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Das Stadion mit sechs Super Bowls heißt jetzt Miami Stadium

Kenji Nakamura

Die FIFA hat ihren Beschluss gefasst. Hard Rock Stadium — das Ergebnis einer kommerziellen Namensrechtevereinbarung mit einer Konzertveranstalter-Kette — heißt für die Dauer des Turniers Miami Stadium. Das Gebäude hat in seiner Geschichte sechs Namen getragen; der siebte passt zum Anlass besser als alle vorherigen.

Joe Robbie Stadium öffnete am 16. August 1987 als permanente Spielstätte der Miami Dolphins in der NFL und richtete innerhalb der ersten zwei Jahre den Super Bowl aus. Fünf weitere folgten — 1995, 1999, 2007, 2010 und 2020 — was dieser Arena eine Erfolgsbilanz bei hochkarätigen Football-Ereignissen bescherte, die kaum ein anderes Stadion auf dem Kontinent erreicht. Die FIFA-Weltmeisterschaft 1994 machte hier Station, bevor die wechselnden Namensrechteverträge begannen. Ab 2022 wurde ein Formel-1-Kurs um das Stadionaußengelände angelegt, womit der Miami Grand Prix dem bereits dichten Veranstaltungskalender hinzugefügt wurde.

Das heutige Erscheinungsbild des Baus ist das Ergebnis einer umfassenden Sanierung in den Jahren 2015 und 2016. Vier Eckmasten tragen ein Dach, das rund 90 Prozent der Zuschauerplätze beschattet, während der Innenraum und der Himmel darüber unverschlossen bleiben. Floridas Hitze und Luftfeuchtigkeit sind weiterhin Teil der Atmosphäre — die Renovierung hat das Stadion nicht versiegelt — aber direkte Sonneneinstrahlung bestimmt das Erlebnis im Unterrang nicht mehr. Die Tribünen wurden zudem um rund sieben Meter näher an den Spielfeldrand herangezogen, was den Kessel enger und den Lärmpegel von 65.000 Zuschauern schärfer macht.

Wide-angle view of Hard Rock Stadium seating bowl
Photo: Phasornc / CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Fassungsvermögen beträgt 65.000 Zuschauer. Für die Weltmeisterschaft wird der Kunstrasenbelag der Dolphins durch Bermudagras ersetzt — die Spezifikation, die die FIFA an jedem Austragungsort vorschreibt. Der Umbau dauert mehrere Wochen und verändert den Charakter des Ortes: Eine Anlage, die ursprünglich für American Football gebaut wurde, liest sich mit diesem Rasenbelag anders.

Das Miami Stadium richtet vier Partien der Gruppen C, H und K aus. Gruppe H eröffnet hier am 15. Juni mit Saudi-Arabien gegen Uruguay — eine der taktisch offensten Paarungen der Vorrunde. Gruppe H kehrt am 21. Juni für den zweiten Spieltag zurück: Uruguay gegen Kap Verde. Der 24. Juni bringt den dritten Spieltag der Gruppe C: Schottland gegen Brasilien, eine Partie mit Qualifikationsgewicht von der ersten Minute an, die das Stadion Stunden vor dem Anpfiff füllen wird. Gruppe K beschließt ihre Vorrunde am 27. Juni: Kolumbien gegen Portugal — zwei Mannschaften, die Turnierpartien selten auf Unentschieden hin verwalten.

Miami erzeugt kein passives Publikum. Die Energie der Sportveranstaltungen dieser Stadt — Heat-Playoffs, Dolphins-Heimspiele, der Grand Prix — macht das Stadion zum aktiven Mitspieler. Diese Atmosphäre wird Miami Stadium im Juni 2026 mitbringen. Das Naming-Right kehrt nach dem Turnier zu Hard Rock zurück. Was auf dem Platz entschieden wird, bleibt.

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