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Nightwatch: Demons Are Forever – Ole Bornedal wettet, dass Angst vererbbar ist

Movies MCM

Dreißig Jahre nach dem dänischen Original kehrt Ole Bornedal in dieselbe Rechtsmedizin zurück, diesmal mit seiner eigenen Tochter in der Schicht der verlorenen Generation. Die Shudder-Fortsetzung ist weniger eine Weiterführung als eine Messung, wie lange Schaden wartet.

Die Prämisse passt auf eine Karteikarte. Emma, eine 22-jährige Medizinstudentin gespielt von Fanny Bornedal, übernimmt den Nachtwachjob in derselben forensischen Psychiatrie, in der ihre Eltern drei Jahrzehnte zuvor beinahe ums Leben gekommen wären. Ihr Vater Martin, erneut von Nikolaj Coster-Waldau verkörpert, hat diese Jahrzehnte mit Beruhigungsmitteln und Schweigen zugebracht. Ihre Mutter ist nicht mehr da, um sie zu warnen.

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Nightwatch: Demons Are Forever, geschrieben und inszeniert von Ole Bornedal, knüpft an seinen Kulthorror Nattevagten (1994) an, ohne den kühlen Minimalismus des Originals zu imitieren. Bornedal macht aus dem Projekt eine echte Familienangelegenheit: Seine Tochter Fanny Bornedal trägt die neue Geschichte als Erbin der überlebenden Generation des ersten Films. Ein Großteil der dänischen Originalbesetzung, darunter Ulf Pilgaard und Paprika Steen, kehrt in Nebenrollen zurück.

Der Aufbau gibt Bornedal etwas, das ein in sich geschlossener Horrorfilm nicht haben kann: generationelles Gewicht. Der erste Nightwatch handelte von einem jungen Mann, der in das Böse eines anderen stolperte. Demons Are Forever handelt von einer jungen Frau, die schon weiß, dass das Böse im Gebäude ist, bevor sie zur Schicht erscheint. Die Angst wird vererbt, die Geografie wird vererbt, die familiäre Schuld gegenüber dem, was unten weggeschlossen wurde, wird vererbt.

Der Film bewahrt Bornedals Vorliebe für niedrige Korridore und Räume, die eine Glühbirne von völliger Dunkelheit entfernt scheinen, lässt aber mehr emotionales Gewicht herein als die erste Version. Coster-Waldau spielt Martin als einen Mann, der sich auf fast nichts heruntergedrosselt hat, was Fanny Bornedal den gesamten verfügbaren Sauerstoff im Raum lässt. Ihre gemeinsamen Szenen tragen eine stille Ernsthaftigkeit, mit der die Slasher-Mechanik drumherum nicht immer konkurrieren muss.

In den Vereinigten Staaten startet der Film am 17. Mai auf Shudder und AMC+. Er läuft auf Dänisch mit englischen Untertiteln, eine angemessene Tonlage für einen Film, der so entschlossen das kalte nordeuropäische Klima und seine spezifische Form institutioneller Beklemmung bewahrt.

Fortsetzungen, die 30 Jahre später kommen, wirken meistens wie ein Fremder, der einen Platz am Familientisch reklamiert. Demons Are Forever bleibt absichtlich unter demselben Dach, und diese Entscheidung gibt dem Film eine seltsame Qualität des zweiten Blicks. Ob die Tür je hätte wieder geöffnet werden sollen, ist eine Frage, die der Film nicht beantworten will, sondern nur erneut durchqueren.

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