Musik

ADÉLA setzt nach PRIMA auf einen Coachella-Remix von »Ain’t in LA«

Alice Lange
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ADÉLAs Coachella-Remix von „Ain’t in LA“ erscheint bei Spotify als Single mit zwei Tracks: Neben der überarbeiteten Version ist auch das Original enthalten. Der Festivalbezug verleiht einer Künstlerin zusätzliche Glaubwürdigkeit, die sich zuletzt von einer Kultfigur zu einer festen Größe in den Charts entwickelt hat.

Die Veröffentlichung knüpft an die bislang sichtbarste Phase in ADÉLAs Karriere an. PRIMA, mit dem die Künstlerin erstmals in die Billboard Hot 100 einstieg, zeigte, dass ihr Songwriting ein Publikum gefunden hat. Die Nachfolgeauskopplung wirft eine kompliziertere Frage auf: Wird das Publikum, das ADÉLA durch neues Material entdeckt hat, ihr auch in ältere musikalische Gefilde folgen?

Der Zusatz „Coachella 2016“ verleiht „Ain’t in LA“ eine dokumentierte Herkunft, wie sie gewöhnliche Singles nur selten vorweisen können. Das kulturelle Gewicht des Festivals – insbesondere die Dokumentation von Auftritten, die später den Werdegang eines Künstlers prägen – macht den Coachella-Bezug bei einem bereits existierenden Track zu einem anderen kommerziellen Argument als die bloße Veröffentlichung eines Remixes. Die Aufnahme wird so als historisches Dokument positioniert, das auf eine angemessene Veröffentlichung gewartet hat, und nicht als Werbemaßnahme, die auf die aktuelle Nachfrage reagiert.

Ob dieses Argument trägt, hängt davon ab, wie vertraut die Hörerinnen und Hörer bereits mit ADÉLAs früheren Veröffentlichungen sind. Für ein Publikum, das über PRIMA und die Hot 100 zu ihr gefunden hat, könnte ein als Coachella-Remix gekennzeichneter Titel aus früheren Jahren eher eine Kuriosität als ein Ereignis sein. Das Streaminggeschäft belohnt Rückblicke nicht von selbst – es sei denn, der Name des Künstlers besitzt genug Gewicht, um die Vergangenheit zu einem Ziel statt zu einem Umweg zu machen.

Dieses Gewicht entsteht gerade erst. PRIMA verschaffte ADÉLA einen glaubwürdigen Chart-Einstieg und einen Moment im Rampenlicht des Mainstreams. Was der Song nicht bewirkte – und was auch eine Remix-Single mit zwei Tracks nicht allein leisten kann –, ist eine wiederkehrende Präsenz in den Charts zu etablieren, die aus einem ersten Einstieg eine nachhaltige Karrieregeschichte macht. Der Rückgriff auf Coachella ist ein kalkuliertes Risiko: Er verleiht ADÉLAs Biografie mehr Tiefe und dokumentiert ihre Beständigkeit, schiebt aber die schwierigere Aufgabe einer zweiten neuen Veröffentlichung auf.

„Ain’t in LA (Coachella 2016 remix)“ ist ab sofort als Single mit zwei Tracks bei Spotify erhältlich. Ob der Titel PRIMAs Schwung verstärkt oder ihn ausbremst, wird davon abhängen, ob ADÉLA in den kommenden Wochen neues Material veröffentlicht.

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