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HBO Max zeigt The Pet Cemetery Murders: A Ghost Story: Ein Zeuge, den angeblich ein Geist zum Reden brachte

Jun Satō
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Dorothy Lou Thompson gehörten vierzehn Acres Land im Bayou von Louisiana, auf dem Familien ihre Hunde und Katzen begruben. Als sie verschwand, klagte sie gerade darum, das Grundstück zurückzubekommen. „The Pet Cemetery Murders: A Ghost Story“, eine dreiteilige True-Crime-Dokuserie, die auf HBO startet und bei HBO Max gestreamt wird, nimmt ihren Fall zum Ausgangspunkt und führt in deutlich unheimlichere Gefilde: Ein Zeuge behauptete Jahrzehnte später, ihr Geist habe ihn dazu gebracht, zu reden.

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Philip Cairney schrieb und inszenierte die Serie, die Lightbox für HBO Documentary Films produziert hat. Der Titel lehnt sich im Klang an Stephen King an, doch hier kehrt kein Haustier von den Toten zurück. Es geht um einen ungelösten Fall aus St. Bernard Parish, am östlichen Rand des Großraums New Orleans, erzählt von den Menschen, die in der Umgebung lebten: Nachbarn, Polizisten, Lokalreportern und Wissenschaftlern, wie es im Pressematerial der Serie heißt.

Ein Tierfriedhof, ein Handwerker und eine Klage

Thompson war 61 Jahre alt. Der Azalea Original Pet Cemetery lag in Toca, einer ländlichen Gemeinde im Ostteil des Parish, auf einem Grundstück, das ihre Mutter Grace in eine Begräbnisstätte für Tiere verwandelt hatte. Laut HBOs Inhaltsangabe galt das Gelände seit Langem als verflucht. Die Gerichtsakten erzählen eine deutlich alltäglichere Geschichte. Ermittler, die der Sender WVUE aus New Orleans zitierte, sagten, ein Mann, der für Thompson und ihre Mutter als Handwerker gearbeitet hatte, habe das Grundstück haben wollen. Gemeinsam mit seiner Frau habe er Thompson zu einem betrügerischen Verkauf gezwungen. Thompson klagte, um den Verkauf rückgängig zu machen.

Etwa zehn Tage bevor die Klage vor Gericht verhandelt werden sollte, verschwand sie. Fischer fanden ihre Leiche im Mississippi, flussabwärts in Plaquemines Parish. Sie war mit Ketten gefesselt. Der Gerichtsmediziner stellte Erstickung als Todesursache fest. Niemand wurde angeklagt.

Das Bild, mit dem HBO die Geschichte aufmacht

Auf dem Werbestandbild zur Serie ist niemand zu sehen. In der Nacht steht ein weißes Holzhaus da, Licht fällt aus der Veranda und den Fenstern, ein Vorhang weht nach draußen. Das ist die Bildsprache eines Spukhausfilms – für eine Geschichte, in deren Mittelpunkt auf dem Papier ein Grundstücksvertrag steht.

Der Titel setzt sprachlich auf denselben Effekt. „Pet cemetery“ spricht Horrorleser an. „Murders“ im Plural verspricht mehr als eine Leiche. „A ghost story“ macht von Anfang an klar, dass die Serie dem Übernatürlichen einen Teil der Deutung überlässt. Frühe Besprechungen des Trailers beschreiben einen Schnitt zwischen Interviews, Archivfotos und einem uniformierten Polizisten, während die Ermittler die Akte erneut durchgehen. Das ist die Sprache eines Ermittlungsdramas, nicht einer Séance.

Der Ermittler und der Zeuge

Der Fall blieb ungelöst, bis John Doran, ein Ermittler von St. Bernard Parish, ihn 2009 wieder aufnahm und die alten Spuren erneut prüfte. HBOs Episodenführer beschreibt die Wendung präzise: In der ersten Folge eröffnet eine überraschende Aussage neue Ermittlungsansätze. In der zweiten meldet sich ein unwahrscheinlicher Zeuge mit einem beunruhigenden Geständnis.

