Filmkritiken

Copshop: Joe Carnahans Wüstenthriller und die Entdeckung, die das Plakat verschweigt

Molly Se-kyung

Das Polizeirevier in Copshop ist völlig unspektakulär: ein Kleinstadtrevier im Wüstensand von Nevada, ein paar Zellen, ein kurzer Korridor dazwischen. Genau das macht den Film. Ein Betrüger lässt sich verhaften, um seinem Auftragskiller zu entkommen. Der Killer lässt sich ebenfalls verhaften, um nahe dran zu bleiben. Zwischen beiden steht in ihrer ersten Nachtschicht Polizistin Valerie Young.

YouTube Video

Frank Grillo gibt Teddy Murretto als geschmeidigen Trickbetrüger, dessen Lösung für alles eine neue Lüge ist — und der dabei selten unrecht hat. Gerard Butler spielt Bob Viddick mit professioneller Gleichgültigkeit: kein Bösewicht, nur jemand, der seinen Job macht und es langsam leid ist. Ihr gegenseitiges Austarieren in der Gefängniszelle ist das Herz des Films.

Alexis Louder ist die Entdeckung, die das Plakat verschweigt. Valerie Young muss sich ihre Entschlossenheit nicht erarbeiten — sie hat sie bereits mitgebracht. Louder spielt sie ohne die übliche Heldinnenentwicklung: keine Zweifelsszene, keine Wendung, in der das Publikum erkennt, dass sie es in sich hat. Das weiß man von Anfang an. Was die Nacht von ihr verlangt, ist schlicht, unter extremem Druck sie selbst zu bleiben.

Toby Huss tritt im dritten Akt als Aufräumer auf, und das Tempo des Films verschiebt sich in etwas Dunkleres. Carnahan hält die räumliche Logik des Schauplatzes mit einer Klarheit durch, die im Actionkino selten ist: jederzeit weiß man, wo wer steht, was er hat und was passiert, wenn er es einsetzt.

Copshop ist ein Genre-Film, der seine Versprechen einhält und einen unangekündigten Bonus bereithält. Grillo und Butler liefern das, wofür man ins Kino geht. Louder liefert das, womit man nicht gerechnet hat.

Regie

Joe Carnahan
Photo via The Movie Database (TMDB)

Joe Carnahan

Fotos: The Movie Database (TMDB)

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

Schlagwörter: , , , , ,

Diskussion

Es gibt 0 Kommentare.