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Wie ein Podcast zur Emmy-Serie wurde: Conan O’Brien Must Go kehrt mit Staffel 3 auf HBO zurück

Cassian Vale

Die Prämisse von Conan O’Brien Must Go war präzise genug, um sich abzunutzen. Ein Komiker, der eine ganze Generation des amerikanischen Late-Night-Fernsehens geprägt hat — das Monolog, das Schreibtischformat, die ewige Maschinerie des Nachrichtenzyklus —, gibt das Format vollständig auf, erst zugunsten eines Podcasts, dann zugunsten von etwas noch Intimeren: tatsächliche Besuche bei den Hörern, die angerufen hatten. Was verhindert, dass das eine reine PR-Aktion wird, ist Präzision. O’Brien taucht nicht einfach auf. Er taucht auf, bleibt und lässt das, was an einem Ort wirklich ist — seinen Lärm, seine Unbeholfenheit, seine Bräuche, die volle Aufmerksamkeit verlangen —, die Bedingungen setzen.

Staffel 3 führt das Format in seine geographisch vielfältigste Runde. O’Brien und sein Team reisen nach Indien, in die Niederlande, nach Marokko und auf die Philippinen, wobei jedes Ziel durch den konkreten Fan geprägt wird, der die Einladung ausgesprochen hat. Die Show — produziert von O’Briens Unternehmen Conaco, mit O’Brien und Jeff Ross als ausführenden Produzenten — hat den Fan immer zum Mitautor gemacht. Der Moderator bringt die komödiantische Struktur; das Land liefert alles andere. Was das Format funktionieren lässt, ist, dass die Komödie aus echter Unbehaglichkeit entsteht, nicht aus orchestrierter Überraschung: O’Brien ist kein Tourist, der Neugier vor der Kamera vorspielt, und die Fans sind keine Statisten. Sie sind, in der Logik der Sendung, die Autoren.

Conan OBrien alongside a monkey during his visit to India in Season 3 of Conan OBrien Must Go
Image: Courtesy of HBO

Der Weg zu diesem Format lohnt sich zu verfolgen. O’Briens Conan Without Borders-Specials, für TBS von 2015 bis 2019 produziert, haben die Vorlage des auf sich gestellten Moderators etabliert, der in die Textur eines fremden Landes eingetaucht ist — die aufrichtige lokale Immersion, die Komödie, die aus echtem Missverständnis entsteht und nicht aus fabrizierter Karikatur. Sein Podcast Conan O’Brien Needs a Friend, 2018 gestartet, vertiefte das persönliche Register und machte O’Brien zu einer Figur, deren Autorität aus Offenheit und nicht aus Status stammte. Die Subserie Conan O’Brien Needs a Fan — Videoanrufe mit Hörern aus aller Welt — lieferte den Motor der Reisesendung: nicht Tourismus, sondern eingehaltene Verpflichtung, im besten Sinne. Staffel 1 besuchte Norwegen, Argentinien, Thailand und Irland und gewann zwei Emmy Awards, darunter den für Bestes Drehbuch für ein Non-Fiction-Programm. Staffel 2, gedreht in Spanien, Neuseeland und Österreich, bestätigte, dass das Format keine Eintagsfliege war.

Staffel 3 beginnt in Indien — dem Land, das O’Brien seit einem Genehmigungsproblem, das 2004 einen geplanten NBC-Dreh zu Fall brachte, auf die Leinwand bringen wollte. Die erste Folge startet am Freitag, 21. August, um 21 Uhr ET auf HBO und als Stream auf Max. Neue Folgen folgen wöchentlich freitags, mit dem Staffelfinale am 11. September. Für eine Serie, die auf der einfachsten aller Prämissen aufgebaut ist — ein Komiker kommt zu dir, wo immer du bist, weil er es versprochen hat —, ist der Umfang einer dritten Staffel der bisher deutlichste Beweis, dass die Idee noch Raum hat, den sie nicht ausgeschöpft hat.

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