Kino

Netflix wettet, dass ‚Paper Man‘ mit Köpfen aus ‚Squid Game‘ und Marvel den nächsten Korea-Hit prägt

Park Hae-soo, Claudia Kim und Cho Jung-seok führen Lee Il-hyungs Falschgeld-Thriller an, während Netflix erneut auf Koreas Genre-Bank setzt
Liv Altman

Seit ‚Squid Game‘ ein koreanisches Survival-Drama zum meistgesehenen Titel der Netflix-Geschichte machte, hat sich die Strategie des Streamers in Seoul zu einer einzigen Wette verhärtet: dass koreanisches Genrekino, vollgepackt mit bekannten Gesichtern, weiter trägt als fast alles, was Hollywood fabrizieren kann. ‚Paper Man‘ ist der jüngste Ausdruck dieser These — ein Krimithriller, weniger um ein Konzept als um ein Ensemble herum gebaut, der Veteranen aus ‚Squid Game‘ und dem Marvel Cinematic Universe unter einem Regisseur vereint, dessen Visitenkarte genau jenes elegante, kassenträchtige Krimidrama ist, das das koreanische Publikum belohnt.

Wie Deadline zuerst berichtete, besetzt die bereits gedrehte Serie — Arbeitstitel ‚Paper Man‘ — Cho Jung-seok als Cha Myung-jo, einen Mann, der seinen Lebensunterhalt mit der Herstellung nachgeahmter Figuren-Sticker bestreitet und schließlich eine Falschnote produziert, die so makellos ist, dass sie sich nicht von echtem Geld unterscheiden lässt. Die Fälschung zieht ihn in eine kriminelle Unterwelt; zu Hause wird er still von seiner weit erfolgreicheren Frau überstrahlt. Eine Prämisse, die die wiederkehrenden Obsessionen des koreanischen Kinos — Geld, Klasse, die prekäre Würde des kleinen Mannes — zu einem einzigen Noir-Motor verdichtet.

Im Casting zeigt sich der Ehrgeiz. Park Hae-soo, dessen Sang-woo das originale ‚Squid Game‘ verankerte, bevor er die Kartell-Saga ‚Narco-Saints‘ trug, spielt Oh Seung-eop, ersten stellvertretenden Direktor der Anti-Fälschungs-Abteilung der koreanischen Münzanstalt — faktisch den Jäger von Chos Gejagtem. Claudia Kim, international bekannt geworden als Dr. Helen Cho in ‚Avengers: Age of Ultron‘ und zuletzt Hauptdarstellerin der Netflix-Serien ‚Gyeongseong Creature‘ und ‚The Atypical Family‘, übernimmt die Schlüsselrolle der Ko Hye-seok, Myung-jos Frau und Spitzenrichterin. Cho Jung-seok, geliebt aus ‚Hospital Playlist‘ und dem Katastrophen-Hit ‚Exit‘, liefert das Zentrum des Durchschnittsmenschen, auf dem das Ganze balanciert.

Regie führt Lee Il-hyung, dessen Debüt ‚A Violent Prosecutor‘ (2016) zu einem der größten koreanischen Kassenerfolge jenes Jahres wurde — ein Stammbaum genau im prozeduralen Krimi-Register, das ‚Paper Man‘ anstrebt. Das Projekt landet in einer Spur, die Netflix stetig verbreitert hat, von ‚Narco-Saints‘ bis ‚Gyeongseong Creature‘, in der Wette, dass Koreas tiefe Bank an Genre-Regisseuren und Crossover-Stars weiterhin die Gesprächstitel hervorbringt, die seine globale Abonnentenbasis nun erwartet.

‚Paper Man‘ hat offiziell die Produktion aufgenommen, der Titel ist noch vorläufig und ein Starttermin steht aus. Ein Premierendatum wurde nicht angekündigt.

Die Idee ist fast zu passend für den Moment: eine Geschichte über eine Fälschung, die so perfekt ist, dass niemand sie vom Echten unterscheiden kann — finanziert von eben jener Firma, die seit fünf Jahren beweist, dass koreanische Genreware das Nächste ist, was Streaming dem Gelddrucken zu bieten hat.

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