Filmkritiken

DogMan: Caleb Landry Jones liefert die Darbietung des Jahres in Luc Bessons dunkler Rückkehr

Veronica Loop

Caleb Landry Jones betritt DogMan als Douglas — aufgewachsen in einem Käfig bei einem religiös-fundamentalistischen Vater, der Hunde für wertvoller hielt als Kinder — und singt Édith Piaf in Pailletten und vollem Make-up, während er ein Rudel abgerichteter Hunde mit der Autorität eines Mannes anführt, der Vertrauen von Tieren gelernt hat, bevor er es von Menschen lernte. Die Eröffnungsszene setzt die Bedingungen. Der Rest des Films hält sie.

Unter der Regie von Luc Besson entfaltet sich DogMan rund um das Verhör einer Polizeipsychologin, das zum Gerüst eines Lebens wird, das in Fragmenten rekonstruiert wird: der Zwinger, die Kirche, die Straße, die Bühne. Bessons Werk seit Lucy war kommerziell zuverlässig, gelegentlich scharf, nie ganz sicher in seinen Ambitionen. Hier ist die Ambition lesbar. Douglas hat eine Welt von Grund auf mit den einzigen Wesen aufgebaut, die ihn nie belogen haben — und als die Welt, die ihn weggeworfen hatte, wieder seinen Weg kreuzte, wandte er diese Wesen gegen sie. Die Hunde sind seine Soldaten. Das Kabarett ist sein ehrlichster Boden. Die Kriminalhandlung ist fast nebensächlich. Das eigentliche Thema des Films ist die Überlebenslogik eines Menschen, der jeden Wert von Null aufbauen musste.

Bessons Regie bewahrt ihre strukturelle Disziplin. Der Verhörrahmen funktioniert, weil er zum Rekonstruieren dient und nicht zum Zusammenfassen — das Publikum versteht Douglas schrittweise, genau wie die Psychologin, in derselben Reihenfolge und mit denselben Informationen. Die Rückblendenarchitektur ist sauber. Die Abrichtungssequenzen sind der unmittelbarste Beweis dafür, was Besson noch kann: Sie haben Gewicht, Choreografie und physische Konsequenz. Das Actiongenre verdient sich seine Kinetik selten; diese Sequenzen verdienen sie sich.

Jones’ Leistung ist die strukturelle Last des Films. Douglas ist kein Opfer, das Resilienz für das Wohlbefinden des Publikums aufführt. Er ist ein Mann, der zu einer bestimmten Logik gelangt ist — moralisch zweideutig, emotional kohärent — und Jones spielt die Logik, nicht das Gefühl. Die Körperlichkeit ist vollständig konstruiert: die Bewegungen, die Stimme, die Beziehung zum Rollstuhl, die instinktive Leichtigkeit mit Dutzenden abgerichteter Hunde in einem begrenzten Raum. Es ist die Art engagierter Arbeit, die die Academy einmal in wenigen Zyklen nominiert und doppelt so oft übergeht. Dies war ein Übergehen. Die Unterlassung gehört ins Register.

DogMan konkurrierte um den Goldenen Löwen bei den 80. Filmfestspielen von Venedig. Kritiker ordneten ihn als bedeutendes, aber sekundäres Besson-Werk ein — eine vernünftige Einschätzung, wenn man die Karriere des Regisseurs in den Mittelpunkt stellt. Stellt man die Leistung in den Mittelpunkt, gehört er zu den wenigen wesentlichen Filmen des Jahrgangs. Die Kinoauswertung war begrenzt; das breitere Publikum hat ihn nur langsam entdeckt. Es lohnt sich, ihn zu entdecken.

Handwerk überdurchschnittlich, Geschichte funktional, Leistungen außerordentlich. Ein Film, der das Argument trägt, das er aufstellt, und Jonessens Eröffnungsversprechen einlöst. Besson hat seit Jahren nichts so Selbstsicheres gedreht. Jones hat selten etwas Vollständigeres abgeliefert.

Regie

Luc Besson
Photo via The Movie Database (TMDB)

Luc Besson

Fotos: The Movie Database (TMDB)

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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