Wirtschaft und Finanzen

Der Mann hinter dem F1-Comeback bringt sein Franchise-Modell zum Pferderennen

Victor Maslow

Der Pferdesport hatte einmal eine andere Zukunft vor sich. Die größten Events der Branche ziehen heute nur noch einen Bruchteil des Publikums an, das sie in ihrer Blütezeit hatten, die Wettpools sind zersplittert, und der durchschnittliche Rennbahnfan altert schneller als das durchschnittliche Pferd.

Greg Maffei weiß, wie eine todgeweihte Sportart von außen aussieht – und was aus ihr werden kann. Als Chef von Liberty Media erlebte er sieben Jahre lang mit, wie sich die Formel 1 von einem Hobby Reicher in ein Phänomen des Streaming-Zeitalters verwandelte, nicht zuletzt dank einer Doku-Serie, die den Rennsport Menschen nahebrachte, denen Rundenzeiten nie etwas bedeutet hatten. Als er Liberty verließ, hatte sich der Wert des Sports ungefähr verdreifacht.

Jetzt überträgt Maffei dieses Modell auf den Rasen. Sein neues Unternehmen Horsepower ist nach denselben Mechanismen aufgebaut, die die Formel 1 auch für Nicht-Fans verständlich machten: Teambesitz, konstante Franchise-Identitäten, persönlichkeitsgetriebenes Storytelling und ein medienorientierter Kalender, der um die Aufmerksamkeit der Zuschauer konkurriert – nicht mit anderen Pferderennen, sondern mit der NFL.

Die Argumente dafür sind stichhaltig. Der Pferdesport besitzt ein Gut, das keine andere Sportart herstellen kann: echte tierische Athletik unter Bedingungen, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert haben. Was dem Sport nicht gelungen ist, ist einem Streaming-Publikum vor dem zweiminütigen Rennen jemanden zu geben, für den es sich zu interessieren lohnt – ein strukturelles, kein intrinsisches Problem.

Was Maffei zu Horsepower mitbringt, ist keine Liebe zu Pferden. Es ist eine Infrastruktur für Verbundenheit: Das Teamformat schafft Loyalitäten, die Einzelwetten nie erreichen; das Franchise-Modell macht aus Besitzern investierbare Charaktere; die Medienrechte-Struktur aus einem F1-artigen Deal kann eine regionale Tradition in ein globales Broadcast-Event verwandeln.

Die strukturelle Frage ist, ob der regionale Charakter des Pferdesports die F1-Behandlung überlebt. Die Formel 1 hatte Rennstrecken in 20 Ländern, bevor sie zu einer globalen Marke wurde. Der Pferdesport hat Churchill Downs, Ascot und den Dubai World Cup – verstreute Wahrzeichen ohne eine gemeinsame Saison oder eine kohärente erzählerische Klammer. Horsepower müsste diese Erzählung von Grund auf aufbauen.

Er sucht 30 Millionen Dollar Startkapital für den Aufbau der Liga, berichtete die Financial Times am Mittwoch.

Die letzte Sportart, die diese Art von Neuerfindungslücke überbrückte, war die Formel 1 selbst. Die Wette ist, dass die Lücke nur einmal überbrückt werden muss.

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