Theater

La MaMa Experimental Theatre Club präsentiert die Weltpremiere des genreübergreifenden Sci-Fi-Märchens Mia M.I.A.

Die Weltpremiere des Sci-Fi-Märchens Mia M.I.A. wird von La MaMa Experimental Theatre Club präsentiert, einer Avantgarde-Produktion des Midnight Radio Show. Das Werk verbindet verschiedene Genres und untersucht die Natur der Trauer und die transformativen Kraft des Schattens.
Sara York

Der renommierte La MaMa Experimental Theatre Club bereitet die Bühne für die Uraufführung von Mia M.I.A., einer Avantgarde-Produktion des in Brooklyn ansässigen Kollektivs Midnight Radio Show. Das als Science-Fiction-Märchen beschriebene Werk verbindet „Lo-Fi Space Pop“, Live-Hip-Hop und filigranes, handgeschnittenes Schattentheater. Es ist eine viszerale Untersuchung der Natur der Trauer, der heilenden Rolle der Fantasie und der transformativen Kraft, die im Akzeptieren des eigenen Schattens liegt.

Narrativer Bogen und thematische Resonanz

Im Zentrum der Erzählung steht die Protagonistin Ella, die nach dem unerklärlichen Verschwinden der Titelfigur Mia mit der brutalen Realität der Abwesenheit konfrontiert wird. Ella weigert sich, eine Welt ohne ihre Geliebte zu akzeptieren, und begibt sich auf eine Odyssee in eine verzauberte, alternative Dimension, die von interstellaren Reisen und Begegnungen mit unbekannten Mächten geprägt ist. Die Inszenierung rahmt diese Reise als Allegorie des Verlusts, in der der Schmerz in Staunen zerbricht und Heilung durch Mut, Verbindung und Schöpfung erreicht wird.

Die Schöpferin Charlotte Lily Gaspard konzipierte das Projekt während der Isolation der Pandemie-Saison. Sie nutzte das Narrativ, um die Fragmentierung von Identität inmitten von Entfremdung zu erforschen. Das Werk nähert sich diesen schweren existenziellen Themen durch die Linse von Fantasie und Verspieltheit und positioniert diese Elemente als unterschätzte „Superkräfte“ im Angesicht der Tragödie.

Szenografie und visuelle Innovation

Aufbauend auf der experimentellen Ästhetik der Midnight Radio Show nutzt Mia M.I.A. ein einzigartiges Zusammenspiel zwischen Schauspieler und Silhouette. Die Inszenierung zeichnet sich durch ein innovatives Schattenspiel aus, das sowohl hinter als auch vor der Leinwand agiert und es den Figuren ermöglicht, die Grenze zwischen papiernen Fantasiewelten und dem greifbaren Theaterraum zu überschreiten. Das visuelle Design, bestehend aus markanten Kostümen und handgeschnittenen Silhouetten, zielt darauf ab, den Spielort in einen lebendigen, atmenden Kosmos zu verwandeln.

Die Produktion wurde im Rahmen einer Residenz im La MaMa Experimental Theatre Club entwickelt und durchlief drei Phasen des „Jump Start“-Programms, einer von Denise Greber kuratierten Reihe, die sich der Evolution von Puppentheaterstücken im Arbeitsprozess widmet.

Klangarchitektur und Besetzung

Die auditive Landschaft von Mia M.I.A. wurde konstruiert, um eine Brücke zwischen den Traditionen des Geschichtenerzählens der Vorfahren und futuristischen Klanglandschaften zu schlagen. Malik Work, Griot und Hip-Hop-Künstler, steuert elektrisierende Live-Nummern bei, die speziell für diese Inszenierung geschrieben wurden und den zeitgenössischen Rhythmus in einen Dialog mit der visuellen Erzählung bringen. Die musikalische Partitur umfasst zudem Kompositionen von Nebraska, Doc Frost und Rebecca KellyG, einer „Klangarchitektin“, die für den Einsatz von vokalen Klanglandschaften zur Förderung kollektiver Ermächtigung bekannt ist.

Unter der Co-Regie von Ash Winkfield und Gaspard vereint die Produktion ein vielfältiges Ensemble, darunter Rina Dutta, Shabbi Sharifi, Gaby Febland, Zlata Godunova, Nat Marvan, Malik Work und Charlotte Lily Gaspard.

Veranstaltungsdetails und Tickets

Die Produktion wird im „The Club“ des La MaMa in der 74A East 4th Street in New York City gezeigt. Der reguläre Eintrittspreis beträgt 30 Dollar, ermäßigte Karten für Studenten und Senioren sind für 25 Dollar erhältlich. Mitglieder des La MaMa zahlen 10 Dollar. Zudem werden die ersten zehn Tickets jeder Vorstellung zu einem subventionierten Preis von 10 Dollar angeboten.

Spielzeit: 5. bis 15. Februar 2026

Beginn: 19:30 Uhr

M.I.A. - Charlotte Lily Gaspard
M.I.A. – Charlotte Lily Gaspard

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