Musik

Phoebe Bridgers meldet sich mit Lost Boys zurück und kündigt Soloalbum an

Alice Lange

Mit «Lost Boys» meldet sich Phoebe Bridgers zum ersten Mal seit Jahren als Soloartistin zurück. Das Stück ist die erste Vorauskoppelung ihres Albums Lost Weekend — und gleichzeitig die erste Gelegenheit zu hören, was nach den Boygenius-Jahren von ihrer eigenständigen Stimme übrig ist.

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Die Antwort, die der Track gibt, ist klar: die Stimme ist noch da, und sie klingt sicherer als zuvor. Lucy Dacus und Julien Baker sind im Hintergrund zu hören, nicht als Gäste, sondern als Rückhalt. Die Produktion teilen sich Jack Antonoff, Tony Berg, Ethan Gruska und Alex G — eine Besetzung, die das melankolische Indie-Universum, das Bridgers mitgeprägt hat, präzise widerspiegelt.

Lyrisch kreist «Lost Boys» um das Thema des Nicht-Erwachsen-Werdens und Nicht-nach-Hause-Gehens. Der Track öffnet mit Vocoder, bevor Bridgers’ erkennbare Stimme einsetzt, und in der Instrumentation tauchen Trompeten auf, die an «Kyoto» erinnern — den euphorischsten Moment auf Punisher. Wo «Kyoto» wie eine Explosion wirkte, baut «Lost Boys» die Spannung langsamer auf.

Das Stück gehört zu Lost Weekend, ihrem ersten Soloalbum seit Punisher. Die Jahre mit Boygenius haben Bridgers verändert: Das Register klingt direkter, die Bereitschaft, Raum einzunehmen, größer. Lost Weekend soll beweisen, ob diese Entwicklung über eine Platte trägt.

Das Risiko liegt in der Erwartung. Hochsehnsüchtig erwartete Comebacks erzeugen einen Druck, den eine einzelne Single kaum auffangen kann. «Lost Boys» ist stark, aber es ist eine Einleitung, kein Argument. Die eigentliche Frage — was Lost Weekend im Ganzen zu sagen hat — beantwortet erst das Album.

Lost Weekend erscheint am 14. August bei Dead Oceans. The Lost Tour beginnt am 15. September in Indianapolis mit einer handyfreien Konzertpolitik, die Bridgers gemeinsam mit den Tourterminankündigungen bekannt gab.

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