Musik

Taylor Swift veröffentlicht ‚Fearless‘ als Solo-Single mit 66 Millionen Views

Alice Lange
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„Fearless“ ist wieder als eigenständige Veröffentlichung erhältlich – ohne Albumkontext, ohne schützende Tracklist, einfach als einzelner Song. Der Titel, einst ein Herzstück von Swifts frühem Country-Pop-Repertoire, erscheint nun als Standalone-Single in einer digitalen Musikwelt, in der einzelne Tracks zunehmend unter denselben Bedingungen wie Alben um Aufmerksamkeit konkurrieren.

YouTube Video

Das Video zu „Fearless“ kommt auf Swifts offiziellem YouTube-Kanal inzwischen auf mehr als 66 Millionen Aufrufe. Die Zahl spiegelt sowohl die ursprüngliche Fangemeinde des Songs als auch das Publikum wider, das ihn in den Jahren danach entdeckt hat. Für einen Titel, der auf einer sehr spezifischen Form romantischen Idealismus beruht – einer, die mit siebzehn am besten funktioniert –, deutet diese anhaltende Abrufzahl darauf hin, dass der Song seine Ära überdauert hat und inzwischen zum beständigeren Repertoire gehört.

Swift arbeitet sich in diesem Monat kontinuierlich durch ihren Backkatalog. „Mine“, „Red“, „Bad Blood“ und „I Knew You Were Trouble“ sind in den vergangenen Wochen jeweils als eigenständige Veröffentlichungen erschienen, losgelöst vom ursprünglichen Albumkontext. „Fearless“ setzt diese Reihe fort. Das wirkt weniger wie eine Best-of-Übung als wie eine systematische Neuordnung dessen, wie ihre Musik in der Streamingökonomie präsent ist: Die einzelnen Songs treten unter eigener Kennung auf, statt als Bestandteile eines Albums.

Die Strategie bringt auch Schwierigkeiten mit sich. Wird „Fearless“ aus seinem Albumkontext gelöst, geht ein Teil der Aussage verloren, die der Song damals transportierte. Als Kapitel einer größeren Erzählung funktionierte der Titel besonders gut: Er zeigte, wo Swift zu jener Zeit stand – verwurzelt im Country, auf dem Weg zum Pop und sehr bewusst auf den späteren musikalischen Crossover ausgerichtet. Allein veröffentlicht, in einem Katalog mit inzwischen mehr als einem Jahrzehnt an Studioalben, tritt der Song in einem anderen Umfeld an. Ob eine Veröffentlichung als einzelne Single die Identität eines Songs schärft oder ihn in einem Katalog, der keine Anker mehr braucht, eher verloren wirken lässt, werden die Streamingzahlen mit der Zeit zeigen.

Bemerkenswert ist vor allem der Umfang des Projekts, das Swift vorantreibt. Es handelt sich nicht um eine einmalige Neuveröffentlichung, sondern um eine öffentlich nachvollziehbare Katalogpflege, Song für Song. Jede Veröffentlichung löst auf Streamingplattformen und in den sozialen Medien eine eigene Welle der Aufmerksamkeit aus. Der Veröffentlichungsrhythmus im September – fünf Songs innerhalb weniger Wochen – macht deutlich, dass das Projekt geplant und strukturiert ist, nicht spontan.

„Fearless“ ist ab sofort als eigenständige Single auf den großen Streamingplattformen verfügbar, darunter Spotify. Für die im September gestartete Reihe eigenständiger Veröffentlichungen ist bislang kein bestätigtes Ende in Sicht. Weitere Titel aus dem Katalog könnten also in den kommenden Wochen folgen.

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