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Salcedo, cuero y boogaloo: Netflix macht aus einer Nebenfigur von La primera vez eine Salsa-Miniserie

Jun Satō

Das Leder knarzt, bevor jemand spricht. Aus dem Nebenraum kommt eine Basslinie hereinspaziert, und ein Mann, der tagsüber vorsichtig ist, überlässt der Nacht die Entscheidung. Salcedo, cuero y boogaloo beginnt mit einem Körper, der das Sichbewegen neu lernt, in einer Bar, deren Musik älter ist als alle, die zu ihr tanzen.

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Martín Salcedo war ein Gesicht in der Menge von La primera vez, dem Coming-of-Age-Universum, das Dago García für Netflix in Kolumbien schuf. Hier tritt er heraus. Die Serie folgt ihm in eine nächtliche Welt aus Salsa und Boogaloo, aus Begehren, Geheimnissen und ein wenig Gefahr, dorthin, wo eine Verónica Pinilla und ein Club namens Quiebra Canto das Leben eines vorsichtigen Mannes neu ordnen. Die Tanzfläche ist keine Kulisse, sondern der Raum, in dem sich Charakter entscheidet.

Das Format ist der Einsatz. Zwölf Folgen von je rund zehn bis zwölf Minuten, Teil von Netflix‘ Experimenten mit der Mikroserie, doch horizontal für den Fernsehrahmen gedreht und nicht für das vertikale Scrollen am Telefon. Jede Folge gleicht eher einem Song als einem Kapitel, der Schnitt läuft wie eine Setlist. Regisseurin Laura Tatiana Bohórquez baut die Serie aus Texturen: Leder, Schweiß, das Korn des schwachen Lichts, der trockene Schlag eines Boogaloo-Breaks, und lässt Bild und Ton sagen, was das Drehbuch verschweigt.

Unter der Fiktion liegt ein realer Ort. García arbeitete jahrelang als DJ im Quiebra Canto, und diese Erinnerung trägt die Geschichte: Salsa brava und Boogaloo als kolumbianisches Erbe, nicht als Würze. Was die Nacht Salcedo gibt, lässt sie ihn nicht behalten; der Mann des Tages und jener, den die Musik freisetzt, lösen einander ab, ohne sich zu versöhnen. Salcedo, cuero y boogaloo startet am 8. Juli bei Netflix. Sergio Palau kehrt in der Rolle zurück, neben Paola González, Ramiro Meneses, Carlos Mariño und Laura Taylor; Produzentin ist María Isabel Páramo. Zwölf Folgen, für ein erwachsenes Publikum.

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