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Fitbit Air startet in Indien für 13.999 Rupien – der KI-Coach kostet extra

Adrian Kessler
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Google bringt seinen displaylosen Fitbit Air nach Indien. Die ersten Berichte kommen dabei zu einem klaren Urteil: Für den Markt, in dem der Tracker antritt, ist er zu teuer. Das ist durchaus nachvollziehbar, beantwortet aber nicht die entscheidende Frage für alle, die sich das Angebot ansehen und über einen Kauf nachdenken. Wichtiger ist, wofür der ausgezeichnete Preis tatsächlich steht – und welcher Teil des Produkts Geld kostet, sobald die kostenlose Testphase abgelaufen ist.

Der Air ist im Grunde ein Doppelprodukt. Zum einen gibt es die Hardware: einen kleinen Sensor in Form eines Kiesels an einem Armband, ganz ohne Display. Alle erfassten Werte lassen sich deshalb nur auf dem Smartphone ablesen. Zum anderen gibt es die Interpretation der Daten: das von Gemini unterstützte Coaching, das Google ins Zentrum seiner Vermarktung gestellt hat und nur im Rahmen eines Abos anbietet. In einem preissensiblen Markt ist diese Trennung wichtiger als der Preis auf dem Etikett.

Was man für den Preis des Fitbit Air in Indien bekommt

Der Fitbit Air kostet in Indien 13.999 Rupien. TechCrunch beziffert das auf umgerechnet rund 146 US-Dollar – gegenüber 99 US-Dollar für denselben Tracker in den Vereinigten Staaten. Der Verkauf startet am 2. Oktober im Google Store sowie bei Flipkart, Croma, Reliance Digital und Vijay Sales. Fonearena zufolge gibt es bei vollständiger Zahlung sofort 1.000 Rupien Cashback. Dasselbe Cashback gilt bei einer zinsfreien Ratenzahlung über sechs Monate mit Karten der HDFC Bank und der ICICI Bank; über Verbraucherkredite sind zinsfreie Ratenzahlungen von bis zu zwölf Monaten möglich. Wer mit Karte bezahlt, kommt damit effektiv auf 12.999 Rupien.

Laut Googles Ankündigung für Indien umfasst der Kauf eine durchgehende Herzfrequenzmessung, den Ruhepuls, die Herzfrequenzvariabilität, die Sauerstoffsättigung im Blut (SpO2), Schlafphasen und Schlafdauer, Warnmeldungen zu unregelmäßigem Herzrhythmus bei Vorhofflimmern (AFib) sowie die automatische Aktivitätserkennung. Die Akkulaufzeit beträgt bis zu einer Woche; fünf Minuten am Ladegerät reichen für einen ganzen Tag. Business Today gibt das Gewicht mit 12 Gramm an. Zur Auswahl stehen die Farben Obsidian, Berry, Lavender und Fog. Das Performance Loop Band ist im Lieferumfang enthalten, das Elevated Modern Band wird separat verkauft. Voraussetzung sind Android 11 oder iOS 16.4 beziehungsweise eine neuere Version, ein Google-Konto und die Google Health App.

Diese Sensorfunktionen bleiben auch ohne weitere Zahlungen verfügbar. Android Authority zählt in einem Bericht über die Umbenennung der App Anfang des Jahres Aktivitäts-, Schlaf- und Herzfrequenzmessung, die Einbindung medizinischer Unterlagen und das Protokollieren von Wellness-Daten zu den kostenlosen Funktionen von Google Health.

Was im Preis nicht enthalten ist

Im Lieferumfang ist eine dreimonatige Testphase für Google Health Premium enthalten. Android Authority zufolge umfasst dieses Abo das von Gemini unterstützte Coaching, adaptive Fitnesspläne, detailliertere Schlafanalysen, proaktive Wellness-Empfehlungen sowie die Möglichkeit, Daten per Text, Foto oder Sprache zu protokollieren. In den Vereinigten Staaten kostet der Dienst monatlich 9,99 US-Dollar oder jährlich 99,99 US-Dollar – 20 US-Dollar mehr pro Jahr als das frühere Fitbit Premium. Anders gesagt: Ein Jahr Coaching kostet etwa so viel wie der Tracker selbst.

Keines der für diesen Artikel ausgewerteten Materialien zum Indien-Start nennt einen Preis in Rupien für Premium nach Ablauf der Testphase. Eine Ausnahme gibt es bei den Kosten: Wie das Free Press Journal anmerkt, erhalten Abonnenten von Google AI Pro und Ultra Premium ohne Aufpreis. Alle anderen bekommen den Coach für drei Monate zur Probe; wie viel die Verlängerung kostet, bleibt abzuwarten.

Warum der Preis in Indien stärker ins Gewicht fällt

Die Skepsis von TechCrunch stützt sich nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Marktdaten. Unter Berufung auf Counterpoint Research berichtet das Magazin, dass Indien rund fünf Prozent des weltweiten Marktes für displaylose Wearables ausmacht – eine Nische, die wächst, während die Auslieferungen von Armbändern laut IDC zurückgehen. Dort tritt der Air gegen Whoop, Oura, Garmins Cirqa-Armband und Luffu Link an, ein Produkt der Fitbit-Gründer. Außerdem konkurriert er mit indischen Marken wie Noise und Urban, die westliche Anbieter laut TechCrunch preislich unterbieten. Business Today sieht im Air einen direkten Konkurrenten zu Whoop. Das ist der treffendere Vergleich: Zu diesem Preis zielt Google nicht auf Käufer günstiger Fitnessarmbänder.

Für Käufer in Indien ist also nicht der Preis auf der Flipkart-Produktseite entscheidend. Die wichtige Zahl kommt etwa drei Monate nach dem Auspacken – wenn die Testphase endet und der Coach, mit dem Google den Tracker bewirbt, bezahlt werden will.

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