Kino

Kiana Madeira: Die Fear-Street-Heldin zwischen Supergirl und Malcolm mittendrin

Penelope H. Fritz
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Kiana Madeira
Kiana Madeira
Photo via The Movie Database (TMDB)
Geboren4. November 1992
Toronto, Ontario, Canada
BerufSchauspielerin
Bekannt fürFear Street – Teil 2: 1978, After Love, Fear Street – Teil 3: 1666

Zu Beginn ihrer Karriere stand Kiana Madeira meist als Freundin am Rand des Bildes. Als die Fear Street-Filme auf Netflix erschienen, brachte sie es selbst auf den Punkt: „Oft bekam ich Rollen als beste Freundin der weißen Hauptfigur.“ Leigh Janiaks Trilogie, nach den Jugendhorrorromanen von R.L. Stine, stellte diese Konstellation auf den Kopf. Madeira spielt Deena, das wütende, unglücklich verliebte Mädchen aus Shadyside, das die Geschichte über drei Filme und drei Zeitebenen hinweg trägt. Auch die Liebesgeschichte im Zentrum gehört ihr: Ihre Deena ist in Sam verliebt, gespielt von Olivia Scott Welch.

Die schwierigere Frage lautet, was eine Schauspielerin nach einer solchen Rolle macht. Madeira ließ sich nicht auf ein einziges Genre festlegen. Sie wechselte zwischen Nebenrollen in den Franchises anderer und Hauptrollen in Genrefilmen, übernahm nebenbei die Stimme von Supergirl und stand zuletzt bei Dreharbeiten bis zur Hüfte im Amazonas-Schlamm – einer mythischen Schlange gegenüber.

Ihre Geschichte beginnt in Toronto, wo sie am 4. November 1992 zur Welt kam, und in Mississauga, der westlich davon gelegenen Stadt, in der sie aufwuchs. Die Familie ihres Vaters stammt aus Portugal; mütterlicherseits hat sie irische, First-Nations- und afrokanadische Wurzeln. Mit fünf war sie ganz auf John Travolta in Grease fixiert. Nach eigener Aussage stand sie mit zehn bereits vor der Kamera.

Ihre ersten Jobs hatte sie im kanadischen Kinderfernsehen. Im Disney-Channel-Film Harriet: Spionage aller Art spielte sie Rachel Hennessy. Anschließend war sie zwei Staffeln lang in der Sitcom Really Me – Der Star bin ich! des Family Channel als Julia zu sehen, der loyalen besten Freundin eines Mädchens, das eine eigene Fernsehsendung gewinnt. Es folgten einzelne Gastauftritte in nordamerikanischen Genreserien – jene Art von Arbeit, mit der man die Miete bezahlt und an die sich kaum jemand erinnert.

Düsterere Stoffe kamen Mitte zwanzig hinzu. In Sacred Lies, einer von Blumhouse für Facebook Watch produzierten Serie, spielte sie Angel Trujillo: eine junge Insassin, die mit zwölf Jahren eingesperrt wurde, weil sie den Onkel getötet hatte, der sie missbrauchte. Sie teilte sich eine Zelle mit der Hauptfigur der Serie, einer Jugendlichen, die aus einer Sekte geflohen ist. In Keith Behrmans Giant Little Ones, der beim Toronto International Film Festival Premiere feierte, übernahm sie eine kleine Rolle als Jess. Danach besetzte Netflix sie in Diebische Elstern als Moe, eine von drei Jugendlichen, die sich bei den Anonymen Ladendieben kennenlernen. Ihre Mitspielerinnen waren Brianna Hildebrand und Quintessa Swindell. Die Serie lief über zwei Staffeln; von Anfang an war klar, dass die zweite die letzte sein würde.

Fear Street brachte den Durchbruch in einer ganz anderen Größenordnung. Im Februar 2019 wurde sie als Deena besetzt, die drei Filme erschienen im Juli 2021 im Abstand von jeweils einer Woche. Im letzten Teil spielt sie außerdem Sarah Fier, die Frau, die die Stadt seit mehr als drei Jahrhunderten für ihren Fluch verantwortlich macht. Damit wird das Schlusskapitel der Trilogie auch zu einer Geschichte darüber, wer in der lokalen Überlieferung zum Bösewicht erklärt wird. Madeira war sich der Bedeutung einer queeren Liebesgeschichte im Zentrum einer großen Horrorfilmreihe bewusst. „Es fühlt sich an, als hätten wir lange darauf warten müssen. Aber es wurde Zeit, dass es einen Film wie diesen gibt“, sagte sie dem Magazin Out. Junge Zuschauerinnen und Zuschauer sollten wissen, „dass ihr die Helden eurer eigenen Geschichte sein und eure eigene Erzählung schreiben könnt“.

