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Brüder, Herz und Zusammenhalt: eine erfrischende Underdog-Geschichte

Molly Se-kyung
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Die erste Einstellung von Friday Night Plan zeigt, wie ein Paar Sneaker auf Zehenspitzen eine knarrende Treppe hinuntertapst – ein unmittelbares, intimes Detail, das den Ton dieser Coming-of-Age-Komödie vorgibt. Unter der Regie von Vatsal Neelakantan kam der Film im September 2023 direkt bei Netflix heraus. Im Mittelpunkt stehen die Brüder Sid (Babil Khan) und Adi (Amrith Jayan), die nach dem Tod ihres Vaters mit Trauer, Rivalität unter Geschwistern und dem Druck des Erwachsenwerdens zurechtkommen müssen.

Die Grundidee des Films – zwei ständig streitende Brüder verbünden sich, um heimlich auf eine Party zu gehen, bevor ihre Mutter von einer Geschäftsreise zurückkehrt – ist nicht gerade originell. Sehenswert ist Friday Night Plan vor allem wegen seines Blicks auf die Außenseiter. Sid und Adi gehören in der Schule nicht zu den beliebten Schülern; sie sitzen hinten im Klassenzimmer und werden von ihren Mitschülern kaum beachtet. So kann Neelakantan die Themen Zugehörigkeit und Selbstwert auf eine angenehm bodenständige Weise erkunden.

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Babil Khan und Amrith Jayan tragen den Film mit ihren überzeugenden Darstellungen. Die Chemie zwischen ihnen als Brüder stimmt – ganz gleich, ob sie sich über Kleinigkeiten streiten oder einander in verletzlichen Momenten beistehen. Babil Khan verleiht Sid eine besondere stille Intensität und macht die inneren Konflikte seiner Figur spürbar. Amrith Jayan wiederum stattet Adi mit einer verspielten Energie aus, die Sids Ernsthaftigkeit ausgleicht.

Auch Juhi Chawla Mehta überzeugt als Mutter der beiden. Ihre nuancierte Darstellung verbindet Wärme mit Autorität und macht die Figur zu mehr als einem bloßen Handlungsmotor. Sie ist nicht einfach nur die abwesende Mutter, die die Geschichte ins Rollen bringt, sondern eine vielschichtig gezeichnete Persönlichkeit, deren Anwesenheit – oder Abwesenheit – das Verhalten und die Gefühle der Brüder prägt.

Der Film profitiert auch von seinem Soundtrack, komponiert von Dhruv Vishvanath, Skrat und When Chai Met Toast. Die Musikauswahl ist stimmig: Die Songs wirken nostalgisch und zugleich frisch und unterstreichen das Coming-of-Age-Gefühl des Films. Die Partyszene ist zwar vorhersehbar inszeniert, gewinnt durch die musikalische Untermalung aber an Lebendigkeit – ein Kontrast zum eher ruhigen Familienalltag der Brüder.

Allerdings gerät Friday Night Plan ins Straucheln, sobald der Film allzu sehr versucht, dem Muster einer klassischen Teeniekomödie zu entsprechen. Der zentrale Konflikt – zwei Brüder schleichen sich auf eine Party – ist wenig originell, und manche Witze zünden nicht, weil zu sehr auf Klischees gesetzt wird. Zudem kommt die Erzählung stellenweise nur schleppend voran, besonders im Mittelteil, wenn die Pläne der Brüder eher repetitiv als mitreißend wirken.

Die Auflösung ist zwar befriedigend, bietet aber weder große Überraschungen noch tiefere Einblicke in die Figuren. Die gemischte Resonanz des Films – 54 Prozent bei Rotten Tomatoes – spiegelt die unausgewogene Umsetzung wider. Friday Night Plan hat einige wirklich charmante und gefühlvolle Momente, kann sich in einem stark besetzten Genre aber nur schwer behaupten.

Eine Stärke des Films ist sein Umgang mit Trauer. Seit dem Tod ihres Vaters sind Sid und Adi in der Schule Außenseiter und feuern ihre Mitschüler vom Spielfeldrand aus an, während diese ihr Leben weiterleben. Das Thema Verlust und Sehnsucht verleiht den Handlungen und Beweggründen der Brüder mehr Tiefe und macht ihre Entwicklung mitreißender.

