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Tomb Raider: Legacy of Atlantis: Das Remake von 1996 gibt Lara einen Enterhaken und komplett neue Rätsel

Adrian Kessler
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Im ursprünglichen Tomb Raider bestand Perus Lost Valley aus einer Reihe voneinander getrennter Räume, die Lara Croft mit Panzersteuerung durchquerte – Feld für Feld. Tomb Raider: Legacy of Atlantis gestaltet diesen Abschnitt als zusammenhängenden Raum neu, entwirft die Rätsel von Grund auf neu und stattet Lara mit einem am Handgelenk befestigten Enterhaken aus, mit dem sie Zahnräder und Hebel quer durch den Raum heranziehen kann. Das Remake erscheint Anfang nächsten Jahres – drei Jahrzehnte, nachdem das Original erstmals für PlayStation und Sega Saturn veröffentlicht wurde.

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Crystal Dynamics entwickelt das Spiel gemeinsam mit Flying Wild Hog, dem polnischen Studio hinter den Neuauflagen von Shadow Warrior und Evil West. Als Publisher ist Amazon Games an Bord. Das Spiel läuft auf der Unreal Engine 5 und erscheint für PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC über Steam und Nintendo Switch 2. Es ist das zweite offizielle Remake von Laras erstem Abenteuer, nach Tomb Raider: Anniversary aus dem Jahr 2007. Amazon stellte es im Dezember 2025 bei The Game Awards vor – zusammen mit Tomb Raider: Catalyst, einem eigenständigen neuen Teil, der für 2027 geplant ist.

Ursprünglich war das Remake für 2026 angekündigt. Während Sonys State of Play am 2. Juni 2026 bestätigte der oben gezeigte Trailer zum Veröffentlichungstermin die Verschiebung auf Februar 2027 und kündigte außerdem die Version für Switch 2 an. Die Monate davor waren für das Studio schwierig: Zwischen März 2025 und März 2026 durchlief Crystal Dynamics vier Entlassungsrunden. Phil Rogers, Geschäftsführer des Mutterkonzerns Embracer Group, sagte zudem, Amazons Rückzug aus Teilen der eigenen Spieleentwicklung habe sich auf das Projekt ausgewirkt.

Die Geschichte folgt im Wesentlichen der Vorlage von 1996. Lara macht sich auf die Suche nach dem Scion, einem Artefakt aus Atlantis, und will verhindern, dass dessen Macht in die falschen Hände gerät. Adrienne Wilkinson spricht Natla, die Gegenspielerin des Originals, und Bradley Snedeker spielt Natlas Söldner Larson Conway – beide Rollen wurden per Performance Capture umgesetzt. Ein Überblickstrailer, der Larson vorstellt, erschien am 5. Oktober. Auch Lara hat eine neue Stimme: Alix Wilton Regan übernimmt die Rolle von Camilla Luddington, die Lara in den drei vorherigen Spielen gesprochen hatte.

Die meisten Änderungen betreffen Laras Fortbewegung und den Kampf. Mit dem Enterhaken kann sie zwischen Haltepunkten schwingen, sich an Wänden abseilen und Puzzleteile in Reichweite ziehen. Ein neuer archäologischer Scanner hebt interaktive Objekte hervor und liefert historische Hinweise zu Statuen und Relikten. Wer weniger Hinweise möchte, kann ihn ausschalten. Im Kampf füllt Lara eine Fokus-Leiste, die das Geschehen verlangsamt und präzise Schüsse mit ihren beiden Pistolen oder der Schrotflinte ermöglicht. Medipacks gibt es nicht mehr; an ihre Stelle tritt ein Crafting-System: Aus Materialien aus der Umgebung lassen sich Heiltränke oder ein Explorer’s Stew herstellen, der den Schaden durch Fallen kurzzeitig verringert.

Fans des Originals werden die markanten Schauplätze wiedererkennen, auch wenn die Lösungen nicht immer dieselben sind. Vorschauen von der Gamescom im August beschreiben den Raum mit den Schwertern des Damokles mit weiter auseinanderliegenden Bodenspitzen, einem überarbeiteten Tür-Rätsel und einer neuen Möglichkeit, die herabfallenden Klingen abzuschießen, statt ihnen auszuweichen. Auch das Zahnrad-Rätsel im Lost Valley kehrt zurück – laut Studio in vollständig neu gestalteter Form. Frühe Anspielberichte verorteten das erste Scion-Fragment im Grab von Qualopec, wie schon 1996.

Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel und der Kämpfe lässt sich unabhängig voneinander einstellen. So können Spieler die Kopfnüsse anspruchsvoll lassen und die Schießereien leichter machen – oder umgekehrt. Auch die sofort tödlichen Fallen des Originals wurden entschärft. „Ein Spiel wirklich neu zu erfinden heißt auch, es an den Geschmack moderner Spieler anzupassen“, sagte Game Director Will Kersake. Die Panzersteuerung kehrt nicht zurück.

Das Studio musste sich auch Fragen zum Einsatz generativer KI stellen. In der Steam-Kennzeichnung des Spiels heißt es, KI sei für „einige frühe Erkundungen und temporäre Entwicklungsinhalte“ verwendet worden und „alle KI-gestützten Assets wurden entweder von Menschen ersetzt oder überarbeitet“. Experience Director Jeff Adams sagte, Lara sei „zu 100 Prozent von Menschen geschaffen“.

Vorbestellungen sind für PlayStation, Xbox und Steam möglich; für Switch 2 sollen sie später folgen. Die Standard Edition enthält als Vorbestellerbonus ein Survivor-Outfit. Die Deluxe Edition bietet zusätzlich ein Parisian-Fugitive-Outfit, ein Story-DLC-Paket nach der Veröffentlichung und ab dem 10. Februar 48 Stunden Vorabzugang. Zur Collector’s Edition gehören außerdem ein Steelbook, eine Statue von Lara im Angesicht des T-Rex, ein kleines Artbook, eine Croft-Signet-Anstecknadel und ein Triumvirate-Talisman-Schlüsselanhänger. Im Spiel gefundene Relikte schalten Outfits frei, die von früheren Teilen wie Tomb Raider: Legend inspiriert sind.

Die bisherigen Vorschauen basieren auf einer Pre-Alpha-Version. Die Autoren wiesen auf unfertige Stellen hin – von unbeholfenen Sprüngen bis hin zu Bereichen, die noch Feinschliff benötigen. Vier Monate vor dem Start bleibt die Frage, ob ein Remake auf Grundlage der Karten von 1996 sich wie das damalige Spiel anfühlen kann, ohne dessen Sperrigkeit zu übernehmen. Nach dem bisherigen Eindruck behält Crystal Dynamics die Karten und Fallen bei, verändert aber fast alles daran, wie Lara an ihnen vorbeikommt.

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