Kino

Cuba Gooding Jr. trägt ‚Lotus‘ — der Trumpf, mit dem ACT3 und Blackops ihr Fünf-Filme-Programm starten

Martha Lucas

Der schnellste Weg für ein regionales Studio, einen noch nicht gedrehten Film zu verkaufen, ist ein Gesicht, das die Käufer bereits kennen. Das ist das Kalkül hinter ‚Lotus‘, dem internationalen Actionthriller, der die Hongkonger ACT3 mit der philippinischen Blackops Studios Asia zusammenbringt — ein Bündnis, das darauf setzt, dass eine von Oscarpreisträger Cuba Gooding Jr. angeführte Besetzung eine Eigenproduktion in Märkte tragen kann, die asiatisches Genrekino selten ungesehen kaufen.

Wie Variety zuerst berichtete, haben die beiden Firmen Gooding neben dem Australier Luke Ford, dem irischen Sänger und Schauspieler Keith Duffy und der Multimediakünstlerin Qymira verpflichtet und präsentieren ‚Lotus‘ als den Auftakt einer Partnerschaft statt als Einzelfall. Der Film ist der erste Titel einer mehrjährigen Vereinbarung zwischen den Häusern, gebaut weniger um eine einzelne Geschichte als um das Versprechen, dass das Duo weiter liefern kann.

Die Besetzung liest sich als bewusste Streuung von Bekanntheit. Gooding, der den Nebenrollen-Oscar für Jerry Maguire gewann und seither zwischen Studiofilmen und unabhängigem Genrekino pendelt, liefert den Zugnamen; Ford bringt Franchise-Kredit aus Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers; Duffy bringt ein Stammpublikum aus Boyzone und eine lange zweite Karriere im Fernsehen mit. Keiner eröffnet allein einen Film weltweit, doch gemeinsam bilden sie das Paket, das Verkaufsagenten Territorium für Territorium abverkaufen können.

Das ist das eigentliche Produkt im Angebot: nicht nur ein Film, sondern ein Modell. Panasiatische Produzenten behandeln den Festivalmarkt-Zirkus zunehmend als den Ort, an dem man Programme statt fertiger Filme lanciert, und verkaufen auf Besetzung und Konzept vor, während die Kameras stillstehen. Für ACT3 und Blackops ist eine bekannte Hauptrolle das Instrument, das eine Entwicklungsankündigung in Zusagen ausländischer Territorien verwandelt.

Die Firmen stellten ‚Lotus‘ in diesem Jahr internationalen Käufern und Vertriebspartnern auf dem Markt von Cannes vor und positionierten ihn als den ersten eines mehrjährigen Fünf-Filme-Programms. Ein Starttermin, ein Finanzierungsabschluss oder Territoriumsverträge wurden nicht angekündigt, und die Logistik des Projekts wird sich erst klären, wenn dieses Programm Gestalt annimmt.

Vorerst ist ‚Lotus‘ weniger ein Film als ein Handschlag — ein vertrauter Name und das Versprechen von fünf Titeln, einem Markt entgegengehalten, der entscheidet, welche Ankündigungen je auf eine Leinwand gelangen.

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