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Robert Downey Jr.: Vom Helden zum Bösewicht — eine Karriere der Neuerfindung

Penelope H. Fritz
Robert Downey Jr.
Robert Downey Jr.
Photo: Alan Light / CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Geboren4. April 1965
Manhattan, New York City, United States
BerufSchauspieler, Filmproduzent
Bekannt fürAvengers: Infinity War, Marvel's The Avengers, Avengers: Endgame
AuszeichnungenOscar · BAFTA · Golden Globe · SAG

Es gibt Schauspieler, die nach einem Höhepunkt suchen. Und es gibt Robert Downey Jr., der Tony Stark sterben ließ, einen Oscar gewann und nun als Doktor Doom — dem Oberbösewicht des Marvel-Universums — zurückkehrt. Wer darin einen Widerspruch sieht, hat die innere Logik dieser Karriere nicht verstanden: Downey erfand sich nie neu, weil er musste. Er tat es, weil Stillstand für ihn keine Option war.

Geboren 1965 in Manhattan in eine Künstlerfamilie, in der die Grenze zwischen künstlerischem Engagement und Substanzmissbrauch von Anfang an fließend war. Sein Vater, der Regisseur Robert Downey Sr., gab ihm erste Filmrollen und führte ihn gleichzeitig früh in den Drogenkonsum ein. Das Talent und der Schaden wuchsen gemeinsam auf.

Chaplin (1992) markierte den ersten großen Aufschlag: eine körperliche Transformation, die Kritiker verblüffte, ein BAFTA-Preis als bester Hauptdarsteller und eine Oscar-Nominierung. Stattdessen folgten mehrere Drogenverurteilungen, eine Gefängnisstrafe von etwa einem Jahr sowie die Entlassung aus der Fernsehserie Ally McBeal im Jahr 2001.

Robert Downey Jr.
Robert Downey Jr.

Die Wende kam 2003 — mit der Nüchternheit als Bedingung, die Susan Levin, seine spätere Ehefrau, gestellt hatte. Mel Gibson zahlte die Versicherungsprämie, damit Downey drehen konnte. Jon Favreau besetzte ihn 2006 gegen den Widerstand von Marvel-Managern als Tony Stark. Der Film von 2008 leitete das Marvel Cinematic Universe ein und wurde zu einer der meistgesehenen Produktionen der Filmgeschichte — weil Downey etwas erfasst hatte: Tony Stark war kein Superheld mit Witz, sondern ein verletzter Mann, der gelernt hatte, Schlagfertigkeit als Schutzschild zu nutzen.

Fünfzehn Jahre und zehn MCU-Filme später verließ Downey das Universum mit dem Tod von Tony Stark in Avengers: Endgame (2019). Der Abgang war das Gegenteil eines Unfalls.

Die umstrittenste Rolle seiner Karriere bleibt die in Tropic Thunder (2008): ein australischer Methoden-Schauspieler, der sich chirurgisch verändert, um einen schwarzen Soldaten zu spielen. Er erhielt eine Oscar-Nominierung; gleichzeitig eine Debatte, die sich nicht glatt lösen ließ.

Oppenheimer (2023) brachte ihm etwas, das das MCU nie bieten konnte: Komplexität ohne Kostüm. Christopher Nolan besetzte ihn als Lewis Strauss. Er gewann den Oscar als bester Nebendarsteller — seinen ersten Oscar, mit 58 Jahren. Sein Dankessatz: Er habe diesen Job mehr gebraucht, als der Job ihn gebraucht habe.

Im Dezember 2026 kehrt er in Avengers: Doomsday als Doktor Doom zurück. Anthony und Joe Russo sagten, Downey sei der Einzige, der die nötige Komplexität mitbringt. Downey stimmte nur zu, wenn sie Regie führen. Avengers: Doomsday startet am 18. Dezember 2026. Außerhalb der Leinwand leitet Downey die Footprint Coalition mit über 26 Portfoliounternehmen. Er ist seit 2005 mit Susan Levin verheiratet; sie haben zwei gemeinsame Kinder.

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