Kunst

Lauren Quin: Eyelets of Alkaline in der Pace Gallery, Los Angeles

Lisbeth Thalberg

Die Pace Gallery präsentiert mit Eyelets of Alkaline eine Ausstellung neuer Gemälde der in Los Angeles ansässigen Künstlerin Lauren Quin. Diese Schau ist Quins erste Einzelausstellung in der Galerie seit Beginn ihrer Zusammenarbeit im Jahr 2025 und markiert einen grundlegenden ästhetischen Wendepunkt in ihrem Schaffen. Die gezeigten Arbeiten spiegeln eine bewusste Abkehr von der intensiven chromatischen Sättigung früherer Werkgruppen wider; stattdessen widmet sich die Künstlerin einem strengen Prozess, den sie selbst als „Farben-Detox“ bezeichnet.

Die in dieser Ausstellung präsentierten Gemälde entstanden über einen Zeitraum von anderthalb Jahren und stellen einen technischen wie konzeptionellen Bruch mit Quins New Yorker Ausstellung von 2024 dar. Obwohl die Werke auf den ersten Blick monochrom erscheinen mögen, setzen sie sich tatsächlich aus dichten tonalen Feldern in Schwarz- und Grautönen zusammen, die von „Bleichfeldern“ flüchtiger Farben durchbrochen werden. Diese verbleibenden Farbakzente wirken wie atmosphärische Echos, die in die Oberfläche eingearbeitet wurden, um ein Spannungsfeld zwischen Präsenz und Absenz zu erzeugen. Durch diese Reduktion neutralisiert Quin die emotionalen und referenziellen Assoziationen, die Farbe üblicherweise hervorruft, und konzentriert sich stattdessen auf die strukturellen und zeitlichen Qualitäten des Mediums.

Quins kompositorische Methode basiert auf einem komplexen System der „abergläubischen Abstraktion“ – ein Begriff, mit dem sie einen Prozess beschreibt, der von Synchronizität und formaler Erfindung geleitet wird. Jedes Gemälde beginnt mit einer Untermalung aus „üppigen Lichttunneln“, die ein räumliches Fundament aus Mustern und Formen legt. Dieser Grund wird im weiteren Verlauf verdeckt, abgeschabt und überarbeitet, wodurch sichtbare Pentimenti entstehen, die den Entscheidungsprozess der Künstlerin dokumentieren. Die resultierenden Oberflächen sind Assemblagen aus Motiven und Symbolen – einem wiederkehrenden Lexikon in Quins Praxis –, die fragmentiert und anschließend neu zusammengefügt werden.

Die räumliche Logik dieser Arbeiten ist von einer zentrifugalen und entropischen Qualität geprägt. Röhrenartige Strukturen scheinen aufzubrechen und sich über die Bildebene hinaus auszudehnen, wodurch ein Zustand produktiver Instabilität aufrechterhalten wird. Während der menschliche Körper nicht explizit dargestellt wird, evoziert die Künstlerin ihn durch eine Serie von verwobenen Volumina und Innenräumen. Quin betont, dass ihr Interesse an der Körperlichkeit eher winzigen Sinnesfragmenten gilt – etwa dem Glitzern eines Auges – als einer geschlossenen anatomischen Darstellung. Ihre Werke fungieren als Sondierungen des Unscheinbaren und übersetzen flüchtige Erfahrungen in die Sprache der Abstraktion.

Lauren Quin, geboren 1992 in Los Angeles, erwarb ihren MFA an der Yale School of Art und ihren BFA an der School of the Art Institute of Chicago. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter das Museum of Contemporary Art in Los Angeles, das Hirshhorn Museum in Washington, D.C., und das Walker Art Center in Berlin. Zur Ausstellung erscheint im Verlag Pace Publishing ein Katalog mit einem neuen Text der Dichterin und Essayistin Ariana Reines.

Details zur Ausstellung

Ort: Pace Gallery, 1201 South La Brea Avenue, Los Angeles

Zeitraum: 31. Januar – 28. März 2026

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