Kino

Leo Woodall tauscht das Licht von The White Lotus gegen Mittelerde, während Warner ein Universum auf Tolkien neu aufbaut

Martha O'Hara

Mittelerde war immer ein Ort, den man an seinem Licht erkennt — das lange Gold über den Pelennor-Feldern im Morgengrauen, das nasse Grün des Auenlands, das wunde Grau, das sich über Mordor ballt. Als Warner Bros. also Leo Woodall für ‚The Lord of the Rings: The Hunt for Gollum‘ bestätigte, fügte das Studio nicht bloß einen Namen zum Drehplan hinzu. Es wählte, wessen Gesicht es in dieser Landschaft stehen sehen will, während es daran geht, eine ganze Filmwelt auf Peter Jacksons Fundamenten neu zu errichten.

Wie Deadline aus dem Gespräch des Schauspielers mit People wiedergab, nahm Woodall den Moment in fast andächtigen Worten an: „Es bedeutet alles. Es ist ein Jugendtraum für mich.“ Diese Aufrichtigkeit zählt für ein Projekt, das das Gewicht seines eigenen Erbes trägt: eine Rückkehr in das Land und das Handwerk, die Jackson prägte, inszeniert von Andy Serkis, der diese Welt von innen kennt.

Woodalls Aufstieg verlief schnell und leinwandhell. Die sonnenbeschienene Bedrohung von The White Lotus, der über ein Jahrzehnt gedehnte Schmerz von One Day, der romantische Gegenpart zu Renée Zellweger in Bridget Jones: Mad About the Boy — er kommt mit genau jener Streaming-Ära-Bekanntheit, die Warner in Kinosog umzumünzen hofft. Es ist dieselbe Wette, die die Studios derzeit immer wieder eingehen: ein Gesicht des Prestige-Fernsehens in ein ererbtes Franchise einfügen und darauf hoffen, dass die Treue vom Laptop ins Kino reist.

Das ist das eigentliche Bild. The Hunt for Gollum ist die Speerspitze einer breiteren Mittelerde-Expansion, mit Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens, die die Rückkehr begleiten, und Serkis, der bei der Rolle, die seinen Namen machte, hinter die Kamera tritt. Warner behandelt Tolkien, wie Disney seine Archive behandelt — nicht als abgeschlossene Trilogie, sondern als Gelände, das man erneut betritt, neu ausleuchtet und an eine Generation weiterverkauft, die diese Geschichten zuerst auf einem kleinen Bildschirm traf.

Vorerst hält das Studio die Einzelheiten unter dem Mantel. Woodalls Rolle wurde nicht bekannt gegeben, und Warner hat keinen festen Starttermin gesetzt, auch wenn der Film seit der Ankündigung des Projekts 2024 auf die Produktion zusteuert.

Sicher ist schon jetzt das Bild, das am Ende des Weges wartet — ein junger Schauspieler, der mit diesen Filmen aufwuchs, der dieselben regenverdunkelten Grate betritt, die einst der Mythos eines anderen schienen, nun aufgerufen, das Licht zu seinem eigenen zu machen.

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