Filmkritiken

Lieferung vor Weihnachten ist nette Adventsunterhaltung, aber nichts fürs Jahresranking

Aleksandra Kułakowska und Maciej Prykowski inszenierten 2022 diese polnische Netflix-Weihnachtskomödie um eine Kurierfahrerin.
Martha O'Hara
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Eine Kurierin, ein Stapel Weihnachtspakete und eine Kollegin, die ihr aus purer Missgunst die Lieferungen verdirbt: Mehr braucht Lieferung vor Weihnachten (Originaltitel: Jeszcze przed świętami) nicht, um in Gang zu kommen. Marysia Kwiecień muss die Geschenke noch rechtzeitig zu ihren Empfängern bringen, und weil sie das nicht allein schafft, hilft ihr ein Kunde. Der Film kam am 6. Dezember 2022 bei Netflix heraus, dauert gut anderthalb Stunden und läuft unter Romanze und Komödie. Das klingt nach einem warmen Abend auf dem Sofa. Es ist auch einer, aber ein sehr vorhersehbarer.

Regie führen Aleksandra Kułakowska und Maciej Prykowski. Sie erzählen von einem Wettlauf gegen die Uhr, wie man ihn aus unzähligen Weihnachtsfilmen kennt: Zwei Menschen, die sich eben erst begegnet sind, werden durch eine gemeinsame Aufgabe zu Verbündeten. Die Prämisse ist schlicht, und sie ist nicht ohne Charme. Ein Paket, das niemand vermisst, ist eben nur ein Paket; eines, das an Heiligabend fehlt, ist eine kleine Katastrophe. Der Film weiß das und holt daraus, was in diesem Rahmen herauszuholen ist. Mehr aber auch nicht.

Monika Frajczyk trägt die Hauptrolle, und sie trägt sie mit Zuversicht. Ihre Marysia ist unter Druck, aber nie bloß hektisch; man nimmt ihr ab, dass sie die Sache für wichtiger hält als ihren eigenen Feierabend. Dass sie zugleich Mutter von Maks ist, den Franciszek Krupowicz spielt, gibt der Figur ein zweites Gewicht, und die Szenen mit dem Sohn gehören zu den wärmeren des Films. Piotr Pacek als Krzysiek ist der hilfsbereite Kunde, freundlich und zugewandt, bleibt neben Frajczyk aber eher Stichwortgeber als eigenständige Figur. Gerade bei einer Romanze wünscht man sich da mehr Kanten.

Das Nebenpersonal ist breit besetzt: Dorota Kolak als Estera, Mirosław Baka als Ernest, Barbara Jonak und Łukasz Simlat als Mariola und Michał, die Eltern von Mirek, den Łukasz Gawroński spielt, dazu Zdzisław Wardejn als Alojzy, Krzysieks Großvater, und Zuzanna Puławska als Posterunkowa Barbara Pasterz. Das sind viele Gesichter für eine so knappe Erzählzeit. Man spürt, dass der Film jeder Station der Auslieferung ein eigenes Gegenüber geben will, doch für mehr als einen Auftritt reicht es meist nicht. Die Figuren dienen dem Ablauf, nicht umgekehrt.

Dort liegt auch die Schwäche. Die Struktur ist leicht zu durchschauen: ein Hindernis, eine Lösung, das nächste Hindernis. Die Spannung zwischen Marysia und Krzysiek wirkt weniger entwickelt als verabredet, und bei den komischen Momenten merkt man oft die Absicht. Der Film will unterhalten und tut es in kleinen Dosen. Wer sich überraschen lassen möchte, wird hier nicht fündig.

Die amerikanische Kritik sah das ähnlich milde. Decider nannte den Film ein wenig albern und nicht ganz so berührend, wie er gern wäre, fand aber, dass er mit seinen bescheidenen Reizen ganz gut über die Runden komme. Das trifft es ziemlich genau. Im selben Jahr startete Violent Night, in dem David Harbour einen Weihnachtsmann als Actionfigur gibt; neben so viel Krawall wirkt dieser Film wie eine Kerze neben einem Feuerwerk. Das ist kein Vorwurf. Es ist eine andere Art, Weihnachten zu erzählen, leiser und gutmütiger.

