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Unsere kleine Farm bei Netflix: Die Ingalls-Hütte steht auf Land der Osage

Camille Lefèvre

Eine Familie lädt ihren gesamten Besitz auf einen Planwagen, verlässt die Wälder Wisconsins und lenkt die Pferde ins offene Gras. Wer mit dieser Geschichte aufgewachsen ist, sieht das Bild vor dem ersten Satz. Die neue Fassung von Unsere kleine Farm setzt auf dieses Wiedererkennen und fragt dann, wem dieses Gras längst gehörte.

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Rebecca Sonnenshines Neuerzählung behält das Gerüst, das Laura Ingalls Wilder ihr gab. Die Ingalls ziehen 1869 los, errichten eine Blockhütte und stellen sich dem Wetter, der Krankheit und der langsamen Rechnung des Überlebens. Das Überlebensdrama bleibt, ebenso die Nähe einer Familie, die sich gegen eine gleichgültige Jahreszeit drängt. Verändert hat sich das Verhältnis der Kamera zum Boden unter dem Haus.

Wilders dritter Roman spielt im verkleinerten Reservat der Osage, auf Land, das die Vereinigten Staaten diesem Volk versprochen und noch nicht wieder genommen hatten. Historisch belegt, und an den unbehaglichen Rändern des Buches selbst, waren die Ingalls illegale Siedler. Die Serie erledigt das nicht mit einem einzigen korrigierenden Satz: Sie baut die ganze Staffel darum herum.

Die Absicht liest sich weniger am Drehbuch ab als an der Regieliste, der eigentlichen Handschrift der Staffel. Sonnenshine leitet den Autorenraum, doch die Folgen liegen in bestimmten Händen: Sarah Adina Smith, Julie Anne Robinson, Kat Candler und, vor allem, Erica Tremblay und Sydney Freeland. Tremblay, aus der Nation der Seneca-Cayuga, drehte Fancy Dance; Freeland, Navajo, schuf Rez Ball. Sie in ein traditionsreiches Format dieser Größe zu holen, verändert, wie die Grenze aussehen darf.

Der Unterschied ist grammatisch, bevor er thematisch wird. Michael Landons geliebte Serie rahmte den Horizont als Verheißung: eine gütige Leere, die die Ingalls mutig genug waren zu füllen. Die Neufassung behält diese Weiten, lässt darin aber schon eine zweite Präsenz wohnen. White Sun, Good Eagle und Mitchell sind keine Besucher, die die Geschichte der Ingalls prüfen; hier ist die Hütte der Eindringling. Die Totale, das ideologischste Werkzeug des Westerns, erzählt nicht länger die alte Lüge der Leere.

Die Besetzung trägt diese Spannung, ohne zu belehren. Alice Halsey spielt Laura als Kind, das mehr sieht, als die Erwachsenen möchten; Luke Braceys Charles ist ein Vater, dessen Wärme echt und dessen Anspruch auf das Land nicht sauber ist. Crosby Fitzgerald hält Caroline zusammen, während das Haus dort steht, wo es nicht stehen sollte. Und Jocko Sims holt Doktor George Tann zurück, den schwarzen Grenzarzt, der nach Wilders eigenem Zeugnis die Familie behandelte: Er existierte, die Bücher hielten ihn fest, die Verfilmung der 1970er ließ ihn verblassen.

"A young girl draws back on a slingshot and takes aim. "
Little House on the Prairie. Alice Halsey as Laura Ingalls in episode 101 of Little House on the Prairie. Cr. Eric Zachanowich/Netflix © 2026

Nichts davon würde tragen, behandelte die Serie die Revision als Buße — ihre klügste Entscheidung ist, das zu lassen. Die Textur der Arbeit, die Wärme von Menschen, die nur einander haben, die kleinen Siege gegen die Kälte: genau das filmen die Regisseurinnen. Das Argument lautet nicht, der alte Trost sei eine Lüge gewesen, sondern dass Trost und Enteignung dieselben Morgen Land in Kansas zur selben Zeit einnahmen, und dass ein Publikum von 2026, drei Jahre nach Killers of the Flower Moon, beides halten kann, ohne dass eines das andere auslöscht.

Was die Staffel nicht lösen kann, ist, ob die Wärme die Ehrlichkeit überlebt: ob eine Geschichte, die für ihre Unschuld geliebt wird, ihren Halt behält, sobald sie zugibt, worauf diese Unschuld gebaut war. Das ist die Frage, die Sonnenshine offen lässt. Die acht Folgen der ersten Staffel erscheinen gemeinsam am 9. Juli 2026 bei Netflix, eine zweite Staffel war bestellt, bevor jemand die erste gesehen hatte.

Besetzung

  • Wren Zhawenim Gotts

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