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Estadio BBVA: Monterreys 200-Millionen-Stadion vor seinem WM-Debüt

Jack T. Taylor

Der Spitzname war verdient, bevor ein einziges Spiel angepfiffen wurde. El Gigante de Acero — der Stahlriese — entstand in vier Jahren Bauzeit in Guadalupe, neben dem Parque La Pastora. Als es im Sommer 2015 eröffnete, war es das teuerste Fußballstadion, das Mexiko je gebaut hatte. Die FIFA nennt es für die WM Estadio Monterrey. Der Namenswechsel ändert nichts daran, was das Gebäude bedeutet: eine 200-Millionen-Dollar-Erklärung, dass ein Klub aufgehört hatte, sich mit dem Vorhandenen zu begnügen.

Entworfen von Populous gemeinsam mit dem mexikanischen Büro VFO, ersetzte das Stadion den Estadio Tecnológico, den der C.F. Monterrey 63 Jahre lang genutzt hatte. Eine Renovierung war das nicht. Der Auftrag lautete: etwas bauen, das die Erwartungen neu kalibriert. Im August 2015 lieferte der Stahlriese. Die Arena wurde zum ersten Fußballstadion in Nordamerika, das die LEED-Silber-Zertifizierung für nachhaltiges Design erhielt: Energie, Wasser, Materialien — alles auf einem Standard, den die meisten Sportstätten auf dem Kontinent nie angestrebt hatten. Populous baute die gesamte Tribünenkurve aus Stahl, was dem Stadion seine Dachsilhouette, sein Gewicht und seinen Namen gab. Die Bergkette, die an klaren Tagen durch den oberen Rang zu sehen ist — der Cerro de la Silla — ist das Detail, das niemand gesondert in Rechnung stellte.

Die Kapazität liegt bei 53.500 Zuschauern. Der Spielrasen ist GrassMaster, ein Hybridsystem, das Kunstfasern in Naturrasen verankert, um dessen Qualität unter der Sommerhitze Nordost-Mexikos zu erhalten — Turnierbedingungen über neunzig Minuten und darüber hinaus. Die Zuschauerinfrastruktur wurde von Baubeginn an für diese Größenordnung konzipiert, nicht nachträglich angepasst. Ein Stadion, das 2015 diese Kosten verschlang, wurde für eine WM-Woche gebaut. Das ist keine Koinzidenz. Das ist Spezifikation.

Aerial view of Estadio BBVA Bancomer at its inauguration in 2015, Guadalupe, Monterrey
Photo: Presidencia de la República Mexicana / CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der C.F. Monterrey, die Rayados, spielt hier seit der Eröffnung. Die durchschnittliche Zuschauerzahl gehört konstant zu den höchsten der Liga MX. Im Jahr 2015 gewann das Stadion den Publikumspreis als Stadion des Jahres — ein Wettbewerb, der auf Publikumsstimmen basiert, nicht auf Architektenjurys. Die Fans, die alle zwei Wochen kommen, haben das Argument geliefert. Architektenjurys beeindrucken Zeichnungen. Zuschauer beeindruckt, was das Gebäude an einem Spielabend tatsächlich tut.

Für die WM empfängt der Stahlriese drei Gruppenspiele aus Gruppe A und Gruppe F sowie ein Achtelfinalspiel am 29. Juni. Gruppe F eröffnet hier am 14. Juni mit Schweden gegen Tunesien — zwei Mannschaften mit grundverschiedenen Profilen und einem echten Duell zwischen ihnen. Gruppe F kehrt am 20. Juni zurück für Tunesien gegen Japan. Gruppe A beendet ihre Gruppenphase am 24. Juni mit Südafrika gegen Südkorea. Drei Kontinente auf einem Spielfeld über drei Spieltage. Dann eine K.o.-Runde, in der das Ergebnis entscheidet, wer weitermacht und wer die Koffer packt. So sieht eine vollständige WM-Bühne aus: nicht ein einzelnes Prestige-Spiel, sondern eine Dichte an Begegnungen, eine nach der anderen.

Elf Jahre Liga MX, ein CONCACAF W-Meisterschaft, ein Stadion-des-Jahres-Award. Der Stahlriese wurde für etwas gebaut, das größer ist als wöchentlicher Fußball. Im Juni 2026 ist Auftritt. Das Gebäude muss sich nicht übertreffen. Es muss nur genau so funktionieren, wie es spezifiziert wurde — was angesichts der Kosten immer der Kernpunkt war.

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