Musik

Giveon kehrt mit ‚Act II‘ zu ‚Beloved‘ zurück — mit Kehlani, Teddy Swims und Leon Thomas

Alice Lange

Giveon hat ‚Beloved: Act II‘ veröffentlicht, eine neunzehn Tracks lange Deluxe-Version des Albums, mit dem er 2025 nach zwei Jahren Releasepause in die Top Ten der Billboard 200 zurückgekehrt war. Die Erweiterung fügt fünf bisher unveröffentlichte Songs und vier Gastauftritte hinzu — Kehlani auf ‚Save Some For Me‘, Leon Thomas auf ‚Fool Me Once‘, Sasha Keable auf ‚Replica‘ und Teddy Swims auf ‚Keeper‘ — und stellt die Architektur des Originals an den Anfang der Reihenfolge.

Die Strategie hebt die Deluxe über das bloße Räumen alter Sessions hinaus. Jedes Feature ist mit einer aktuellen R&B-Stimme gepaart, die ihr Publikum auf derselben Spur aufgebaut hat, die Giveon nicht verlassen will: slow-burn Ballade, Brust-Stimme im Anstieg, romantisches Register, das die Streaming-Algorithmen zwei Jahre lang zugunsten von Hyperpop und Amapiano an den Rand gedrängt haben. Kehlani ist der Ankername des Albums. Teddy Swims ist sein kommerzieller Beschleuniger — sein ‚Lose Control‘ tat im Soft-Soul-Radio 2025, was ‚Heartbreak Anniversary‘ 2020 getan hatte.

‚Beloved‘ wurde am 11. Juli 2025 als Comeback-Album positioniert. Das Original debütierte auf Platz acht der Billboard 200 — Giveons höchster Peak seit dem Debüt von 2022 — und soll mehr als tausend Tage Arbeit gekostet haben. Die Vorab-Singles ‚Twenties‘ und ‚Rather Be‘ waren über 2025 verstreut worden, beide Balladen, die auf Stille statt Lautstärke setzten. ‚Act II‘ bricht diese These nicht. Die fünf neuen Tracks — ‚Jezebel‘, ‚Mud‘, ‚Strangers‘, ‚Numb‘ und ‚Avalanche‘ — bewegen sich im selben emotionalen Vokabular, mit einer schwereren Gitarrentextur auf ‚Mud‘ und einem fast gospelhaften Aufbau auf ‚Avalanche‘.

Die Produktion des Originals lag bei Matthew Burnett, Jahaan Sweet und Sevn Thomas — langjährige Giveon-Mitarbeiter, die die analoge Wärme schufen, die zur Signatur des Albums wurde. Die Deluxe hält dieses Produktionsteam weitgehend bei und integriert die üblichen Mitarbeiter der Gäste auf den vier Feature-Tracks, ohne die klangliche Kontinuität zu brechen. Das Ergebnis wirkt weniger wie ein nachträglicher Aufsatz und mehr wie eine Erweiterung desselben Aufnahme-Fensters.

Zum Kontext: Dieses Modell — großer Release, sechs Monate später Deluxe, manchmal eine zweite Deluxe — ist 2026 zum Standardzug für Katalog-Künstler geworden. Drakes jüngste Reissues, Olivia Rodrigos Deluxe von ‚Drop Dead‘, SZAs ewig wachsendes ‚SOS‘ — die Deluxe ist jetzt der Ort, an dem die zweite Welle der Streaming-Einnahmen lebt. Das Risiko ist dasselbe, das die Kritik durchgängig markiert: Die Deluxe bläht die Laufzeit auf, verwässert das kuratierte Album als Kunstwerk und erzieht das Publikum, lieber auf die größere Version zu warten als sich auf die erste einzulassen.

Ob ‚Act II‘ diese Hürde nimmt, bleibt offen. Fünf neue Tracks auf neunzehn ist großzügig, doch R&B-Album-Skeptikerinnen werden anmerken, dass kein Giveon-Song in beiden Versionen aus demselben emotionalen und tonalen Korridor heraustritt — gewollt, aber eben auch begrenzend. Auch die Feature-Auswahl ist auf Künstler gestapelt, die ohnehin auf derselben Spur leben; es gibt keine überraschende Kollaboration, die Giveon in ein anderes Register zwingen würde. Für Hörerinnen, die über ‚Heartbreak Anniversary‘ kamen und blieben, ist genau das der Punkt. Wer ihn sich strecken sehen wollte, findet das hier nicht.

Das Album ist ab sofort auf allen großen Streaming-Diensten verfügbar und als Deluxe-CD mit signiertem Booklet über Giveons Direct-to-Consumer-Store. Eine Tournee zu ‚Act II‘ ist noch nicht bestätigt, allerdings spielt Giveon Material des Original-Beloved auf einer kleinen US-Tourrunde bis in den Frühsommer. Die erste Single aus ‚Act II‘ soll ‚Keeper‘ mit Teddy Swims werden, die bereits an den Urban-AC-Radioformatkreis ausgegeben wird.

Diskussion

Es gibt 0 Kommentare.