Musik

tripleS: pt.1 — ASSEMBLE26 klingt jetzt nach purem Pop

Alice Lange

tripleS ist keine Gruppe im herkömmlichen Sinne. 24 Mitglieder, durch Fanabstimmung in rotierende Subunits eingeteilt, fügen dem ASSEMBLE26-Universum mit jedem neuen Kapitel eine andere Kombination aus Stimmen und Gesichtern hinzu, ohne das Gesamtgefüge aufzulösen. pt.1, das neueste EP der Gruppe, presst diese weitläufige Architektur in die zugänglichste Aussage des Projekts: sieben Tracks, die zum Hören gemacht sind, nicht zum Analysieren.

Das ASSEMBLE-Konzept positioniert tripleS nicht als feste Besetzung, sondern als offenes System — die Fans entscheiden per Abstimmung, welche Mitglieder welches Kapitel gestalten, und diese Entscheidungen landen direkt in den Aufnahmen. Frühere ASSEMBLE-Einträge waren experimentell gehalten, passend zum unorthodoxen Ansatz von Modhaus bei der Idol-Produktion. pt.1 orientiert sich in eine hellere Richtung: klangvolle Synthesizer, Vokalarrangements mit Unisono-Passagen und eine kollektive Energie, die auch Hörer erreicht, die die komplexe Mitgliederliste des Projekts nie nachverfolgt haben.

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Über sieben Tracks hinweg setzt das EP einen tonalen Rahmen, den tripleS so klar bisher nicht verfolgt hatte. Der Titel ist keine Ironie — „Love” und „Pop” sind tatsächlich das, was man hört. Die Produktionen verknüpfen die polierte Helligkeit des gegenwärtigen K-Pop mit der eigenen Textur der Gruppe, ohne im Standard-Idol-Pop aufzugehen; die Vokalarbeit des Ensembles klingt kohärenter, als es der demokratische Entstehungsprozess erwarten lässt.

Das EP ist aktuell nicht auf Spotify verfügbar, was seine Reichweite in Märkten mit Streaming-Katalog als Hauptentdeckungsweg einschränkt. Für koreanische, japanische und asiatische Hörer fällt das weniger ins Gewicht — YouTube und lokale Plattformen übernehmen den Großteil. Für das lateinamerikanische und europäische Publikum jedoch, wo tripleS seine Fanbasis ausbaut, hinterlässt das Fehlen eine Lücke, die Aufrufe auf YouTube allein nicht schließen.

Die Bezeichnung „pt.1” stellt eine Frage, die das EP selbst nicht beantwortet: Was enthält pt.2, und wann erscheint es? tripleS hat mehrteilige Veröffentlichungsstrukturen schon früher genutzt, mit ungleichmäßigen Ergebnissen. Ein starkes Auftaktkapitel erzeugt Erwartungen, die eine verzögerte oder schwächere Fortsetzung still untergraben kann. pt.1 trägt als eigenständiges Songset — aber es ist als Anfang konzipiert, und Anfänge ohne Fortsetzung wirken im Rückblick häufig unvollständig.

Der vollständige Ablauf von ASSEMBLE26 ist weiterhin ohne angekündigtes Enddatum. pt.1 ist auf den gängigen digitalen Plattformen verfügbar, sieben Tracks stark — und pt.2 hat bislang keinen Termin.

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