Kino

The Ribbon Hero auf Netflix macht aus Tezukas Prinzessin Saphir eine Geschichte über verlorene Heimat

Martha O'Hara

Das Erste, was in The Ribbon Hero verloren geht, ist eine Farbe. Das Königreich Silverland erscheint in einem kalten, blassen Silber, einem Licht, dem man die Wärme entzogen hat, und der Film hält nur so lange darauf, bis man begreift: Es ist bereits Asche. Aus diesem Grau tritt ein einzelnes Mädchen hervor, und das Einzige, was seine Farbe behält, ist das Band an ihrer Seite. Noch bevor ein Wort fällt, hat das Bild sein Argument gesetzt — es geht um einen Verlust und um den einen Faden, der sich weigert zu verlöschen.

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Das Mädchen ist Sapphire, und der Film ist Netflix‚ Neufassung von Osamu Tezukas Manga Princess Knight (Ribon no Kishi, 1953), der das Shōjo praktisch erfunden hat. Sapphire ist die Prinzessin von Silverland, einem Königreich, das eine Katastrophe namens Nergal ausgelöscht hat. Sie überlebt, zieht in das wärmere, golden beleuchtete Goldland und beginnt, sich unter Fremden ein Leben aufzubauen — bis Nergal ihr über die Grenze folgt und sie zum Band greift, um als Ribbon Hero zu kämpfen.

Das Aussehen erzählt die Geschichte vor der Handlung. Studio Outline, das hier sein Spielfilmdebüt gibt, baut den ganzen Film als Bewegung von einer Farbe zur anderen: Silverland ist silbern, weil es Erinnerung ist, Goldland golden, weil es noch lebt. Die Verwandlungssequenz ist die Naht, an der beide Paletten sich berühren. Mit den Charakterdesigns von Kei Mochizuki und der Animationsleitung von Issei Arakaki wird das Band zu einer einzigen durchgehenden Linie im Bild — Waffe und Andenken zugleich.

Was sich seit Tezuka geändert hat, ist der Antrieb darunter. Princess Knight lief über das Geschlecht: ein Mädchen, als Prinz erzogen, um einen Thron zu halten. The Ribbon Hero ersetzt diesen Antrieb durch Entwurzelung. Sapphire verbirgt nicht, wer sie ist; sie verteidigt eine Heimat, die nicht die ihre ist, und der Film fragt immer wieder, was eine Prinzessin einem Land schuldet, das sie nur aufgenommen hat. Diese Frage klingt heute anders als die Geschlechterfabel des Originals.

Nichts davon gibt Silverland zurück. Das ist das Stille unter der hellen Oberfläche: Das Band kann Nergal besiegen und Goldland schützen, aber es kann Sapphire das Königreich nicht zurückgeben, dessen Verlust sie erst zur Heldin gemacht hat. Ihre Kraft ruht auf einer Wunde, die sie nicht schließen kann, und der Film lässt diese Tür bewusst offen.

The Ribbon Hero startet weltweit am 8. August 2026 auf Netflix, Freigabe PG. Yuki Igarashi inszeniert seinen ersten Spielfilm; Saaya spricht Sapphire, an ihrer Seite Koki Uchiyama, Mayumi Shintani und Seiran Kobayashi. Die Musik stammt von Satoru Kosaki und Ryuichi Takada; gezeigt wurde der Film zuvor beim Festival von Annecy.

Besetzung

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