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‚Better Late Than Single‘: Staffel 2 der koreanischen Dating-Show startet auf Netflix mit schwerer zu durchschauenden Singles

Martha O'Hara

Auf einer koreanischen Varieté-Bühne, ausgeleuchtet in der Farbe einer Kosmetikabteilung im Kaufhaus, sitzt eine Reihe von Menschen, die ihr ganzes Leben außerhalb jener einen Erfahrung verbracht haben, für die die Show überhaupt existiert. Sie hatten noch nie ein Date. Nicht ein einziges Mal. Die Kameras finden sie in jenem weichen, ungeschminkten Licht, das das Fernsehen sonst herausschneidet, und dieses Gesicht — das eines Menschen, der sich vor laufender Kamera entschieden hat, das zu lernen, was alle anderen scheinbar nebenbei aufgesogen haben — ist das Bild, zu dem ‚Better Late Than Single‘ immer wieder zurückkehrt.

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Es ist eine Dating-Show mit Makeover, und ihre zweite Staffel läuft mit demselben Motor wie die erste: Man nimmt jene, die man in Korea motae solo nennt, Erwachsene, die ohne jede romantische Vorgeschichte ins erwachsene Leben kommen, und übergibt sie einem Expertenpanel, das die Oberfläche neu gestaltet und den Mut darunter trainiert. Auf Netflix wirkt das zunächst wie das Zarteste im Katalog, Fernsehen über Selbstverbesserung mit romantischem Schluss. Aus der Nähe ist es etwas anderes: das Porträt eines Landes, das romantische Unerfahrenheit neu einordnet — nicht länger als private Scham, die man verbirgt, sondern als Fertigkeit, die sich lehren lässt, wie Haltung oder Hautpflege.

Was diesmal eine Stufe höher geht, ist das Casting. Die zurückkehrenden Experten — Seo In-guk und Kang Han-na an der Spitze des Panels, neben Lee Eun-ji und dem Musiker Car, the Garden — beschreiben die Neuzugänge als aus anderem Holz geschnitzt, und die Riege bestätigt es. Da ist ein Mann, dessen Zuneigung in einer Lautstärke ankommt, die dem Panel den Atem nahm; ein Kandidat, dessen Idealtyp sich täglich neu schreibt; einer, der die ganze Welt allein durch das Aussehen filtert. Die erste Staffel vertrat eine bescheidene These: dass man einen Anfänger coachen kann. Diese stellt sie an Menschen auf die Probe, deren Gewohnheiten fester sitzen und über einen Tisch hinweg schwerer zu lesen sind.

Das Makeover ist der Ort, an dem die Show ihre eigentliche Arbeit leistet, und es ist gefilmt, wie eine Verwandlung gefilmt sein muss: dieselbe Person unter zwei verschiedenen Lichtern. Garderobe, ein Haarschnitt, eine Hautpflegeroutine, eine geübte Art, Blickkontakt zu halten — die Oberfläche ändert sich schnell, und die Kamera verbirgt nicht, wie sehr sie diese Veränderung liebt. Doch die ehrlichsten Einstellungen kommen eine Sekunde später, wenn die frisch Verwandelten einen Raum betreten und vor einem Fremden die neue Version sein müssen. Das Styling ist fertig; die Bereitschaft nicht.

Und all das berührt etwas weit Größeres als eine Varieté-Show. Korea durchläuft eine dokumentierte Beziehungs-Rezession, mit Heirats- und Geburtenraten auf Rekordtief und einer ganzen Generation, für die Romantik optional, teuer und ein wenig einschüchternd geworden ist. ‚Better Late Than Single‘ nimmt genau die Menschen, von denen diese Statistik gewöhnlich handelt, und weigert sich, sie als Problem zu behandeln. Es behandelt das Nie-geliebt-Haben als Startlinie und nicht als Urteil — eine großzügigere Haltung, als der nationale Diskurs sie meist aufbringt.

Better Late Than Single
Better Late Than Single Cr. Netflix © 2026

Genau dort stößt das Format an die Mauer, die es nicht überwinden kann, und das ist zugleich der Grund weiterzuschauen. Ein Makeover kann beweisen, dass jemand bereit aussieht, geliebt zu werden. Es kann nicht beweisen, dass er es ist. Man kann einem Menschen beibringen, sich zu kleiden, zuzuhören, sich nicht beim ersten Schweigen zu verschließen — und weiß doch nicht, ob irgendetwas davon den Moment übersteht, in dem ein anderer Mensch tatsächlich zurückliebt.

‚Better Late Than Single‘ kehrt mit seiner zweiten Staffel am 7. Juli 2026 auf Netflix zurück, ein Jahr nachdem die erste denselben Sommerplatz belegte. Es ist eine koreanischsprachige Originalproduktion, und das Expertenpanel aus Seo In-guk, Kang Han-na, Lee Eun-ji und Car, the Garden liest erneut den Raum. Der Raum ist diesmal schwerer zu lesen.

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