Technologie

Assassin’s Creed Black Flag Resynced holt 84 auf Metacritic mit neuen Missionen

Adrian Kessler

Edward Kenways Karibik ist zurück – von Grund auf neu aufgebaut und auf Hardware lauffähig, von der das Original von 2013 nur träumen konnte. Assassin’s Creed Black Flag Resynced, entwickelt von Ubisoft Singapore und veröffentlicht von Ubisoft Entertainment, setzt das beliebte Piratenabenteuer des Studios mit der neuesten Version der Anvil-Engine komplett neu um – derselben Technologie, die auch den jüngsten Assassin’s-Creed-Titeln zugrunde liegt. Das Ergebnis versetzt Spieler zurück ins Goldene Zeitalter der Piraterie – mit deutlich verbesserter Grafik, neu gestalteten Mechaniken und neuen, exklusiv für diese Veröffentlichung entwickelten Story-Inhalten. Sechs Wochen nach dem Start am 9. Juli hat sich die Kritik auf einen Metacritic-Wert von 84 auf PS5 und PC eingependelt. Damit gehört der Titel zu den zehn bestbewerteten Veröffentlichungen des Jahres 2026 und bestätigt ein Projekt, das bei seiner Ankündigung ein beträchtliches Risiko barg.

Die Änderungen gehen weit über eine grafische Auffrischung hinaus. Das Kampfsystem wurde rund um Paraden neu aufgebaut und ersetzt den stark auf Konter ausgerichteten Rhythmus des Originals durch ein System, das deutlich aktiveres Handeln verlangt. Auch das Schleichen wurde überarbeitet: Lauschmissionen, lange einer der frustrierendsten Abschnitte des Originals, enden nicht mehr sofort mit einer Desynchronisierung, wenn Spieler entdeckt werden – eine Änderung, die Neueinsteigern spürbar Reibung erspart, ohne Veteranen die Herausforderung zu nehmen. Das Parkour-System wurde umfassend überarbeitet, um es an die aktuellen Assassin’s-Creed-Konventionen anzupassen.

Die gehaltvollsten neuen Inhalte kommen in Form von drei Offiziersfiguren der Jackdaw, die jeweils vollständig vertont sind und über eine eigene Herkunftsmission verfügen. Im Originalspiel existierte die Besatzung der Jackdaw fast ausschließlich als Atmosphäre – Namen auf einer Liste, Gesichter am Steuer. In Resynced erhalten drei von ihnen Hintergrundgeschichten und persönliche Quests, die die Welt des Schiffs auf eine Weise erweitern, welche die Handlung von 2013 nie zu erkunden versuchte. Diese Missionen fügen einem Spiel, dessen erster Durchlauf bereits mehr als vierzig Stunden dauert, etwa zwei bis drei Stunden neue Inhalte hinzu. Kritiker heben sie durchweg als die wirklich gelungenste Ergänzung des Remakes hervor – nicht, weil sie die Geschichte verändern, sondern weil sie einer Welt Gewicht verleihen, die stets mehr Tiefe verdient hatte. IGN vergab 9/10 und bezeichnete das Paket als „mehr als nur eine glänzendere Version desselben Spiels, an das du dich erinnerst“.

Die visuelle Überarbeitung ist die unmittelbar auffälligste Verbesserung. Ein neues dynamisches Wettersystem lässt karibische Stürme in Echtzeit entstehen und über den Ozean ziehen, während überarbeitete Beleuchtung und hochauflösende Texturen die Segel der Jackdaw auf aktueller Hardware wahrhaft filmreif wirken lassen. PlayStation Universe vergab 9.5/10 und nannte es „ein fantastisches Remake, das sinnvolle Änderungen und Verbesserungen der Benutzerfreundlichkeit hinzufügt“. Die 8.3/10 von Game Informer fielen zurückhaltender aus, erkannten den visuellen Sprung jedoch als einen der dramatischsten an, den ein Assassin’s-Creed-Titel je erreicht hat.

Nicht jede Einschätzung fiel begeistert aus. PC Gamer beschrieb das Spiel als „ein gut gemachtes, aber entbehrliches Remake, das mehr verliert, als es gewinnt“, und verwies insbesondere darauf, dass sich das überarbeitete Parkour-System so deutlich vom Original von 2013 unterscheide, dass langjährige Spieler davon irritiert sein könnten. Mehrspielermodi – ein echtes Merkmal des Originals – fehlen vollständig; eine bewusste Streichung, die einen lautstarken Teil der Fangemeinde enttäuscht hat. Die drei neuen Offiziersmissionen sind zwar durchweg gelobt worden, stellen aber eher eine überschaubare Ergänzung als eine grundlegende Neuinterpretation dar; Spieler, die auf ein fundamentales Umdenken beim Design von 2013 hoffen, werden mehr Verfeinerung als Neuerfindung vorfinden.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced ist für PS5, Xbox Series X/S und PC über Steam, den Ubisoft Store und den Epic Games Store erhältlich. Die PC-Version ist für Steam Deck verifiziert. Eine Version für die vorherige Konsolengeneration gibt es nicht – PS4 und Xbox One werden nicht unterstützt. Der Support nach der Veröffentlichung läuft: Update 1.0.6, das am 4. August erschien, führte erweiterte Autosave-Slots und Fehlerbehebungen ein. Mehrere kosmetische Charakterpakete – die Sets Sea Serpent, Hellfire und Dragon Storm – sind auf allen Plattformen separat für jeweils 9,99 US-Dollar erhältlich.

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