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Bodies: Ein Mordrätsel, das die Zeit auf den Kopf stellt

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Die Leiche liegt durchnässt und reglos in der Gosse. Wir schreiben das Jahr 1890, doch denselben Toten werden wir 1941, 2017 und sogar 2053 wiedersehen. Bodies, Netflix’ neuestes Mystery-Drama über mehrere Zeitebenen, beginnt mit einer Leiche, die für 4 Ermittler aus verschiedenen Jahrhunderten zum Dreh- und Angelpunkt wird: Jeder von ihnen versucht, den Mord aufzuklären, um Großbritanniens Zukunft zu retten. Die von Paul Tomalin entwickelte Miniserie verbindet auf ambitionierte Weise Krimi und Science-Fiction. Ihre verschlungene Handlung verlangt volle Aufmerksamkeit.

Die Ausgangsidee ist zweifellos reizvoll: Jacob Fortune-Lloyd als Charles Whiteman im Jahr 1890, Shira Haas als Iris Maplewood im Jahr 1941, Amaka Okafor als Shahara Hasan im Jahr 2017 und Kyle Soller als Alfred Hillinghead im Jahr 2053 untersuchen alle dieselbe Leiche, die auf einer Londoner Straße gefunden wurde. Die Serie verknüpft ihre Geschichten und steigert dabei nach und nach den Einsatz, während sie zeigt, wie der Mord durch die Zeit nachwirkt. Tomalins Drehbuch ist besonders stark, wenn es den thematischen Kern aus Einsamkeit und der Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen auslotet – eine Tiefe, die noch lange nachhallt, wenn sich die Wendungen gelegt haben.

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Die schauspielerischen Leistungen tragen die Serie, allen voran Amaka Okafor als Shahara Hasan. Ihre Darstellung einer Ermittlerin, die sich mit persönlichen Dämonen auseinandersetzen muss, während sie ein zeitübergreifendes Rätsel entwirrt, überzeugt. Haas verleiht ihrer Rolle eine stille Intensität, während Kyle Sollers Alfred Hillinghead in der dystopischen Zukunft zu den herausragenden Figuren zählt. Die Chemie zwischen den Darstellern schafft selbst über Jahrhunderte hinweg ein Gefühl der Verbundenheit, das die Erzählung zusammenhält.

Auch visuell überzeugt Bodies mit einer zeitgemäßen Kameraarbeit und einem stimmigen Szenenbild. Jede Epoche ist klar gezeichnet – von den nebligen Straßen des viktorianischen London bis zu den schmutzigen, regennassen Gassen Großbritanniens während des Blitzes in den 1940er-Jahren. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen gehen nahtlos vonstatten, auch wenn die Serie gelegentlich beim Erzähltempo ins Stolpern gerät. Das gilt besonders für die späteren Folgen, in denen die Handlung um ihrer selbst willen zunehmend verworren wirkt.

Die größte Stärke der Erzählung ist zugleich ihre Schwäche: die Regeln des Zeitreisens. Die Grundidee fesselt, doch manche Überlegungen hinter den Zeitschleifen und Paradoxien wirken wackelig. Um ihnen zu folgen, muss man den Unglauben so weit zurückstellen, dass es an Leichtgläubigkeit grenzt. Die Serie setzt stark auf ihre Science-Fiction-Elemente – das könnte Zuschauer abschrecken, die sich ein geerdeteres Krimidrama wünschen.

Bodies ist ein kühnes Experiment im Genremix, aber nicht frei von Schwächen. Der Ehrgeiz der Serie übersteigt bisweilen die Umsetzung, besonders beim Umgang mit den Zeitreise-Handlungssträngen. Wer Serien wie Dark oder The Devil’s Hour mag, findet in Bodies eine ähnlich komplexe, vielschichtige Erzählung – allerdings mit britischer Prägung, die sie in ihrer historischen und kulturellen Eigenart verankert. Am stärksten ist die Serie, wenn sie sich den menschlichen Geschichten hinter dem Rätsel widmet und Themen wie Isolation, Pflicht und die Last der Geschichte erkundet.

Auch die Nebenbesetzung verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe. Besonders hervorzuheben sind Stephen Graham als Mannix und Greta Scacchi als The Lady. Ihre Figuren erweitern die Erzählung um wichtige Facetten und liefern entscheidenden Kontext für die Zeitreise-Elemente. Bemerkenswert ist auch Tom Mothersdales Darstellung von The Body: Die Figur erinnert unablässig an das Rätsel, das alle 4 Zeitebenen miteinander verbindet.

Ein weiterer Pluspunkt ist das Format als Miniserie: Es erlaubt der Handlung, an Fahrt aufzunehmen, ohne den Bogen zu überspannen. Jede Folge fügt dem Rätsel eine neue Ebene hinzu, und Cliffhanger halten das Publikum bei der Stange. In den letzten Folgen wirkt das Erzähltempo jedoch gehetzt, als hätten die Drehbuchautoren Mühe gehabt, alle offenen Handlungsfäden zusammenzuführen.

Bodies dürfte Fans komplexer Rätsel und historischer Dramen ansprechen. Wer ein unkompliziertes Whodunit für nebenbei sucht, ist hier falsch. Die Serie belohnt Geduld und Aufmerksamkeit für Details; ihre Erzählung verlangt, dass man sich aktiv mit ihr auseinandersetzt. Ihre Stärken liegen in den Darstellungen und im Szenenbild, doch die verschlungenen Regeln des Zeitreisens könnten manchen Zuschauern auf die Nerven gehen.

Unterm Strich ist Bodies eine fesselnde, wenn auch nicht makellose Bereicherung des Genres. Die Serie geht Risiken ein – und meistens zahlen sie sich aus.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

  • Oscar Coleman — Jawad

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