Kunst

New Yorker Ausstellung beleuchtet die konzeptionelle Entwicklung der Textilkunst

Die Claire Oliver Gallery präsentiert die Zwei-Personen-Ausstellung "Certain Restrictions Do Apply", in der neue Textilarbeiten von Carolyn Mazloomi und Sharon Kerry-Harlan vorgestellt werden. Die Ausstellung untersucht die Geschichte schwarzer Pioniere in Amerika und erweitert die narrativen sowie formalen Möglichkeiten der Quilt- und Textilkunst.
Lisbeth Thalberg

Die Claire Oliver Gallery hat die Zwei-Personen-Ausstellung „Certain Restrictions Do Apply“ angekündigt, die neue Textilarbeiten der Künstlerinnen Carolyn Mazloomi und Sharon Kerry-Harlan präsentiert. Die Schau untersucht die Geschichte schwarzer Pioniere in Amerika und erweitert gleichzeitig die narrativen sowie formalen Möglichkeiten der Quilt- und Textilkunst. Ziel der Ausstellung ist es, das Medium von einem traditionellen häuslichen Handwerk zu einer anspruchsvollen konzeptionellen und politischen Praxis neu zu positionieren.

Ein intergenerationaler Dialog und kreatives Vertrauen

Die gezeigten Werke ermöglichen eine visuelle Konversation zwischen zwei Künstlerinnen, deren berufliche und persönliche Beziehung über mehrere Jahrzehnte gewachsen ist. Während ihre technischen Ansätze unterschiedlich bleiben, eint Mazloomi und Kerry-Harlan das Bestreben, Geschichten durch Fasern zu erzählen und Themen wie Herkunft, Kultur, Erinnerung und Zugehörigkeit zu untersuchen. Diese Veranstaltung markiert ihre erste gemeinsame Präsentation in New York und spiegelt einen langjährigen kreativen Dialog sowie ein tiefes gegenseitiges Vertrauen wider, das ihre jeweiligen künstlerischen Wege geprägt hat.

Künstlerische Methodik und technischer Fokus

Carolyn Mazloomis Praxis ist tief in der sozialen Dokumentation und im Aktivismus verwurzelt. Als Gründerin des Women of Color Quilters Network und der African American Quilt Guild of Los Angeles hat sie den nationalen Diskurs über das Quilten als anerkannte Form der zeitgenössischen Kunst maßgeblich mitgestaltet. Mazloomi betont die immanente Menschlichkeit von Textilien; der Stoff bewahre die Berührungen, die Zeit, die Arbeit und die Geschichten der dargestellten Leben und verleihe Stimmen Gehör, die andernfalls ungeachtet bleiben könnten.

Im Gegensatz dazu nutzt Sharon Kerry-Harlan eine materielle Sensibilität, die durch rostgefärbte Oberflächen, komplexe Muster sowie die Integration gefundener Stoffe gekennzeichnet ist. Ihre Arbeit thematisiert die Schnittstelle zwischen dem Erbe der Vorfahren und zeitgenössischen, kosmopolitischen Rhythmen, wodurch visuelle Felder entstehen, in denen Geschichte und Moderne koexistieren. Kerry-Harlan beschreibt ihren Prozess als eine Einbettung von Echos der Vergangenheit und kultureller Überlieferung in das Gewebe, was sowohl die Bewahrung der Erinnerung als auch Raum für eine notwendige Neuinterpretation ermöglicht.

Bedeutung der Präsentation im zeitgenössischen Kontext

Die Ausstellung unterstreicht die Rolle der Textilkunst als Medium für Identitätsstiftung und historische Bewahrung. Durch die Verbindung persönlicher Erzählungen mit breiteren sozialen Kontexten fordern die Künstlerinnen konventionelle Wahrnehmungen der Faserkunst heraus und betonen deren Kapazität für intellektuelle und kulturelle Auseinandersetzung. Die Auswahl der Werke repräsentiert einen Dialog zwischen zwei Frauen, die sich gegenseitig inspiriert haben und durch das gemeinsame Ziel verbunden bleiben, Geschichte durch die Sprache des genähten Tuchs zu bewahren.

„Certain Restrictions Do Apply“ umfasst neun neue Kunstwerke und bildet den Auftakt für das Programm der Galerie im Jahr 2026. Die Ausstellung wird in der Claire Oliver Gallery vom 9. Januar bis zum 7. März 2026 zu sehen sein.

Sharon Kerry-Harlan, African American Gothic
Sharon Kerry-Harlan, African American Gothic, 2025, 20 x 16 x 1.5 inches, acrylic paint and silk screens on rusted fabric, incorporating found objects, mounted on a black canvas-wrapped wood frame

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