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AmyJo Doh & The Spangles machen aus einer Gender-Reveal-Party ein Punk-Manifest

Alice Lange

Madrid hat sich still und leise zu einem Stützpunkt für britische Punkbands entwickelt — und keine verkörpert diese Migration besser als AmyJo Doh & The Spangles, die seit 2016 von dort aus eine intensive europäische Karriere aufgebaut haben, ohne die Verbindung zur Stadt, die sie aufgenommen hat, zu verlieren. Wenn FEP Producciones, die Madrider Management- und Bookingagentur, mit vier Künstlern in einem einzigen Monat in die Saison startet, ist das kein Zufall: es zeigt, wie ein mittelgroßes spanisches Indie-Unternehmen internationale Projekte tragen und am Laufen halten kann.

Das Herzstück von FEPs September ist «It’s a Girl», eine Doppelsingle, die beim britischen Label Strap Originals erscheint. Die A-Seite beginnt mit den pastellfarbenen Bildern einer Gender-Reveal-Party — Luftballons, Rosa, Blau, die vertraute Ankündigung — und explodiert dann in ein Punk-Manifest, das Erfinderinnen, Wissenschaftlerinnen, Kriegerinnen und Frauen nennt, die systematisch aus der Geschichte getilgt wurden: von Schulbüchern ignoriert, um ihren Verdienst gebracht, zu spät gewürdigt. Die Band versteckt sich nicht hinter Ironie; das Lied verdient seine Wut. Die B-Seite, «Menú del Día», wechselt vollständig das Register — eine Kantate auf Kastilisch über Madrids Mittagskultur, seine Tabernas und Tagesmenüs, die Stadt, die die Band adoptiert hat. Die offizielle Präsentation in La Trinchera in Madrid wird von Amnesty International begleitet, was dem Release ein institutionelles Gewicht verleiht, das weit über einen Konzertabend hinausgeht.

Einen Tag später wird «Sentimentaloides» von Los Invaders von DJ Moderno und Ben M Kinloch neu aufgelegt — zwei Produzenten, die die nächtliche Elektronik des Originals in dunkleres, expliziter dancefloor-taugliches Terrain überführen: House, Techno, Electro und Indie Dance in der Tradition von Soulwax und Totally Enormous Extinct Dinosaurs. Der Remix ist für Clubs und Festivals gleichermaßen konzipiert.

Am 18. erscheint Blanco Piñata mit «Igual Se Va», dem ersten Vorgeschmack eines neuen Albums, produziert von Víctor Cabezuelo (Rufus T. Firefly) und gemischt und gemastert von Carlos Hernández Nombela, dessen Credits von Carolina Durante bis Triángulo de Amor Bizarro reichen. Die Single ist melodisch, aber gewichtig: ein dichter Rhythmus unter angespannten, eingängigen Gitarren, mit einem abschließenden Instrumentalausbruch, der seinen Platz verdient. Biffy Clyro und Los Planetas sind die Referenzen, die die Band gerne nennt, und beide sind hörbar.

Am 25. schließt SERCH. das Paket mit «Hysteria», dem zweiten Vorgeschmack auf das kommende Album NO CONTROL. Das Barceloneser Post-Punk-Quartett baut den Song um Synthesizer, Gitarre und elektronische Spannung — eine Struktur, die sich weigert, sich zu setzen, und die ihre eigene Architektur absichtlich aufbricht, während sie voranschreitet. Die Band beschreibt Texte über die Erschöpfung durch permanente Konfrontation: gegen den Konsens drücken, bis Erschöpfung zur Heimat wird. Eine Tournée 2026/2027 mit Las Novias und Niños del Brasil ist bereits in Vorbereitung.

FEP Producciones präsentiert September als Auftakt einer Saison, die das Label als besonders intensiv beschreibt — eine Saison, die die vier Projekte gemeinsam zu kalibrieren scheinen, auch wenn sie auf sehr unterschiedlichen Wegen dort angekommen sind.

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