Punchdrunk verlängert die Laufzeit des immersiven Meisterwerks LANDER 23 in London

Martha Lucas
Lander 23 - credit Lottie Amor

Die wegweisende Theaterkompanie Punchdrunk, bekannt als Pionier der immersiven Szenografie und ortsspezifischen Performance, hat eine bedeutende Verlängerung ihrer neuesten Produktion LANDER 23 bekannt gegeben. In ihrer festen Spielstätte im Londoner Stadtteil Woolwich verschmilzt das Ensemble die Grenzen zwischen darstellender Kunst und interaktivem Gameplay zu einer anspruchsvollen Symbiose, die das klassische Verständnis von Zuschauerschaft und ludischer Teilhabe grundlegend neu definiert.

Konzipiert und gestaltet von Felix Barrett, manifestiert sich LANDER 23 als ein Live-Action-Videospiel, bei dem das Publikum zu aktiven Spielern in einem kooperativen Stealth-Szenario wird. Die narrative Rahmung führt in die Lander-Division des Zentrums für Astrobiologie – eine Institution, die mit der Erforschung der entferntesten Galaxien und der Gewinnung wertvoller Daten in unkartierten Territorien betraut ist. Die Handlung setzt ein, nachdem die Besatzung der Lander 23 vor einer Woche spurlos verschwand, während sie eine neuartige Energiequelle erschloss. Zurück blieb nur ein Funksignal; die Teilnehmer übernehmen nun die riskante Nachfolgemission.

Die Produktion basiert auf einem Modell geteilter Handlungsmacht, das die Teilnehmer in zwei spezialisierte Trupps unterteilt: das Kommando (Drivers) und das Bodenteam (Fields). Diese asymmetrische Spielmechanik erfordert ein Höchstmaß an kollaborativer Synergie. Während die Bodenteams eine lebensfeindliche, fremdartige Landschaft durchqueren, sind sie vollständig auf die akustische Führung und Navigation der Piloten an Bord des Schiffes angewiesen. Diese telekommunikative Abhängigkeit dient nicht nur als technisches Gerüst, sondern auch als narratives Mittel, um die Isolation und die latente Gefahr der Mission physisch spürbar zu machen.

Unter der Leitung von Felix Barrett arbeitet ein hochkarätiges Kreativteam, darunter die Co-Regisseure Kath Duggan und Joel Scott sowie die Designerinnen Livi Vaughan und Beatrice Minns. Die sensorische Umgebung wird durch die Lichtgestaltung von Sarah Readman, das Sounddesign von Gareth Fry und die visuellen Effekte von Bruno Cordeiro atmosphärisch verdichtet. Die technologische Basis, die eine nahtlose Integration digitaler Logik in den physischen Raum erlaubt, wurde in Zusammenarbeit mit dem spezialisierten Partner Meaning Machine entwickelt.

Das Erlebnis ist für Vierer-Teams konzipiert, wobei jeder Teilnehmer die Möglichkeit erhält, im Laufe der etwa 90-minütigen Spielzeit beide Rollen – sowohl die des Navigators als auch die des Erkunders – einzunehmen. Zur Teilnahme ist das Tragen spezieller Audiogeräte erforderlich, die das lebenswichtige Kommunikationsglied zwischen den Einheiten bilden. Die Produktion richtet sich an ein Publikum ab zwölf Jahren, wobei für Minderjährige besondere Begleitregelungen gelten, um die Dynamik innerhalb der Teams zu gewährleisten.

In der Spielstätte an der One Cartridge Place setzt Punchdrunk mit dieser Produktion neue Maßstäbe in der Vermittlung von Spannung und atmosphärischem Storytelling. Die Verlängerung bietet die Gelegenheit, sich auf ein Werk einzulassen, das die traditionelle Linearität des Theaters zugunsten einer komplexen Erfahrung von Überlebenskampf und strategischer Koordination auflöst.

LANDER 23 wird bis zum 10. Mai 2026 verlängert.

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