Kino

Detektiv Conan bringt das TV-Special Counterfeit Case of Ultra 30 in Südkoreas Kinos

Liv Altman
Fügen Sie uns bei Google hinzu

Am Schauplatz eines Mordes in Tokio taucht ein gefälschter Zehntausend-Yen-Schein auf, so gut gemacht, dass erst eine Gutachterin der Kriminaltechnik die Fälschung bestätigen kann. Es ist die dreißigste in Japan registrierte Blüte, deshalb nennt die Polizei den Fall Ultra 30, und bald greifen die Ermittlungen von der Hauptstadt auf Banknotenwerke in Osaka, an der Grenze zwischen Shizuoka und Kanagawa und an der Grenze zwischen Nagano und Gunma über. So beginnt Detective Conan: The Counterfeit Case of Ultra 30, das zweistündige Special, mit dem die Fernsehserie drei Jahrzehnte auf Sendung feiert. Die nächste Station ist für eine TV-Folge ungewöhnlich: die Kinoleinwand.

In Japan lief das Special im Sendeplatz Friday Road Show von Nippon TV und wurde danach dort exklusiv auf Netflix veröffentlicht. In Südkorea bringt CJ ENM es exklusiv in die CGV-Kinos, untertitelt und koreanisch synchronisiert: Es ist der erste koreanisch synchronisierte Conan im Kino seit Zero the Enforcer und laut Verleih das erste Mal, dass eine Conan-Fernsehfolge oder -Zusammenfassung dort mit einheimischen Stimmen auf die Leinwand kommt. Muse Communication folgt in Taiwan, Hongkong und Macau. Langlaufende Serien wussten schon immer, wie man eine Folge zum Ereignis macht. Sie als Kinoabend zu verkaufen, ist ein neuerer Kniff, und Conan hat das Publikum, ihn zu wagen.

YouTube Video

Drehbuchautor Takeharu Sakurai macht aus der Konstruktion kein Geheimnis. „Als Jubiläumswerk der TV-Anime-Serie sollte dieses hier ein Fest sein, fand ich“, sagte er Cinema Today. „Dann wollte ich, dass möglichst viele der Stammfiguren mitmachen.“ Ein Fälscherring sei ein Verbrechen, das glaubwürdig Polizisten aus dem ganzen Land zusammenführen könne. Entsprechend lang ist die Anwesenheitsliste: Heiji Hattori in Osaka, die Yokomizo-Brüder der Präfekturpolizeien von Shizuoka und Kanagawa, das Nagano-Trio Kansuke Yamato, Takaaki Morofushi und Yui Uehara, Toru Amuro von der Staatssicherheit und Shuichi Akai vom FBI. Gaststar ist die Schauspielerin Elaiza Ikeda, die Toko Satomi spricht, eine Dokumentenprüferin am kriminaltechnischen Forschungsinstitut der Nationalen Polizeibehörde und die Fachfrau, die den Schein als nahezu perfekte Fälschung einstuft. Ikeda wurde im selben Jahr geboren, in dem die Serie startete: „Ich habe vor Kurzem selbst mein 30-Jähriges erreicht, deshalb freut es mich sehr, dass ich dieselbe Zeit erlebt habe wie Conan.“

Hinter dieser Rechnung steckt eine alte Fernsehgewohnheit. Krimiserien, die lange genug laufen, feiern ihre Meilensteine, indem sie den Raum mit allen wiederkehrenden Gesichtern füllen, und Sakurai kennt die Form von innen. Neben Conan-Filmen wie Black Iron Submarine und One-eyed Flashback war er einer der Hauptautoren von Kasouken no Onna, einem Kriminallabor-Drama, dessen Wissenschaftlerin eine enge Verwandte von Ikedas Gutachterin ist, und er hat für die Polizeiserie Aibou geschrieben. Regisseur Nobuharu Kamanaka, derzeit Co-Regisseur der wöchentlichen Serie, kommt von Wild Police Story, dem Anime zum Polizeiakademie-Spin-off. Die koreanische Fassung fügt eine eigene Ahnenreihe hinzu: Dort heißt Inspektor Megure seit Langem Inspektor Columbo, eine offene Verbeugung vor der US-Serie, und laut Newspims Beschreibung des synchronisierten Trailers wird aus der Blüte ein neuer 100.000-Won-Schein. Diesen Nennwert druckt Südkorea gar nicht, die größte Banknote ist der 50.000-Won-Schein.

Auch die Besetzung trägt das Gewicht einer Serie, die sich vor den Augen ihres Publikums verändert hat. Minami Takayama spricht weiterhin Conan, dazu Kappei Yamaguchi als Shinichi Kudo, Rikiya Koyama als Kogoro Mouri und Megumi Hayashibara als Ai Haibara. Ran Mouri dagegen spricht inzwischen Akemi Okamura, die die Rolle in der Serie im März übernahm, nachdem sich Wakana Yamazaki aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte. Yamazaki, die Ran rund drei Jahrzehnte lang gesprochen hatte, starb im April mit 61 Jahren. Ein als Fest gedachtes Special kommt ohne die Stimme, die Ran fast über die gesamte Laufzeit der Serie getragen hat.

Nichts davon macht aus einem Fernsehspecial einen Film, und nichts in den Ankündigungen von CJ ENM oder Muse Communication deutet auf neues Material oder eine Kinofassung hin. Die 93 Minuten, die TMDB angibt, entsprechen ungefähr dem, was von einem zweistündigen Werbesendeplatz ohne Unterbrechungen übrig bleibt, und das Publikum in Korea und Taiwan zahlt für etwas, das japanische Zuschauer gratis im Fernsehen gesehen haben und nun streamen können. Auch die Alle-an-Bord-Prämisse hat ihren Preis: Wenn sich eine so lange Besetzungsliste einen einzigen Fall teilt, spricht die Rechnung dafür, dass die meisten Figuren auf dem Plakat eher ein, zwei Szenen bekommen als eine Geschichte, der übliche Handel von Jubiläumsfolgen. Und in Südkorea ist es der vierte Conan-Titel im Kino binnen eines Jahres. Am Appetit liegt es nicht. Ob sich ein Fest bei der vierten Auflage noch wie ein Ereignis anfühlt, ist die offene Frage.

Conan Edogawa in a still from Detective Conan The Counterfeit Case of Ultra 30 (2026)
Conan in Detective Conan: The Counterfeit Case of Ultra 30 (2026)

The Counterfeit Case of Ultra 30 inszenierte Nobuharu Kamanaka nach einem Drehbuch von Takeharu Sakurai, die Animation stammt von TMS Entertainment, die Figuren aus dem Manga von Gosho Aoyama. Mai Kuraki, langjährige Weggefährtin der Reihe, singt den Abspannsong „Hallelujah“, und zwei echte Fernsehansager von Nippon TV und Yomiuri TV leihen Nachrichtensprechern in der Handlung ihre Stimme.

Das Special lief in Japan erstmals am 25. September im Friday Road Show von Nippon TV und ist dort exklusiv bei Netflix verfügbar. CJ ENM bringt es am 5. November exklusiv bei CGV in Südkorea ins Kino, untertitelt und synchronisiert, und Muse Communication startet es am 6. November in Taiwan, Hongkong und Macau. Ein deutscher Kino- oder Streamingstart ist bislang nicht angekündigt.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

Schlagwörter: , , , , ,

Fügen Sie uns bei Google hinzu

Diskussion

Es gibt 0 Kommentare.