Filmkritiken

Asakusa Kid sieht dem jungen Takeshi Kitano beim Lernen der Komik zu, während die Bühne erlischt, die ihn schuf

Jun Satō

Asakusa Kid erzählt, wie aus einem maulfaulen Schulabbrecher Beat Takeshi wurde — erzählt aus den Kulissen eines Theaters, das schon im Verlöschen war. Gekidan Hitori, selbst Komiker, inszeniert seinen ersten Spielfilm nach den Memoiren von Takeshi Kitano, und was er da macht, ist weniger Biopic als Liebesbrief an einen Lehrer, den die Welt fast vergessen hat.

Im Zentrum steht eine Beziehung. Yuya Yagira spielt den jungen Take, einen mürrischen Jungen, der die Treppe des Varietétheaters France-za hinaufsteigt, um Arbeit zu suchen, und einen Meister findet. Yo Oizumi ist dieser Meister, Senzaburo Fukami, ein glänzender, geckenhafter Komiker, dessen Stern genau dann verblasst, als der seines Schülers aufzugehen beginnt. Alles Zärtliche des Films lebt im Raum zwischen den beiden.

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Das France-za und ein Asakusa, das längst schließt

Das Asakusa der sechziger Jahre ist ein sterbendes Reich des Varietés: Striptease mit Comedy-Sketchen zwischen den Nummern, Stepptanz, das Geplänkel des Manzai, eine ganze proletarische Theaterkultur, die der Fernseher im Wohnzimmer still leerräumt. Hitori filmt das mit Zärtlichkeit: die engen Garderoben, der Zigarettenrauch, die Tänzerinnen, die raue Kameradschaft von Künstlern, die schon wissen, dass ihr Publikum schwindet.

In dieser Welt drillt Fukami seinen Lehrling auf die einzige Weise, die er kennt. Stepptanz, bis die Füße bluten. Eine Pointe auf die halbe Sekunde timen. Das Publikum nie sehen lassen, wie man um das Lachen schwitzt. Die Lehrpassagen sind das Beste am Film — komisch, hart, seltsam bewegend — und sie tragen den Gedanken, dass Komik ein Handwerk ist, so streng wie jede klassische Kunst, gelernt durch Wiederholung, Demütigung und die eine oder andere Ohrfeige.

Zwei Darstellungen, die den Film tragen

Oizumi ist der Grund, warum er funktioniert. Sein Fukami ist eitel, großzügig und vor Bedeutungslosigkeit verängstigt zugleich, und der Schauspieler findet die Melancholie unter der Großspurigkeit, ohne je darum zu betteln. Yagira, seit Kindertagen eine wache Leinwandpräsenz, gibt Take als eine verschlossene Tür, die sich langsam öffnet; die berühmte Kitano-Miene ist schon im Keim da. Mugi Kadowaki als Tänzerin Chiharu schenkt dem Film seine Wärme am Rand.

Ein ehrfürchtiges Biopic und seine Grenzen

Vorsichtig wird der Film dort, wo es um Kitano selbst geht. Es ist ein respektvolles Porträt — vielleicht zu respektvoll —, das seinen Helden aus höflicher Distanz bewundert und kaum in die härteren, fremderen Winkel des Mannes vordringt, der später Takeshi Kitano werden sollte, der Regisseur und Provokateur. Als Showbiz-Biopic bleibt es an der Oberfläche und hakt die erwarteten Stationen des Aufstiegs ab: das erste echte Lachen, das Zerbrechen des Duos, der unausweichliche Abschied vom Lehrer. Was es vor der üblichen Fadheit des Genres rettet, sind Aufrichtigkeit und ein echtes Gespür für eine verschwundene Welt.

Unser Urteil

Asakusa Kid ist ein warmer, sauber gemachter, etwas konventioneller Film, getragen von zwei ausgezeichneten Darstellungen und von echter Trauer um die Bühne, die seinen Helden schuf. Am meisten sagt er denen, die wissen wollen, woher Beat Takeshi kommt — und allen, die je einen Lehrer geliebt haben, dessen beste Tage hinter ihm lagen. Bescheiden, aber er bleibt.

Regie

Gekidan Hitori

Gekidan Hitori

Besetzung

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