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PASHANIM sammelt mit „Augenblick“ fast 400.000 YouTube-Klicks

Alice Lange

PASHANIMs neue Single „Augenblick“ kam leise daher, wie es die besten Dinge oft tun. Der Track, der schlicht „Augenblick“ oder „Moment“ bedeutet, ist das bislang introvertierteste Statement des Berliner Rappers: reduzierte Produktion, ein Tempo, das sich nicht hetzen lässt, und eine sprachliche Ebene, die eher einem inneren Monolog gleicht als einer Clubhymne.

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Was „Augenblick“ bemerkenswert macht, ist weniger die Zahl (knapp 400.000 YouTube-Aufrufe, ein starker Start für eine deutschsprachige Single ohne Mainstream-Marketingkampagne) als vielmehr das, was es darüber verrät, wohin PASHANIM seinen Sound entwickelt. Die Berliner Szene hat in den letzten Jahren den deutschen Hip-Hop in zwei Richtungen gleichzeitig gezogen: hin zur melodischen Weichheit des Cloud Rap und hin zu härteren, konfrontativeren regionalen Varianten. PASHANIM hat lange die Mitte besetzt, und „Augenblick“ ist ein bewusster Schritt in Richtung etwas Verletzlicheres.

PASHANIM hat sich seine Fangemeinde auf die altmodische Art aufgebaut: Track für Track, mit einer Beständigkeit, die aus Last.fm-Streams ein echtes, kumuliertes Publikum machte. Über 40.000 Gesamt-Streams und mehr als 6.000 monatliche Hörer zuletzt – das sind Zahlen, die global betrachtet bescheiden wirken, aber in einem fragmentierten deutschsprachigen Streaming-Markt echte Bindung bedeuten. Die Fangemeinde, die seinen Durchbruch-Cover des OutKast-Klassikers „Ms. Jackson“ zu einem deutschen Chart-Hit machte, ist ihm treu geblieben, und „Augenblick“ spricht genau diesen Hörer an: jemanden, der bereits weiß, wie PASHANIM klingt, und bereit ist, an einen ruhigeren Ort zu gehen.

Diese Loyalität definiert auch die Obergrenze. „Augenblick“ ist kein Crossover-Versuch. Die Single, komplett auf Deutsch gehalten, wird nicht in die englischsprachigen Streaming-Charts einbrechen, und ihr bewusst gedämpfter Ton wirkt gegen die Art von viraler Verstärkung, die deutschsprachige Hip-Hop-Acts oft in die internationale Sichtbarkeit katapultiert. PASHANIM jagt dem nicht hinterher – das ist entweder eine prinzipientreue künstlerische Entscheidung oder eine verpasste Chance, je nachdem, wo man steht.

Diese Spannung zwischen künstlerischer Integrität und Reichweite ist der spannungsgeladene Draht, der sich derzeit durch einen Großteil des deutschen Hip-Hop zieht. International sind die meistexportierten Namen des Genres vor allem dadurch erfolgreich geworden, dass sie auf Englisch rappten oder einen Feature-Auftritt auf einem global bekannten Track landeten. PASHANIM hingegen hat sein gesamtes Repertoire auf Deutsch aufgebaut und legt noch einen drauf. Das macht „Augenblick“ zu einem kleinen, aber bedeutungsvollen Statement: dass eine deutschsprachige Single ein ernstzunehmendes Publikum zu ihren eigenen Bedingungen anziehen kann.

„Augenblick“ ist ab sofort auf Spotify und YouTube erhältlich und erschien Mitte Juli. PASHANIM hat kein Veröffentlichungsdatum für ein begleitendes Projekt bestätigt, aber die anhaltende Performance der Single deutet darauf hin, dass sein nächster Schritt von allen, die verfolgen, wohin sich der deutsche Hip-Hop entwickelt, genau beobachtet werden wird.

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