Technologie

Waymo entfernt den Sicherheitsfahrer aus vier US-Städten — aus wirtschaftlichen Gründen

Adrian Kessler

Waymo hat in Las Vegas den vollständig fahrerlosen Betrieb aufgenommen – kein Backup-Fahrer, kein Mensch, der eingreifen kann – und angekündigt, dass San Diego, Tampa und Denver denselben Übergang vollziehen werden. Die Fahrten sind kommerziell über die Waymo-App für jeden verfügbar, der sie herunterlädt und sich auf die städtische Warteliste setzen lässt – kein Pilotprojekt nur für Mitarbeiter. Das Unternehmen hat insgesamt 20 Millionen Fahrten absolviert. Diese Zahl ist nicht zufällig: Sie repräsentiert das Datenvolumen, das es gegenüber Regulierungsbehörden und Versicherern rechtfertigt, die menschliche Aufsicht zu entfernen.

In Waymos bestehenden Märkten sind die meisten Fahrten seit einiger Zeit vollautonom. Was sich mit dieser Ankündigung ändert, ist der letzte menschliche Faktor: der Sicherheitsfahrer auf dem Beifahrersitz, der die Bremse betätigen oder das Lenkrad übernehmen kann. Diese Person ist teuer. Bei etwa 500.000 bezahlten Fahrten pro Woche in der gesamten US-Flotte von Waymo summiert sich die Arbeitskosten pro Fahrt für einen Sicherheitsfahrer zu einer Zahl, die ein Robotaxi-Dienst im großen Maßstab nicht stemmen kann. Sie zu entfernen ist nicht in erster Linie ein Vertrauensvotum in die Technologie – es ist eine Voraussetzung dafür, dass die Wirtschaftlichkeit funktioniert.

Die vier neuen Städte erweitern Waymos operativen Fußabdruck auf mehr als 14 Märkte in den USA. Phoenix und San Francisco sind seit Jahren die Testgelände des Unternehmens. Los Angeles, Miami, Austin, Atlanta und andere folgten. Las Vegas, San Diego, Tampa und Denver stellen einen Phasenwechsel dar – vom Hinzufügen einer Stadt nach der anderen zur gleichzeitigen Ankündigung von vier Städten. Dieser Batch-Ansatz signalisiert Vertrauen in den Einsatzplan in verschiedenen städtischen Umgebungen.

Die Frage, die der vollständig fahrerlose Betrieb offen lässt, ist die Handhabung von Randfällen. Wenn ein Waymo-Fahrzeug auf eine Situation außerhalb seiner Trainingsverteilung stößt, können Remote-Operatoren beraten, aber keine physische Kontrolle übernehmen – der Sicherheitsfahrer war immer die physische Absicherung. Ob das Remote-Überwachungsmodell in vier neuen Umgebungen gleichzeitig funktioniert, einschließlich der Wetterbedingungen in Tampa und der Höhenlagen in Denver, beantwortet die kumulierte Fahrtenzahl nicht direkt.

Waymo ist eine Alphabet-Sparte, die mehr als ein Jahrzehnt und erhebliches Kapital investiert hat, um diesen Punkt zu erreichen. Co-CEO Tekedra Mawakana bezeichnete 1 Million wöchentliche Fahrten als Wendepunkt für das Geschäft; die Flotte läuft derzeit mit etwa der Hälfte dieses Tempos bei etwa 3.500 Fahrzeugen. Die Ankündigung der vier Städte ist das bislang klarste kommerzielle Signal, dass Alphabet Waymo von einem Testgelände in eine Einheit umwandelt, deren Kostenstruktur ohne die menschliche Arbeit funktionieren muss, die seine Testphase geprägt hat.

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