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The Bad Guys: A Very Bad Holiday: Neue Stimmen retten das chaotische Weihnachtsfest nicht

Alice Lange
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The Bad Guys: A Very Bad Holiday legt mit einer atemlosen Energie los, die an eine cartoonhafte Verfolgungsjagd durch einen völlig aus dem Ruder gelaufenen Weihnachtsumzug erinnert. Mr. Wolf und seine tierischen Ganoven – Shark, Piranha, Snake und Tarantula – sind dicht auf den Fersen, während ihr Fluchtauto einen beliebten Weihnachtsmann-Ballon mit sich reißt, der schließlich spektakulär am Himmel zerplatzt. Diese Eröffnung ist pures Chaos und gibt den Ton für das Weihnachtsspecial von DreamWorks Animation vor: eine rasante Mischung aus Heist-Thriller-Spannung und Slapstick, festlich verpackt wie ein Geschenk.

Unter der Regie von Bret Haaland ist A Very Bad Holiday ein Spin-off zum Film The Bad Guys aus dem Jahr 2022 – allerdings mit einer entscheidenden Änderung: Keiner der ursprünglichen Sprecher ist zurückgekehrt. Stattdessen übernimmt Michael Godere die Rolle von Mr. Wolf, Ezekiel Ajeigbe spricht Shark, Raul Ceballos Piranha, Chris Diamantopoulos Snake und Mallory Low Tarantula. Für Fans des Films mag diese Neubesetzung wie ein Fehlgriff wirken; Neueinsteiger bekommen dagegen die Gelegenheit, die Figuren mit frischen Stimmen kennenzulernen.

Die Handlung des Specials ist einfach, aber mitreißend: Nachdem die Bad Guys mit der Zerstörung des Weihnachtsmann-Ballons versehentlich die Weihnachtsstimmung ruiniert haben, müssen sie die festliche Laune in der Stadt wiederherstellen – andernfalls droht ihr alljährlicher Coup ins Wasser zu fallen. Was folgt, ist ein temporeicher Reigen kreativer Problemlösungsversuche: Die Bande will den Ballon durch ein Exoskelett in Weihnachtsmann-Optik ersetzen, das allerdings viel zu bedrohlich aussieht, und bricht schließlich in einen Radiosender ein, um wieder Weihnachtslieder zu spielen. Das Drehbuch ist pointiert und fügt sich gut in die fortlaufende Geschichte des Franchise ein. Das Tempo wirkt jedoch gehetzt, als hätten die Autoren zu viel in die begrenzte Laufzeit packen wollen.

Zu den Höhepunkten zählt eine Szene, in der Wolf und Snake Geschenke stehlen, um sie den Menschen nach Hause zu bringen – eine Mischung aus Action und einem Hauch Weihnachtszauber. Die Animation ist farbenfroh, die Actionszenen sind gut choreografiert und halten das Geschehen lebendig und unterhaltsam. Der Versuch des Specials, Humor und Gefühl auszubalancieren, wirkt allerdings nicht immer ganz stimmig. Die emotionalen Momente – etwa Wolfs Geständnis, dass er seiner Bande den besten Coup aller Zeiten bescheren wollte – berühren, bleiben angesichts des rasanten Tempos aber unterentwickelt.

Bei den Sprechern ergibt sich ein gemischtes Bild. Godere verleiht Mr. Wolf eine verspielte Energie und trifft den Charme und die Führungsstärke der Figur. Ajeigbes Shark sorgt mit seinem trocken-unaufgeregten Vortrag für einige der lustigsten Momente des Specials. Auch Diamantopoulos’ Snake überzeugt: Seine Mischung aus Sarkasmus und Loyalität verleiht der Rolle zusätzliche Tiefe. Ceballos’ Piranha und Lows Tarantula wirken dagegen etwas eindimensional; ihre Darbietungen verblassen neben den dynamischeren Besetzungsentscheidungen.

