Kino

Maisie Williams kämpft um eine Karriere jenseits von Arya Stark

Penelope H. Fritz
Maisie Williams
Maisie Williams
Photo via The Movie Database (TMDB)
Geboren15. April 1997
Bristol, England
BerufSchauspielerin
Bekannt fürThe New Mutants, Mary Shelley, Then Came You
Auszeichnungen2 Emmy · London Film Critics' Circle Award, Young British Performer of the Year (2015)

Sie verließ Game of Thrones mit einem Problem, das nur wenige Darstellerinnen kennen: eine Figur, die so tief im kulturellen Gedächtnis der 2010er Jahre verankert ist, dass jedes neue Projekt zunächst dieselbe Frage beantworten muss. Ist das Arya Stark, oder ist das Maisie Williams? Der Unterschied zählt. Williams hat — still und dann weniger still — daran gearbeitet, diese Distanz zu vergrößern.

YouTube Video

Margaret Constance Williams wuchs in Clutton, Somerset, als jüngstes von vier Geschwistern auf, großgezogen vor allem von ihrer Mutter, nachdem ihr Vater früh aus dem Familienleben trat. Zur Schauspielerei fand sie über den Tanz — Ballett, Stepptanz, Breakdance, Turnen — und nahm die Arbeit ernst genug, um die Schule ohne Abschluss zu verlassen. Sie war dreizehn Jahre alt, als sie für Game of Thrones vorsprach, bekam die Rolle, bevor sie begreifen konnte, was das bedeuten würde, und hat seitdem die Konsequenzen verarbeitet.

Die Serie lief von 2011 bis 2019. Williams war in allen acht Staffeln und allen 59 Episoden zu sehen und wuchs vollständig in der Öffentlichkeit auf — vom Mädchen, das das Schwert noch nicht erreichen konnte, zur jungen Frau, die die Lange Nacht beendete. Es war eines der meistgesehenen Fernsehereignisse des Jahrzehnts, und ihre Darstellung von Arya Stark, für die sie zwei Emmy-Nominierungen als Beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie erhielt, galt durchgehend als eines der stärksten Argumente der Serie. Sie absolvierte den Großteil ihrer eigenen Kampfchoreographien, trainierte jahrelang linkshändigen Kampfsport, um die Konsistenz der Figur als natürlich Rechtshänderin zu wahren, und wurde zum Gesicht einer Widerstandsfähigkeit, die das Publikum nicht leicht vergisst.

Schon während die Serie noch gedreht wurde, suchte sie nach Möglichkeiten, sich künstlerisch zu strecken. The Falling, das britische Drama von Carol Morley aus dem Jahr 2014, bot ihr eine Hauptrolle in einem völlig anderen Register — stiller, seltsamer, intimer — und brachte ihr den Preis des London Film Critics‘ Circle für die junge Darstellerin des Jahres ein. Es war der Beweis für eine Bandbreite, nach der die Branche damals noch nicht suchte.

Als Game of Thrones endete, stellten sich die bekannten Nachwirkungen ein. The New Mutants, der Superheldenfilm, in dem Williams Rahne Sinclair spielte, wurde mehrfach von Studioseite verschoben und kam 2020 in leere Kinosäle der Pandemie mit gemischten Kritiken. Two Weeks to Live, eine Sky-One-Comedyminiatursserie, die sie im selben Jahr anführte, wurde besser aufgenommen, doch keines der beiden Projekte kündigte vollständig an, was sie jenseits von Westeros zu leisten imstande war.

Pistol veränderte das Gespräch. Danny Boyles Disney+-Miniserie über die Sex Pistols besetzte Williams als Jordan — Pamela Rooke, die Punk-Ikone, die sich wie eine tägliche Erklärung kleidete und den Tresen von SEX am King’s Road bediente — und gab ihr eine Rolle mit eigener Mythologie. Es war das erste Projekt nach Game of Thrones, das ohne den Vergleich mit dem Vorangegangenen bewertet wurde.

Es gibt in der Branche eine beharrliche Tendenz, Darsteller nach dem Franchise zu messen, das sie verlassen haben — und Williams blieb davon nicht verschont. The New Mutants wurde teilweise als Arya-Stark-Vehikel vermarktet und litt unter diesem Vergleich. Aufschlussreicher ist, was sie neben ihrer Schauspielarbeit aufgebaut hat. 2018 war sie Mitgründerin von Daisie, einer sozialen Plattform für aufstrebende Kreative, die zwei Millionen Pfund Startfinanzierung einsammelte und tatsächlich von Künstlern verschiedener Disziplinen genutzt wurde. Das Unternehmen wurde schließlich übernommen und eingestellt, aber das Vorhaben selbst — Infrastruktur für die Karrieren anderer zu schaffen, während sie die eigene aufbaute — zeugte von einem Ehrgeiz, den die Branche Schauspielenden selten zuerkennt.

In The New Look, der Apple TV+-Serie von 2024 über das Nachkriegs-Paris und die Modehäuser im Wiederaufbau, übernahm sie die Rolle von Catherine Dior — der jüngeren Schwester des Modedesigners Christian Dior. Dann kam 500 Miles, ein Roadmovie von Regisseur Morgan Matthews, in dem sie eine freigeistige Straßenmusikerin spielt, an der Seite von Bill Nighy und Roman Griffin Davis. Der Film feierte im Februar 2026 seine Premiere beim Internationalen Filmfestival Dublin.

Maisie Williams in Pistol (2022)
Maisie Williams in Pistol

Der bedeutendste Schritt dieser Phase kommt im September 2026: Practical Magic 2, die Fortsetzung des Films von 1998, in der Williams Antonia Owens neben Sandra Bullock, Nicole Kidman und Joey King spielt. Es ist ihre gewichtigste Studiorolle seit dem Ende von Game of Thrones — und die erste, die mit eigener Mythologie daherkommt, statt auf ihre eigene zurückzugreifen.

HBO soll sich in einer frühen Entwicklungsphase für eine Nachfolgeserie rund um Arya Stark befinden. Ob Williams zu der Rolle zurückkehren wird — und ob sie es sollte — ist eine Frage, die sie öffentlich noch nicht beantwortet hat. Was die vergangenen sieben Jahre gezeigt haben, ist, dass die Frage weniger dringlich geworden ist. Practical Magic 2 kommt im September. Danach wird die Geschichte dessen, was Maisie Williams als nächstes tut, eine sein, die sie selbst schreiben kann.

Schlagwörter: , , , ,

Diskussion

Es gibt 0 Kommentare.