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‚Kimi wa Koibito‘ von Masayoshi Oishi — 1,2 Mio. Aufrufe ohne Anime-Bilder

Alice Lange

‚Kimi wa Koibito‘ von Masayoshi Oishi ist der Opener der zweiten Staffel des Anime ‚Der Engel von nebenan verhätschelt mich‘, aber das offizielle Musikvideo enthält keine Anime-Aufnahmen. Stattdessen spielen zwei echte Darsteller — Schauspieler Tatsumi Hamada und VTuber Yuki Sakuna — eine Liebesgeschichte im zeitgenössischen Tokio nach, der die Musik auch ohne jeden Anime-Kontext gehören könnte. Das Video hat auf YouTube über 1,2 Millionen Aufrufe gesammelt.

Dieser bewusste Abstand stellt die Eigenständigkeit der Single auf die Probe. Oishis charakteristisches Klangbild — eine klare, hohe Stimme, die in einen Refrain mündet, der sich öffnet statt vorwärtszudrücken — funktioniert hier als autonome Liebeserklärung, ohne Figuren oder Fan-Erwartungen als Stütze. Das Video stellt die direkte Frage: Trägt die Musik sich selbst?

YouTube Video

Oishi hat jahrzehntelang die Grundlage für eine solche Frage gelegt. Als Solist und als Stimme des Duos OxT an der Seite von Tom-H@ck war er an rund 54 Anime- und Spielemusikprojekten beteiligt — darunter die Overlord-Serienintros, das mit Gold ausgezeichnete ‚UNION‘ aus SSSS.GRIDMAN und die Nozaki-kun-Titelmelodie ‚Kimi Ja Nakya Dame Mitai‘, die zum Maßstab eines bestimmten melancholischen J-Pop-Stils wurde.

Die Grenzen des Projekts sind dennoch erkennbar. ‚Kimi wa Koibito‘ ist nicht auf Spotify verfügbar, und die Hörerzahlen auf Last.fm spiegeln ein Publikum wider, das sich im Anime-Fandom konzentriert. Ein Musikvideo, das die Millionenmarke ohne Streaming-Distribution überschreitet, baut seine Reichweite Aufruf für Aufruf auf. Es funktioniert — aber nur in den Formaten, wo Oishis Publikum bereits beheimatet ist.

‚Kimi wa Koibito‘ erscheint bei Pony Canyon als Standard- und als Blu-ray-Edition. Der Anime, zu dem die Single gehört, läuft derzeit, sodass die Musiknummer mit jeder neuen Folge weitere Sendezeit erhält.

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