Inhaltlich beschäftigt sich A Very Bad Holiday mit Wiedergutmachung und der Kraft der Gemeinschaft, wenn auch eher oberflächlich. Die Entwicklung der Bad Guys von Ganoven zu unfreiwilligen Helden ist unterhaltsam, doch die Botschaft wirkt im Vergleich zu anderen Weihnachtsfilmen, die Vergebung und Zugehörigkeit ausführlicher behandeln, ziemlich allgemein. Andere Filme mit weihnachtlichem Hintergrund haben ähnliche Ideen womöglich nuancierter und tiefgründiger erkundet; hier stehen jedoch eindeutig Action und Humor im Vordergrund.

Im Vergleich zum Vorgänger wird deutlich, dass Haaland auf eine ähnliche Mischung aus Neo-Noir-Krimikomödie und familienfreundlichem Spaß setzt. Ohne die Chemie der Originalbesetzung geht jedoch ein Teil des Zaubers verloren. Auch mit der zeitlichen Einordnung tut sich das Special schwer: Es spielt vor den Ereignissen des Films, verweist aber dennoch auf Elemente daraus. Wer den Film nicht gesehen hat oder mit der fortlaufenden Handlung des Franchise nicht vertraut ist, könnte dadurch verwirrt werden.

Das weihnachtliche Setting bildet eine willkommene neue Kulisse für die Eskapaden der Bad Guys, doch die Tonwechsel wirken mitunter abrupt. Der Sprung von der Planung eines Coups zur rührenden Wiedergutmachung kann irritieren, und die Verbindung von Weihnachtsstimmung mit den Neo-Noir-Wurzeln der Reihe gelingt nicht ganz nahtlos. In den heiteren Momenten glänzen die Sprecher dennoch besonders – etwa beim Gezänk der Bande und bei ihren kreativen Versuchen, die Lage zu retten.

Unterm Strich ist The Bad Guys: A Very Bad Holiday eine unterhaltsame, wenn auch nicht makellose Ergänzung des Franchise. Das Special fängt den cleveren Humor und die liebenswerten Ganoven des Originalfilms ein, hat aber mit dem Erzähltempo und dem Zusammenhalt der Handlung zu kämpfen. Die Neubesetzung ist ein spürbarer Fehlgriff: Die neuen Sprecher bringen zwar frischen Schwung mit, erreichen aber nicht die Chemie der ursprünglichen Besetzung. Trotzdem machen die farbenfrohe Animation, die temporeiche Action und die weihnachtlichen Eskapaden das Special zu einem vergnüglichen Filmabend für Familien, die sich festliche Unterhaltung wünschen.

Fans von The Bad Guys kehren mit diesem Special auf nostalgische Weise in die Welt von Mr. Wolf und seiner Bande zurück, auch wenn es nicht an die Tiefe des Originalfilms heranreicht. Neulingen bietet es einen lebhaften Einstieg in die einzigartige Mischung aus Humor und Action des Franchise. Wer sich allerdings eine gehaltvollere Weihnachtsgeschichte oder eine tiefere Figurenentwicklung erhofft, könnte enttäuscht werden.

Am stärksten ist das Special, wenn es seine chaotische Energie voll ausspielt – etwa in der Szene mit dem Eissturm, in der Wolfs Neigung, es zu weit zu treiben, für urkomische Folgen sorgt. Das Zusammenspiel der Bande macht Spaß, und ihre Missgeschicke sind voller cleverer Gags und visueller Witze, die Kinder wie Erwachsene ansprechen dürften. Die emotionalen Momente wirken jedoch überhastet, und eine gemächlichere Erzählweise hätte der Handlung gutgetan, um mehr Raum für die Figurenentwicklung zu schaffen.

Letztlich ist The Bad Guys: A Very Bad Holiday ein leichtfüßiges, unterhaltsames Weihnachtsspecial, das mit Witz und Action punktet, in puncto Tiefe und erzählerischer Stimmigkeit aber hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Eine solide Ergänzung des Franchise, aber kein Höhepunkt.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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