Technologie

Shelly 3.0 wechselt von C# zu Zig — Arch Linuxs Paketmanager startet ohne .NET

Adrian Kessler

Shelly, der am weitesten verbreitete grafische Paketmanager unter Arch Linux, startet beim Öffnen keine verwaltete Laufzeitumgebung mehr. Version 3.0 baut die gesamte Anwendung in Zig neu auf – einer Systemprogrammiersprache, die direkt zu nativem Maschinencode kompiliert – und ersetzt damit die C#-Codebasis, die das Werkzeug seit seiner ersten Veröffentlichung antrieb.

Der praktische Unterschied zeigt sich beim Start. Wo Shelly zuvor die .NET-Laufzeitumgebung laden musste, bevor es etwas tun konnte, läuft das 3.0-Binary direkt. Der Speicherverbrauch sinkt damit ebenfalls: Native Binaries haben keinen Garbage Collector oder keine virtuelle Maschine, sodass die Anwendung ab dem Erscheinen des Fensters weniger RAM benötigt.

Die Neufassung bringt zudem eine Reihe lang geforderter Funktionen mit sich. Die überarbeitete Desktop-Oberfläche bietet jetzt Raster- und Listenansichten zum Durchsuchen von Paketen sowie AUR-PKGBUILD-Vorschauen, mit denen Benutzer Bau-Skripte einsehen können, bevor sie sich für eine Installation entscheiden. Die Kommandozeilenversion durchsucht nun offizielle Repositories, das AUR, AppImages und Flatpaks in einem einzigen Durchlauf – eine Abfrage liefert also alles, was für eine bestimmte Anwendung verfügbar ist, unabhängig davon, wie sie verpackt wurde.

Zig ist nicht die einzige speichersichere Sprache, die in dieser Version an Boden gewinnt. CachyOS hat außerdem den Daemon, der die Hardwarekonfiguration auf Kernel-Ebene verwaltet, von C++ auf Rust umgestellt und den Update-Benachrichtiger in der Taskleiste auf eine Rust-Basis gehoben. Die beiden Sprachen erfüllen unterschiedliche Rollen: Zig übernimmt die anwendungsnahe Schicht, Rust die Hintergrunddienste, bei denen Stabilität an der Kernel-Grenze Priorität hat.

Eine Einschränkung ist erwähnenswert: CachyOS ist ein leistungsoptimierter Arch-Linux-Abkömmling mit einer engagierten, aber relativ kleinen Nutzerbasis. Shelly 3.0 befindet sich nicht in den Standard-Arch-Linux-Repositories und betrifft keine Benutzer von Debian, Fedora, Ubuntu oder anderen gängigen Distributionen. Die Bedeutung außerhalb der Arch-Community ist eher ein Signal als eine unmittelbare praktische Änderung – Shelly reiht sich in eine kurze Liste von Produktionsanwendungen ein, darunter Bun und TigerBeetle, die Zig nun an echte Benutzer ausliefern.

Zig gewinnt als praktische Alternative zu C und C++ für systemnahe Arbeiten an Boden. Im Gegensatz zu Rust erfordert es kein komplexes Ownership-Typsystem, was die Portierung bestehender C-Codebasen vereinfacht – auf Kosten von weniger compilererzwungenen Sicherheitsgarantien. Für das Shelly-Team wäre das Ersetzen der gesamten ursprünglichen C#-Codebasis in Rust angesichts der Größe des Projekts weitaus schwieriger gewesen.

Das ISO vom August 2026 ist im CachyOS-Downloadspiegel verfügbar. Bestehende Nutzer können sofort mit einem standardmäßigen pacman-Systemupdate aktualisieren. Ein Hotfix – Shelly 3.0.1 – wurde zwei Tage nach der Hauptveröffentlichung ausgeliefert, um früh gemeldete Randfälle zu beheben – ein Tempo, das auf eine aktive Wartung der neuen Codebasis hindeutet.

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