Der weitere Karriereweg ist weniger geradlinig, als diese Erfolgsgeschichte vermuten lässt. Als Nora stieß sie mit After Love zum After-Franchise und blieb auch für die beiden Fortsetzungen dabei – eine Nebenrolle in einer Reihe, die sich um die Liebesgeschichte anderer dreht. In Perfect Addiction, einer Box-Romanze nach einem Wattpad-Roman, spielte sie an der Seite von Ross Butler die Hauptrolle. Ihr Comeback als Horrorfilm-Hauptdarstellerin, Beware Boiúna, wurde hingegen gemischt aufgenommen: 57 Prozent positive Kritiken bei Rotten Tomatoes und ein Metacritic-Wert von 49. Das Muster in den Rezensionen ist vertraut. The A.V. Club lobte Madeira und Jessica Rothe, bemängelte aber die düstere Beleuchtung und das überhastete Erzähltempo des Films. Auch der Denton Record-Chronicle hob Madeira namentlich hervor. Kritikerinnen und Kritiker finden sie immer wieder überzeugender als den Film, in dem sie spielt.

Die deutlichste Ausnahme ist ein kanadischer Film. In Clement Virgos Brother, der auf David Chariandys Roman basiert und beim Toronto International Film Festival Premiere feierte, spielt sie Aisha, die Jugendliebe von Michael. Als sie nach zehn Jahren nach Scarborough zurückkehrt, muss er sich erneut mit der Trauer seiner Familie um seinen älteren Bruder auseinandersetzen. Der Film gewann zwölf Canadian Screen Awards, und Madeira wurde für ihre Leistung für einen ACTRA Award nominiert. Ihr Ehemann Lovell Adams-Gray spielt ebenfalls mit: Er ist als Jelly zu sehen.

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Die vergangenen zwei Jahre waren ihre arbeitsreichsten. In der von Anime beeinflussten Adult-Swim-Serie My Adventures with Superman spricht sie Kara Zor-El, Supermans Cousine. In der zweiten Staffel war sie wiederkehrend zu hören, für die dritte wurde sie in die Hauptbesetzung aufgenommen. Die Staffel startete im Juni 2026, Jack Quaid spricht darin Superman. Im April 2026 veröffentlichte Hulu Malcolm mittendrin: Unfair wie immer, die vierteilige Fortsetzung, in der Madeira Tristan spielt: Malcolms Freundin und Teil des Lebens, das er sich mit bewusstem Abstand zu seiner Familie aufgebaut hat. Madeira sah sich die Originalserie schon als Kind an. „Frankie Muniz war immer eine große Inspiration für mich“, sagte sie zu TheWrap. Über Bryan Cranston sagte sie: „Ich habe so viel von Bryan Cranston gelernt.“ Von ihm habe sie mitgenommen, dass Komik ebenso sehr aus Mimik und Körper entstehen könne wie aus dem Text.

Im Herbst folgte Beware Boiúna. Unter der Regie von Mike P. Nelson und nach einem Drehbuch von Alan B. McElroy begleitet der Film eine medizinische Expedition in den Amazonas. Dort weckt die Crew eine gewaltige Schlange aus der amazonischen Folklore. Madeira spielt Lena, an der Seite von Jessica Rothe und Logan Marshall-Green. Im Februar 2024 wurde der Film erstmals unter dem Arbeitstitel Titan angekündigt, mit Madeira und Rothe in der Besetzung. Seine Premiere feierte er am 17. September 2026 beim Fantastic Fest; am 2. Oktober kam er über Lionsgate in die US-Kinos.

Abseits des Sets hält sie sich eher aus der Öffentlichkeit heraus. 2017 zog sie aus beruflichen Gründen in die Vereinigten Staaten und kehrt weiterhin oft nach Kanada und zu ihrer Familie zurück. Im selben Jahr begann sie, mit Adams-Gray auszugehen. Im September 2023 heirateten die beiden in Casa Loma in Toronto.

Jetzt, da der Schlangenfilm in den Kinos läuft, ist die Frage, die Fear Street aufgeworfen hat, noch immer offen. Madeira hat bewiesen, dass sie eine Horrorgeschichte tragen kann – und dass sie auch aus der Rolle der besten Freundin etwas machen kann. Die kommenden Jahre werden zeigen, welche dieser beiden Rollen die Branche ihr anbietet und für welche sie sich entscheidet.

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