Musik

Lin-Manuel Miranda leitet Vaianas 13-Track-Live-Action-Soundtrack

Noah Brandt

Der Soundtrack für Disneys Vaiana als Realfilm erscheint mit Lin-Manuel Miranda als Komponisten und Dwayne Johnson sowie Catherine Laga’aia — der ersten polynesischen Hauptdarstellerin der Franchise — die dreizehn Titel vor der Kamera interpretieren. Diese strukturelle Entscheidung, die gleichen Songs denselben Darstellern zu übertragen, die auch die dramatischen Rollen tragen, ist die zentrale Aussage des Albums und sein interessantestes Risiko.

Mirandas kompositorischer Ansatz in der ursprünglichen Animationsversion war darauf ausgerichtet, Songs zu schreiben, die Charakterarbeit leisten, keine Spektakelarbeit. Jede Nummer in jenem Film trug eine emotionale Logik voran, so wie es die besten Broadway-Kompositionen tun, anstatt die Handlung für ein isoliertes musikalisches Schaustück zu unterbrechen. Mit der Rückkehr zur gleichen Franchise für die Realfilmversion bringt Miranda dieselbe Architektur mit. Was sich ändert, ist, wer sie bewohnt. Johnsons Handwerk ist auf Präsenz und Körperlichkeit im großen Maßstab aufgebaut — auf die Art, die Arenen füllt und Franchise-Filme verankert — nicht auf die intime technische Beherrschung, die die Studioaufnahme von Stimmen belohnt. Laga’aia, deren Theaterausbildung der kompositorischen Sensibilität Mirandas nähersteht, verkörpert die andere Achse dieser Spannung.

Diese Asymmetrie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist kein Fehler in der Casting-Logik. Es ist das Argument der Produktion. Mirandas Partitur tut hier das, was die beste Musical-Schreibkunst immer mit Darstellern unterschiedlicher Stimmregister gemacht hat: den Abstand zwischen dem, was ein Song fordert, und dem, was eine Stimme geben kann, als Ausdrucksmittel zu nutzen, nicht als Problem, das im Studio zu lösen wäre.

Die frühen Streaming-Zahlen verkomplizieren diese Lesart allerdings. Last.fm verzeichnet Hörer- und Wiedergabezahlen nahe null im Zeitraum nach der Veröffentlichung des Albums, was darauf hindeutet, dass die Zielgruppen, die sich auf diesen Soundtrack hätten konzentrieren können — Mirandas bestehende Fangemeinde und die Hörer, die dem Originalmaterial treu geblieben sind — dies noch nicht in messbaren Zahlen getan haben. Ein Teil davon könnte strukturell bedingt sein: der Film und das Album erscheinen unter dem Titel Vaiana in europäischen Märkten und unter Moana in den Vereinigten Staaten, was die Playlist-Entdeckung und algorithmische Sichtbarkeit zwischen zwei Namenskonventionen aufteilt. Ob diese Marktfragmentierung, die zeitliche Verschiebung zwischen Kinoeinsatz und Streaming-Veröffentlichung oder echte Ambivalenz des Publikums gegenüber bekannten Songs in neuen Stimmen die aktuellen Daten erklärt, kann dieses Beobachtungsfenster noch nicht beantworten.

MusicBrainz bestätigt dreizehn Titel unter der Soundtrack-Klassifizierung, und Spotify verifiziert die globale Verfügbarkeit des Albums.

Der vollständige Vaiana: Original Motion Picture Soundtrack — alle dreizehn Titel — ist jetzt auf Spotify und den von MusicBrainz gelisteten Streaming-Plattformen verfügbar. Der Realfilm ist in breiter Auswertung, und der Streaming-Zyklus des Albums wird zunehmen, sobald das Kinofenster sich schließt und das Heimpublikum folgt.

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