Musik

Soulsängerin Joy Denalane macht aus ihren vollen Familien-Weihnachten eine Tanzfläche

„Christmas on the Dancefloor (I’m Coming Home)“ öffnet die Tür zu A Joyful Christmas, einem Weihnachtsalbum aus dem Soul ihrer Kindheit
Alice Lange
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Weihnachtsplatten sind meist der Moment, in dem Soulstimmen das Tempo drosseln und das Licht dimmen. Joy Denalane, eine der prägenden Stimmen des deutschen Soul und die erste deutsche Künstlerin mit einem Album bei Motown, geht den umgekehrten Weg. Ihre neue Single „Christmas on the Dancefloor (I’m Coming Home)“ ist eine ausgelassene Soul-Pop-Nummer, deren Titel schon sagt, wohin die Feiertage führen sollen – und der nächste Schritt hin zu A Joyful Christmas, ihrem Weihnachtsalbum bei Lesedi und Four Music.

Der Song feiert die Abende, an denen endlich alle wieder unter einem Dach sind und aus dem Wiedersehen eine Party wird: Die Vertrautheit ist sofort da, die Lust aufs Feiern auch. In der Ankündigung beschreibt ihr Team Weihnachten als Gelegenheit, den Alltag abzuschütteln und mit den Menschen zu tanzen, die einem gefehlt haben. Es ist eine von drei Eigenkompositionen auf dem Album.

Für Denalane führt dieses Bild direkt zurück in das Zuhause, in dem sie aufgewachsen ist. „Bei uns waren immer viele Menschen willkommen. Meine Eltern haben gerne gefeiert und Weihnachten hatte neben allem Besinnlichen auch etwas sehr Lebendiges und Gemeinschaftliches“, erzählt sie. Sechs Kinder und zwei Eltern brachten ganz unterschiedliche Charaktere an den Tisch – und genau das gehört für sie zum Fest: einander liebevoll begegnen, auch wenn die Blicke auf die Welt weit auseinandergehen.

Joy Denalane laughing mid-movement in a motion-blurred press portrait
Image: Lesedi / Four Music (Joy Denalane press kit)

Musikalisch verbindet die Single soulige Retro-Wärme mit R&B-Backgroundvocals und einem eingängigen Pop-Refrain, während Denalanes gelöste Stimme und ein unbeschwerter Groove aus der Heimkehr eine Einladung auf den Dancefloor machen.

Neben diesen Eigenkompositionen versammelt A Joyful Christmas ihre Interpretationen von Klassikern, deren Geschichte einige ihrer wichtigsten musikalischen Vorbilder geprägt haben, darunter Stevie Wonder, Donny Hathaway und die Supremes: Songs, mit denen sie groß geworden ist und an denen sie sich als Sängerin gemessen hat. „Soulmusik ist die Musik, mit der ich groß geworden bin. Deshalb ist sie für mich gerade an Weihnachten unmittelbar mit Geborgenheit und Erinnerung verbunden“, sagt Denalane.

Der Weg zum Album läuft seit dem Spätsommer. Mitte September veröffentlichte Denalane die Spätsommerhymne „i miss the summer already“, die als Bonustrack auf dem Album landet. Anfang Oktober folgte „My Favorite Things“.

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„Christmas on the Dancefloor (I’m Coming Home)“ erscheint am Freitag, 23. Oktober, A Joyful Christmas folgt am 20. November. Am 5. Dezember feiert Denalane die Veröffentlichung mit einer Release-Show im Berliner Metropol.

Die Saison passt zu einer Künstlerin, deren Platten immer das Persönliche mit dem Gemeinschaftlichen verbunden haben. Denalane gelang 1999 mit Freundeskreis und „Mit Dir“ der Durchbruch, auf ihrem Debüt Mamani verband sie Soul und R&B mit südafrikanischen Einflüssen und deutschen Texten, später folgten Alben wie Born & Raised, Gleisdreieck und Willpower. 2020 erschien ihr Motown-Album Let Yourself Be Loved, 2024 mit Alles Liebe das erste gemeinsame Album mit ihrem Ehemann Max Herre.

Nach einer Platte voller Liebeslieder mit Herre wirkt ein Weihnachtsalbum rund um einen vollen Familientisch weniger wie ein saisonaler Abstecher als wie das nächste Kapitel derselben Geschichte. Diesmal ist die Tanzfläche das Ziel.

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