Filmkritiken

Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss, die knallbunte Siebziger-Origin-Story eines Möchtegern-Schurken

Martha O'Hara

Kaum ein Franchise hat reinen, ungenierten Blödsinn so effizient in Kassengold verwandelt wie Illuminations Minions, und Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss ist das Kapitel, in dem diese Formel auf Hochtouren läuft.

Der Film spult die Ich – Einfach unverbesserlich-Saga zurück zu einem Mini-Gru, einem angehenden Superschurken noch in kurzen Hosen, flankiert von jener brabbelnden gelben Horde, die jeden seiner teuflischen Pläne wie den schönsten Tag ihres Lebens feiert. Die Minions sind hier keine Sidekicks – sie sind der Motor der ganzen Maschinerie.

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Ein knallbunter Siebziger-Trip

Unter der Regie von Kyle Balda und den Co-Regisseuren Brad Ableson und Jonathan del Val stürzt sich der Film kopfüber in einen Spielplatz der Disco-Ära: Lavalampen, Vinyl, Kung-Fu und Schlaghosen. Illuminations Animation ist grell, elastisch und unermüdlich kinetisch; das ist nicht Pixars emotionale Tiefe, und das will es auch gar nicht sein – es ist komisches Timing, das wie eine Konfettikanone auf die Leinwand gefeuert wird, mit einem neuen Gag etwa alle zehn Sekunden.

Die Sprecherriege ist ein eigener Rummelplatz. Steve Carells näselnder, vage osteuropäischer Gru hält das Chaos zusammen; Pierre Coffin spricht erneut jeden einzelnen Minion; und die Schurkengalerie verleiht dem Slapstick echtes Star-Format – Taraji P. Hensons Belle Bottom, Michelle Yeohs Master Chow, Alan Arkins knorriger Wild Knuckles sowie Jean-Claude Van Damme, Lucy Lawless, Dolph Lundgren, Danny Trejo und Julie Andrews als Grus Mutter.

Warum es funktioniert

Es ist Formel, und der Film weiß das. Aber die Gags sitzen, das Tempo lässt über flotte 87 Minuten nie nach, und der Film liefert genau die gutgelaunte Anarchie, für die sein Publikum gekommen ist – mit einer wohltuenden Portion Schalk, die die sterileren Ecken des Familienkinos gern wegbügeln. Hier gibt es keinen großen emotionalen Anspruch, keine Neuerfindung; nur eine selbstbewusste, gut gebaute Komödie, die genau weiß, was sie ist.

Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss (2022)
Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss (2022)

Mehr vom Gleichen, mit echtem Handwerk und null Prätention umgesetzt – und an einem verregneten Nachmittag mit den Kindern ist genau das sehr oft das Richtige. Nicht ohne Grund wurde der Film zu einem der größten Hits des Jahres 2022.

Besetzung & Stab

Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss (2022) — Regie: Kyle Balda; Co-Regie: Brad Ableson und Jonathan del Val. Drehbuch: Matthew Fogel. Musik: Heitor Pereira. Stimmen: Steve Carell, Pierre Coffin, Taraji P. Henson, Michelle Yeoh, Alan Arkin, Jean-Claude Van Damme und Julie Andrews. Eine Produktion von Illumination und Universal Pictures. Laufzeit: 87 Minuten.

Regie

Kyle Balda

Kyle Balda

Besetzung

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