Am Ende bleibt ein freundlicher, etwas braver Feiertagsfilm. Frajczyk hält ihn zusammen, die Idee ist hübsch, die Ausführung bleibt im Gewohnten. Lieferung vor Weihnachten ist kein schlechter Film. Es ist einer, den man gern nebenbei laufen lässt und bald vergisst.“}

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{„de“: „Eine Kurierin, ein Stapel Weihnachtspakete und eine Kollegin, die ihr aus purer Missgunst die Lieferungen verdirbt: Mehr braucht Lieferung vor Weihnachten (Originaltitel: Jeszcze przed świętami) nicht, um in Gang zu kommen. Marysia Kwiecień muss die Geschenke noch rechtzeitig zu ihren Empfängern bringen, und weil sie das nicht allein schafft, hilft ihr ein Kunde. Der Film kam am 6. Dezember 2022 bei Netflix heraus, dauert gut anderthalb Stunden und läuft unter Romanze und Komödie. Das klingt nach einem warmen Abend auf dem Sofa. Es ist auch einer, aber ein sehr vorhersehbarer.

Regie führen Aleksandra Kułakowska und Maciej Prykowski. Sie erzählen von einem Wettlauf gegen die Uhr, wie man ihn aus unzähligen Weihnachtsfilmen kennt: Zwei Menschen, die sich eben erst begegnet sind, werden durch eine gemeinsame Aufgabe zu Verbündeten. Die Prämisse ist schlicht, und sie ist nicht ohne Charme. Ein Paket, das niemand vermisst, ist eben nur ein Paket; eines, das an Heiligabend fehlt, ist eine kleine Katastrophe. Der Film weiß das und holt daraus, was in diesem Rahmen herauszuholen ist. Mehr aber auch nicht.

Monika Frajczyk trägt die Hauptrolle, und sie trägt sie mit Zuversicht. Ihre Marysia ist unter Druck, aber nie bloß hektisch; man nimmt ihr ab, dass sie die Sache für wichtiger hält als ihren eigenen Feierabend. Dass sie zugleich Mutter von Maks ist, den Franciszek Krupowicz spielt, gibt der Figur ein zweites Gewicht, und die Szenen mit dem Sohn gehören zu den wärmeren des Films. Piotr Pacek als Krzysiek ist der hilfsbereite Kunde, freundlich und zugewandt, bleibt neben Frajczyk aber eher Stichwortgeber als eigenständige Figur. Gerade bei einer Romanze wünscht man sich da mehr Kanten.

Das Nebenpersonal ist breit besetzt: Dorota Kolak als Estera, Mirosław Baka als Ernest, Barbara Jonak und Łukasz Simlat als Mariola und Michał, die Eltern von Mirek, den Łukasz Gawroński spielt, dazu Zdzisław Wardejn als Alojzy, Krzysieks Großvater, und Zuzanna Puławska als Posterunkowa Barbara Pasterz. Das sind viele Gesichter für eine so knappe Erzählzeit. Man spürt, dass der Film jeder Station der Auslieferung ein eigenes Gegenüber geben will, doch für mehr als einen Auftritt reicht es meist nicht. Die Figuren dienen dem Ablauf, nicht umgekehrt.

Dort liegt auch die Schwäche. Die Struktur ist leicht zu durchschauen: ein Hindernis, eine Lösung, das nächste Hindernis. Die Spannung zwischen Marysia und Krzysiek wirkt weniger entwickelt als verabredet, und bei den komischen Momenten merkt man oft die Absicht. Der Film will unterhalten und tut es in kleinen Dosen. Wer sich überraschen lassen möchte, wird hier nicht fündig.

Die amerikanische Kritik sah das ähnlich milde. Decider nannte den Film ein wenig albern und nicht ganz so berührend, wie er gern wäre, fand aber, dass er mit seinen bescheidenen Reizen ganz gut über die Runden komme. Das trifft es ziemlich genau. Im selben Jahr startete Violent Night, in dem David Harbour einen Weihnachtsmann als Actionfigur gibt; neben so viel Krawall wirkt dieser Film wie eine Kerze neben einem Feuerwerk. Das ist kein Vorwurf. Es ist eine andere Art, Weihnachten zu erzählen, leiser und gutmütiger.

Am Ende bleibt ein freundlicher, etwas braver Feiertagsfilm. Frajczyk hält ihn zusammen, die Idee ist hübsch, die Ausführung bleibt im Gewohnten. Lieferung vor Weihnachten ist kein schlechter Film. Es ist einer, den man gern nebenbei laufen lässt und bald vergisst.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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