit in einer Arbeiterfamilie antreibt. Er beschreibt diese innere Unruhe als einen Motor, der ihn niemals zur Ruhe kommen lässt – eine ständige Erinnerung an die prekären Verhältnisse seiner Jugend. Die Serie zeigt ihn nicht nur als Chef eines Imperiums, sondern auch als nahbaren Familienmenschen. Die Unterstützung seiner Ehefrau Tana und die Perspektiven seiner sechs Kinder bieten einen starken Kontrast zum harten Alltag auf der Baustelle und in der Testküche. Es wird deutlich, dass sein Erfolg nicht nur auf Talent, sondern auf einem unerbittlichen Schutzinstinkt für das von ihm geschaffene Vermächis basiert.

Der Erfolg dieses gewagten Projekts wurde bereits durch die höchste Instanz der Gastronomie bestätigt. Der Guide Michelin gab bekannt, dass Ramsays Flaggschiff in Chelsea bereits im 25. Jahr in Folge mit drei Sternen ausgezeichnet wurde – eine seltene und herausragende Konstanz in der Branche. Besonders beeindruckend ist jedoch der sofortige Erfolg im 22 Bishopsgate: Das neue Restaurant am Gipfel des Wolkenkratzers erhielt bereits kurz nach dem Start seinen ersten Michelin-Stern. Diese Auszeichnungen validieren Ramsays Strategie, auch in wirtschaftlich volatilen Zeiten auf kompromisslose Qualität und spektakuläre Standorte zu setzen.

Being Gordon Ramsay ist weit mehr als eine gewöhnliche Kochshow; es ist die psychologische Studie eines Mannes am absoluten Limit seiner Kapazitäten. Die Produktion von Studio Ramsay Global fängt die rohe Energie des monumentalen Bauprojekts ebenso ein wie die chirurgische Präzision der kulinarischen Vorbereitungen. Die Serie endet mit der Erkenntnis, dass der größte Gegner auf dem Gipfel des Erfolgs nicht die Konkurrenz ist, sondern der eigene, unnachgiebige Anspruch. Es ist ein fesselndes Porträt über den Preis der Ambition und den schmalen Grat zwischen triumphalem Erfolg und dem drohenden Absturz.

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