Kino

Die Minions erobern Hollywood und verlieren alles in Pierre Coffins Minions & Monster

Molly Se-kyung

Illumination lässt die Minions seit Jahren alles verkaufen, von Müslischachteln bis zu Sommerstarts, und baut nun einen Film um genau diese Gewohnheit. Minions & Monster tritt als falsches Geständnis auf: der angeblich wahre Bericht darüber, wie sich die kleinen gelben Arbeiter nach Hollywood schwatzten, zu Stars wurden, alles verloren und versehentlich eine Horde Monster auf die Stadt losließen.

Es ist ein Selbstporträt, und der Film verbirgt es kaum. Ein Studio, dessen Maskottchen bekannter sind als die meisten seiner Regisseure, hat eine Komödie gedreht, in der diese Maskottchen die Branche an sich reißen und sie dann zertrümmern. Ob das als Satire auf Markensättigung zu lesen ist oder als Ehrenrunde der Marke selbst, ist die Frage, auf der das ganze Projekt ruht, und der Trailer hält beide Lesarten offen.

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Die Sprechbesetzung ist der Hinweis. Illumination hat eine animierte Farce mit Darstellern bestückt, die selten gemeinsam auftreten: Christoph Waltz als Max, Jeff Bridges in Doppelrolle als Frank und Elwood, Allison Janney als Olivia, Jesse Eisenberg als Dort und Zoey Deutch als Debbie. Das schärfste Signal ist Trey Parker, der einem Monster namens Goomi seine Stimme gibt. Seine Mitwirkung wirkt wie eine Absichtserklärung: Der Film will unter dem Lärm eine satirische Schicht, die Erwachsene hören können, nicht bloß eine Verfolgungsjagd für Kinder.

Pierre Coffin steht im Zentrum von allem. Er hat die Filme zu Ich – Einfach unverbesserlich und den Minions mitgebaut und ist, buchstäblich, die Minions: Er spricht den gesamten Kauderwelsch-Chor allein. Ihm die alleinige Regie zu geben, verschmilzt Darstellung und Autorschaft in einer Person, sodass Hauptstimmen und Bildgestaltung aus derselben Quelle kommen. Das ist eine ungewöhnliche Konzentration von Kontrolle und verleiht der Meta-Prämisse eine seltsame Aufrichtigkeit, das Maskottchen erzählt seinen eigenen Aufstieg.

Die Monster sind der Mechanismus. Ruhm ist in der Logik des Films keine Abstraktion, sondern eine Reihe von Kreaturen, die die Minions loslassen und nicht zurückholen können. Tentakel ziehen über den orangefarbenen Trailerhimmel, während ein Minion in die Kamera schreit; Gag und Metapher sind dasselbe Bild. Der Slogan, Hollywood hat ein Monsterproblem, rahmt das Ganze als Branchenwitz, noch bevor die erste Kreatur landet.

Was ein Trailer nicht beweisen kann, ist, ob ein kommerziell so fest verankertes Franchise die Maschine, die ihm das Geld druckt, wirklich kritisieren kann. Eine Geschichte über den Verlust von allem, finanziert von einem Besitz, der nichts verloren hat, muss sich ihre Selbstironie verdienen, statt sie als Kostüm zu tragen. Der Film steckt noch in der Postproduktion und niemand hat ihn gesehen, ohne Publikumsurteil, und das Meta-Spiel kann als echter Schabernack oder als Merchandising enden, das gelernt hat zu zwinkern.

Neben den Hauptstimmen gehören Bobby Moynihan und Phil LaMarr zum gelisteten Ensemble, Coffin übernimmt erneut die Minions. Brian Lynch schreibt das Drehbuch mit Coffin, Chris Meledandri produziert für Illumination und John Powell komponiert die Musik. Universal Pictures verleiht den rund 90 Minuten langen Film.

Minions & Monster kommt in Deutschland am 1. Juli ins Kino, im Rahmen eines breiten Sommer-Tentpole-Starts, der für sich genommen eine leise Antwort auf die Frage des Films ist, ob sich eine Marke wirklich leisten kann, sich über sich selbst lustig zu machen.

Besetzung

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