Der Film greift auch die komplexe Dynamik zwischen Geschwistern auf. Zuneigung und Frustration gehen bei den Brüdern Hand in Hand – eine treffende Darstellung dessen, wie es ist, mit jemandem aufzuwachsen, der zugleich der engste Verbündete und der größte Widersacher ist. Diese Auseinandersetzung mit Brüderlichkeit gehört zu den fesselndsten Seiten des Films.

Allerdings geht Friday Night Plan diesen Themen nicht tief genug nach, um sie wirklich nachhallen zu lassen. Die Konzentration auf die Partyhandlung rückt die gehaltvolleren Momente bisweilen in den Hintergrund und hinterlässt beim Publikum das Gefühl, dass hier Möglichkeiten ungenutzt bleiben.

Als Regisseur lässt Neelakantan Talent erkennen, doch es fehlt ihm noch an der nötigen Sicherheit, um den Stoff über sich hinauswachsen zu lassen. Die Beziehung der Brüder setzt er solide in Szene, die Partyszene wirkt hingegen wenig inspiriert. Auch die Kameraarbeit ist zweckmäßig, aber unspektakulär und verleiht der Geschichte keine besondere visuelle Note.

Die Nebenbesetzung macht ihre Sache ordentlich, bleibt aber nicht nachhaltig in Erinnerung. Figuren wie Natasha Sabharwal (Medha Rana) und Nits (Aadhya Anand) erfüllen ihren Zweck, die Handlung voranzubringen, bleiben jedoch wenig tiefgründig und komplex. Ihre Begegnungen mit Sid und Adi wirken oberflächlich – eine verpasste Gelegenheit, die sozialen Beziehungen der Brüder genauer auszuloten.

Der Schauplatz – eine nicht näher benannte indische Stadt – verleiht der Geschichte eine zusätzliche Portion Authentizität. Das örtliche Schulmilieu mit seinen eigenen Hierarchien und Zwängen verankert die Handlung auf eine Weise, die für ein Publikum mit Erfahrungen in einem ähnlichen Umfeld nachvollziehbar ist. Die Klischees, auf die der Film setzt – die beliebten Schüler und die nerdigen Außenseiter –, verhindern jedoch, dass er wirklich Neuland betritt.

Einer der enttäuschendsten Aspekte des Films ist seine mangelnde Originalität. Friday Night Plan bietet weder beim Erzählen noch bei der Figurenentwicklung etwas Neues. Stattdessen folgt er ausgetretenen Pfaden und treibt die Handlung mit vertrauten Mustern und vorhersehbaren Wendungen voran. Dieser Mangel an frischen Ideen macht es dem Film schwer, sich in einem Genre voller Coming-of-Age-Geschichten abzuheben.

Auch das Erzähltempo ist ein Problem. Der erste Akt führt die Dynamik der Brüder wirkungsvoll ein, doch im Mittelteil zieht sich die Geschichte, während Sid und Adi auf ihrem Weg zur Party verschiedene Hindernisse überwinden müssen. Die Laufzeit wirkt unnötig aufgebläht; mehrere Szenen hätten gekürzt werden können, ohne der Geschichte etwas von ihrer Wirkung zu nehmen.

Trotz dieser Schwächen hat Friday Night Plan seine gelungenen Momente. Die Beziehung der Brüder ist wirklich fesselnd, und die Auseinandersetzung mit Trauer verleiht dem Film eine emotionale Tiefe, die ihn von oberflächlicheren Teeniekomödien abhebt. Diese Stärken reichen jedoch nicht aus, um die zahlreichen Schwächen wettzumachen.

Letztlich erinnert Friday Night Plan auf solide Weise an die Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens, schöpft sein Potenzial aber nicht ganz aus. Die Leistungen von Khan und Jayan sind die größten Pluspunkte des Films, reichen jedoch nicht aus, um den Stoff über seine vertrauten Klischees hinauszuheben. Die gemischte Resonanz des Films – 54 Prozent bei Rotten Tomatoes – spiegelt die unausgewogene Umsetzung wider.

Wer eine leichte Coming-of-Age-Komödie sucht, findet in Friday Night Plan einige unterhaltsame Momente. Wer sich hingegen tiefere Einblicke oder eine innovativere Erzählweise erhofft, könnte enttäuscht werden.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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