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DJI Osmo Pocket 4: 4K mit 240 fps — weltweit erhältlich, in den USA offiziell verboten

Susan Hill

Die DJI Osmo Pocket 4 verdoppelt die Zeitlupenfähigkeit ihres Vorgängers: statt 120 fps erlaubt das neue Modell 4K-Aufnahmen mit 240 Bildern pro Sekunde. Der 1-Zoll-CMOS-Sensor, 14 Blendenstufen Dynamikumfang, 107 GB integrierter Speicher und ein neues 4-Kanal-Mikrofon machen sie zur leistungsstärksten kompakten Gimbal-Kamera, die DJI bisher gebaut hat. Erhältlich ist sie in Europa, Asien und weiten Teilen der Welt — nicht jedoch in den Vereinigten Staaten, wo der offizielle Verkaufskanal regulatorisch versperrt ist.

Der Unterschied zwischen 120 fps und 240 fps bei 4K-Auflösung ist kein bloßes Zahlenspiel: Bei 240 Bildern pro Sekunde lassen sich Bewegungen einfrieren — ein Wassertropfen, ein Sprung, ein Aufprall —, die selbst bei 120 fps noch verwischen. Das 14-Blenden-Dynamiksystem arbeitet Helligkeitsunterschiede aus, die Smartphones strukturell nicht kompensieren können: Sonnenlicht im Hintergrund und Gesichter im Schatten bleiben gleichzeitig lesbar. Das 4-Kanal-Mikrofon, das das Stereo-System des Pocket 3 ablöst, löst das klassische Außenaufnahme-Problem des Windgeräuschs erheblich. Mit 107 GB internem Speicher (800 MB/s Übertragungsrate) entfällt der Wechsel von Speicherkarten während des Drehs.

Das US-Verkaufsverbot: Regulatorischer Hintergrund

DJI wurde am 22. Dezember 2025 in die sogenannte „Covered List“ der FCC aufgenommen — eine Maßnahme im Rahmen des National Defense Authorization Act, die neue Gerätegenehmigungen für betroffene Unternehmen blockiert. Die Osmo Pocket 4 verfügt zum Marktstart über keine US-Zulassung; eine DJI-Sprecherin bestätigte gegenüber The Verge, dass „der Antrag noch in Prüfung“ sei. Käufer in Europa und Asien können das Gerät in dieser Woche im Handel erwerben; US-amerikanische Nutzer haben keinen offiziellen Weg.

Einige Einschränkungen sind sachlich zu benennen: 4K mit 240 fps funktioniert ausschließlich in „bestimmten Kameramodi“, wie DJI in der offiziellen Pressemitteilung vermerkt. Ein microSD-Kartenschacht ist nicht vorhanden; die 107 GB lassen sich nicht erweitern. Das angekündigte Pocket 4 Pro mit Dual-Kamera und 3-fachem optischem Zoom ist für Juni 2026 geplant, weist jedoch keine FCC-Registrierung auf — eine offizielle Markteinführung in den USA erscheint damit unwahrscheinlich.

DJI hat gegen die FCC-Entscheidung vor dem Neunten Berufungsgericht Klage eingereicht. Das Verfahren dürfte sich mindestens bis 2027 hinziehen. Das Standard-Combo beginnt bei £445/€499; das Creator-Combo — Weitwinkelobjektiv, DJI Mic 3, Aufhelllicht, Mini-Stativ — bei £549/€619. Der globale Versandstart war der 22. April.

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