Kino

Stummfilmstar Clara Bow, Taylor Swifts Muse: „Das gewisse Etwas“ eröffnet Carlottas Deal mit Artcraft

Die neu restaurierte Fassung von „Das gewisse Etwas“ (It) startet den Vertrag, der Artcraft Pictures’ Stummfilm- und frühe Tonfilmklassiker nach Frankreich bringt
Jun Satō
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Der Vertrieb von Filmklassikern hat selten einen Aufhänger aus den Popcharts – bei Clara Bow gibt es einen. Der Stummfilmstar, dem Taylor Swift auf „The Tortured Poets Department“ mit einem nach ihr benannten Song Tribut zollte, ist nun das Gesicht eines Abkommens, das restaurierte Hollywood-Klassiker vor französisches Publikum bringen soll. Angeführt wird es ausgerechnet von der Komödie, die sie zum ursprünglichen „It girl“ machte.

Wie Variety zuerst aus Lyon berichtete, wird der französische Klassikerverleih Carlotta Films den Katalog des US-Restaurierungsunternehmens Artcraft Pictures in Frankreich für sämtliche Rechte vertreten – eine Sammlung von Hollywood-Klassikern aus der Stummfilm- und frühen Tonfilmzeit. Den Auftakt der Partnerschaft bildet beim Lumière-Filmfestival eine neu restaurierte Fassung von Clarence G. Badgers „Das gewisse Etwas“ (It, 1927), der romantischen Komödie, die Bow zum Star machte. Bows Nachleben auf der Leinwand ist übrigens älter als der Song: Sie inspirierte die Figur der Nellie LaRoy, die Margot Robbie in Damien Chazelles „Babylon“ spielte.

Neben „Das gewisse Etwas“ umfasst die Vereinbarung Herbert Brenons „Beau Geste“ (1926) mit Ronald Colman, Cecil B. DeMilles „The Affairs of Anatol“ (1921) mit Gloria Swanson sowie William C. deMilles „Miss Lulu Bett“ nach dem mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Theaterstück von Zona Gale. Mit Lionel Barrymores „His Glorious Night“ (1929) mit John Gilbert reicht das Paket zudem in die frühe Tonfilmära.

Gegründet wurde Artcraft von James Mockoski, einem langjährigen Archivar und Restaurierungsexperten, der mit Francis Ford Coppolas American Zoetrope zusammengearbeitet hat, und von Robert A. Harris, der gemeinsam mit James C. Katz für wegweisende Restaurierungen von David Leans „Lawrence von Arabien“, George Cukors „My Fair Lady“ und Alfred Hitchcocks „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ verantwortlich zeichnet. Schon der Name ist eine Wiederbelebung: Die ursprüngliche Artcraft Pictures war ein 1916 gegründetes Verleihlabel, das in Paramount Pictures aufging und mit Stummfilmstars wie Mary Pickford verbunden war.

„So viele wunderbare Klassiker könnten leicht in Vergessenheit geraten, aber gemeinsam mit Carlotta sorgen wir dafür, dass das nie geschieht“, sagte Mockoski. Artcraft arbeitet außerdem mit dem San Francisco Silent Film Festival zusammen, das 2025 begann, mit Mockoski und Harris Werke aus Paramounts Stummfilmbestand zu restaurieren; die restaurierte Fassung von „Beau Geste“ wurde Anfang des Jahres beim Telluride Film Festival gezeigt.

Für Carlotta, das seit fast drei Jahrzehnten Filmklassiker in Frankreich verleiht, erweitert der Deal einen Stummfilmkatalog, der bereits F.W. Murnaus „Sonnenaufgang“, Filme von Frank Borzage und Erich von Stroheim sowie G.W. Pabsts „Die Büchse der Pandora“ mit Louise Brooks umfasst. Vincent Paul-Boncour von Carlotta erklärte, das Unternehmen sei „hocherfreut, Artcraft in Frankreich zu vertreten und dem Publikum seine Restaurierungen sowohl gefeierter als auch weniger bekannter amerikanischer Stummfilme vorzustellen“.

„Das gewisse Etwas“ läuft am 17. Oktober im Auditorium von Lyon, an der Orgel begleitet vom italienischen Musiker Gabriele Agrimonti. Carlotta plant, die Filme in Frankreich im Kino und auf Blu-ray herauszubringen; die einzelnen Starttermine stehen noch nicht fest. Das Lumière-Filmfestival dauert noch bis zum 18. Oktober.

Der Aufhänger, der das Paket verkauft, mag ein Popsong aus dem Jahr 2024 sein – der Soundtrack des Eröffnungsabends aber ist eine Orgel, live gespielt unter einer stummen Komödie, so wie die großen Filmpaläste Bows Filme in ihrer Glanzzeit präsentierten.

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