Filmkritiken

Michelle Monaghan stiehlt die Show in ‚The Family Plan‘

Alice Lange
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Michelle Monaghan stiehlt die Show in ‚The Family Plan‘

Die Eröffnungsszene von The Family Plan ist ein Meisterwerk des Tonwechsels: Mark Wahlberg als Dan Morgan, ein Autoverkäufer mit einer geheimen Vergangenheit als Auftragskiller, wehrt lässig einen Angreifer in einem Supermarkt ab, während sein Baby im Einkaufswagen gluckst. Es ist eine Szene, die eigentlich spannend sein sollte, doch Regisseur Simon Cellan Jones untergräbt sie mit einem Lächeln und bereitet damit den Boden für einen Film, der sich nie ganz entscheiden kann, ob er ein packender Actionfilm oder eine breite Komödie sein will.

Wahlberg spielt Dan mit einer gewissen Routine und bringt seine typische blue-collar-Charm-Offensive in die Rolle ein. Seine Leistung ist ein Studium der Kontraste – mal zärtlich mit seiner Familie, dann wieder tödlich, doch Wahlberg hat Mühe, diese Wechsel natürlich wirken zu lassen. Der wahre Star jedoch ist Michelle Monaghan als Jessica, Dans Frau. Ihre Darstellung ist erdverbunden und nuanciert, besonders in den Szenen, in denen sie mit der Enthüllung von Dans Doppelleben hadert. Monaghan verleiht der Rolle eine Authentizität, die das Material aufwertet. Die Chemie zwischen Wahlberg und Monaghan ist greifbar, und ihre Dynamik bildet das emotionale Herzstück des Films.

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Die stärksten Momente von The Family Plan entstehen, wenn der Film seine absurde Prämisse auskostet. Die Roadtrip-Sequenzen, gefüllt mit chaotischen Verfolgungsjagden und komödiantischen Pannen, sind tatsächlich unterhaltsam. Eine herausragende Szene zeigt Dan, wie er seiner Tochter Nina (Zoe Colletti) Kampfsporttechniken beibringt, um sich gegen einen fremdgehenden Freund zu wehren – eine köstliche Mischung aus Action und Humor, die Wahlbergs komödiantisches Talent unter Beweis stellt. Colletti hält sich wacker in der Szene und liefert eine Leistung ab, die Verletzlichkeit und Stärke perfekt balanciert.

Doch der Film strauchelt, wenn er versucht, seine beiden Identitäten zu vereinen. Die Actionszenen, obwohl handwerklich solide umgesetzt, fehlt es an der visceralen Wucht, die sie über den Durchschnitt heben würde. Der Humor wirkt oft erzwungen und verlässt sich zu sehr auf Klischees. Das Drehbuch von David Coggeshall kämpft damit, die verschiedenen Elemente des Films auszubalancieren, was in einer unausgeglichenen und manchmal zerklüfteten Handlung resultiert.

The Family Plan leidet auch unter mangelnder Originalität. Seine Prämisse – ein Auftragskiller, der sich im Alltag versteckt – wurde schon unzählige Male zuvor aufgegriffen, und der Film schafft es nicht, etwas Frisches auf den Tisch zu bringen. Die Nebenrollen, darunter Ciarán Hinds als der schurkische McCaffrey und Maggie Q als die rätselhafte Gwen, werden unterfordert, ihre Charaktere reduziert auf eindimensionale Archetypen.

Cellan Jones‘ Regie ist solide, aber uninspiriert. Es fehlt an einem eigenen visuellen Stil oder einer markanten Erzählstimme. Der Rhythmus des Films ist holprig, mit einer raschen Einführung, die im zweiten Akt ins Stocken gerät. Die Kameraarbeit erfüllt ihren Zweck, doch es mangelt an dem Flair, das die Actionszenen wirklich unvergesslich machen würde.

The Family Plan kämpft auch mit seinen Themen. Es versucht, die Komplexitäten von Familie und Identität zu erkunden, bleibt aber am Ende bei oberflächlichen Erkenntnissen stecken. Die Versuche, Action und Humor zu verbinden, führen zu einer verwirrten Handlung, die sich nicht tief genug in eines der Themen vertieft. Die emotionalen Höhepunkte, wie Dans Geständnis gegenüber seiner Familie, werden durch den Fokus des Films auf Action und Humor geschwächt.

Im Vergleich zu anderen Filmen des Genres fällt The Family Plan ab. Ihm fehlt der dunkle Humor und die gesellschaftliche Kritik von Kingsman: The Secret Service, ebenso wie das Herz und die Originalität von Red. Während er genug Lacher und unterhaltsame Szenen bietet, um die Zeit totzuschlagen, schafft er es nicht, sich in der überfüllten Landschaft abzuheben.

The Family Plan richtet sich klar an Fans von Action-Komödien, die unkomplizierte, wenn auch unbedeutende Unterhaltung suchen. Doch selbst für dieses Publikum sind die Schwächen des Films schwer zu ignorieren. Seine Abhängigkeit von Klischees und mangelnde Originalität machen ihn zu einer verpassten Chance. Der Film hat das Herz am rechten Fleck, doch seine Umsetzung reicht nicht an die Größe heran.

Am Ende ist The Family Plan eine ganz passable Unterhaltung, aber auch nicht mehr. Er bietet genug Lacher und unterhaltsame Szenen, um die Zeit zu vertreiben, doch es fehlt an Tiefe und Originalität, um sich in einem überfüllten Genre abzuheben.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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