Kino

Abschied von einer Legende: Robert Duvall mit 95 Jahren verstorben

Hollywood trägt Trauer. Robert Duvall, einer der Giganten des amerikanischen Kinos und unvergessliches Gesicht aus Meisterwerken wie Der Pate und Apocalypse Now, ist am Sonntag, den 15. Februar 2026, friedlich eingeschlafen. Er wurde 95 Jahre alt.
Penelope H. Fritz

Der Oscar-Preisträger verstarb auf seinem historischen Anwesen in Virginia im Kreise seiner Familie. Seine Ehefrau, die argentinische Schauspielerin und Regisseurin Luciana Pedraza, teilte die Nachricht mit rührenden Worten: Für die Welt war er eine Leinwandlegende, für sie war er schlichtweg alles.

Ganz im Sinne seiner lebenslangen Bescheidenheit und seiner Abneigung gegen den Prunk Hollywoods wird es keine öffentliche Trauerfeier geben. Seine Angehörigen riefen dazu auf, sein Andenken auf schlichte Weise zu ehren: indem man einen guten Film schaut, eine Geschichte mit Freunden teilt oder einen Moment in der Natur genießt – Dinge, die Duvall zeitlebens am Herzen lagen.

Ein Leben für die kompromisslose Authentizität

Über sieben Jahrzehnte hinweg prägte Robert Duvall das Kino mit einer Präsenz, die ihresgleichen suchte. Er galt als Meister des feinen Spiels, der keine lauten Gesten brauchte, um eine immense emotionale Tiefe zu erzeugen.

  • Der stille Durchbruch: Schon 1962 hinterließ er bleibenden Eindruck, als er in Wer die Nachtigall stört den mysteriösen Boo Radley spielte – eine Rolle, in der er ohne ein einziges Wort den Grundstein für seine Karriere legte.
  • Die Ära Coppola: In den 70er Jahren erreichte er den Gipfel seines Schaffens. Er wurde zum unverzichtbaren Tom Hagen, dem besonnenen Berater der Corleone-Familie in Der Pate, und lieferte in Apocalypse Now als Lieutenant Colonel Kilgore eine der ikonischsten Darstellungen der Filmgeschichte ab.
  • Der verdiente Oscar: 1984 erhielt er schließlich den Academy Award als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als alternder Country-Sänger in Comeback der Liebe (Tender Mercies), für die er alle Lieder selbst einsang.

Ein Chamäleon vor der Kamera

Ob als leidenschaftlicher Prediger in Apostel! (bei dem er auch Regie führte) oder als charismatischer Gus McCrae in der Kult-Serie Lonesome Dove – Duvall besaß die seltene Gabe, vollkommen hinter seinen Charakteren zu verschwinden. Selbst im hohen Alter blieb er eine Naturgewalt: 2015 wurde er für seine Leistung in Der Richter an der Seite von Robert Downey Jr. als ältester Schauspieler aller Zeiten für einen Oscar nominiert.

Leidenschaft jenseits der Leinwand

Abseits des Rampenlichts war Duvall ein Mann mit vielseitigen Interessen. Er war ein begnadeter Tango-Tänzer und praktizierte bis ins hohe Alter brasilianisches Jiu-Jitsu. Zudem engagierte er sich leidenschaftlich für den Denkmalschutz in seiner Wahlheimat Virginia und unterstützte benachteiligte Kinder über seine eigene Stiftung.

Mit Robert Duvall verliert die Filmwelt einen Künstler, der die Wahrheit stets der Eitelkeit vorzog. Er hinterlässt ein monumentales Erbe von über 145 Rollen, die auch für kommende Generationen von Schauspielern als Maßstab für echtes, unverfälschtes Handwerk dienen werden. Das Kino ist heute ein Stück leiser geworden.

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