Abseits der Serie zeichnet die öffentliche Aktenlage die Umrisse des Falls nach. Im Frühjahr 2012 meldete sich ein Zeuge und sagte vor einer Grand Jury aus. Im April erhob die Grand Jury Anklage gegen den früheren Handwerker Brandon Nodier, damals 58 Jahre alt, wegen Mordes zweiten Grades. Doran, zu diesem Zeitpunkt Leiter der Ermittler, sagte gegenüber WVUE: „Wir glauben, dass wir einen ziemlich starken Fall für eine Anklage und eine Verurteilung haben.“ WWNO, der öffentlich-rechtliche Radiosender von New Orleans, stellte sein Interview mit Cairney mit jenem Detail vor, auf dem der Titel beruht: Der neue Zeuge behauptete, Dorothys Geist habe ihn dazu gebracht, zu reden.

Was ein Schuldbekenntnis wegen Totschlags klärt

Zu einem Mordprozess kam es nicht. Im Juli 2014 bekannte sich Nodier in einem Gerichtssaal in Chalmette im Rahmen einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft einer Anklage wegen Totschlags schuldig, die gegenüber dem ursprünglichen Vorwurf herabgestuft worden war. Der Richter am Bezirksgericht des Bundesstaats, Perry Nicosia, verurteilte ihn zu zehn Jahren Haft. Wie WVUE berichtete, stützte sich der Fall größtenteils auf den Zeugen. Der Sheriff des Parish, James Pohlmann, sagte: „Ich hätte mir gewünscht, dass er den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringt.“

An dieser Lücke scheint die Serie anzusetzen. Laut HBOs Episodenführer wird Dorothys Mord im Finale aufgeklärt; anschließend stoßen die Ermittler auf eine Reihe weiterer Tötungsdelikte und eine dunkle lokale Geschichte. Im Pressematerial ist von einer Gemeinde mit einer langen Gewaltgeschichte und lange verdrängten Traumata die Rede. Um welche weiteren Tötungsdelikte es geht und wer ihre Opfer waren, verrät das veröffentlichte Material nicht. Dieser Text wird nicht spekulieren.

Wo die Serie in HBOs True-Crime-Angebot steht

Seit einem Jahrzehnt zeigt HBO seinem Publikum, dass eine True-Crime-Serie den Fall, von dem sie erzählt, voranbringen kann. „The Jinx“ ist der Maßstab, den jeder Zuschauer im Kopf hat. „The Pet Cemetery Murders: A Ghost Story“ nähert sich dem Genre von der entgegengesetzten Seite. Der Rechtsfall ist abgeschlossen. Offen bleibt die Frage nach den Beweisen: eine Anklage, die einen Zeugen brauchte, und ein Zeuge, der sagte, er habe einen Geist gebraucht.

Deshalb ist der übernatürliche Rahmen wichtiger, als es zunächst scheint. Das Spukmotiv ist hier kein Spezialeffekt. Es ist die Begründung, die ein Mann dafür gab, 27 Jahre nach dem Mord zu sprechen. Eine Dokumentation muss entscheiden, wie ernst sie eine solche Erklärung nimmt, ohne sie lächerlich zu machen oder auszuschlachten. Simon und Jonathan Chinn von Lightbox sowie James Marsh gehören zu den ausführenden Produzenten. Cairneys vorherige Serie „Being Beethoven“ für BBC Four war ein dreiteiliges Porträt des Komponisten. Dies hier ist ein ganz anderes Instrument.

Was man vor der ersten Folge wissen sollte

Beruht die Serie auf einer wahren Geschichte? Ja. Dorothy Lou Thompson war tatsächlich Besitzerin eines Tierfriedhofs in St. Bernard Parish, Louisiana. Ihre Leiche wurde am 2. Mai 1985 aus dem Mississippi geborgen. Der Fall endete 2014 mit einem Schuldbekenntnis wegen Totschlags.

Hat die Serie etwas mit Stephen Kings „Pet Sematary“ zu tun? Nein. Der Anklang im Titel ist die einzige Verbindung zum Roman oder seinen Verfilmungen.

Wie viele Folgen gibt es und wo kann man sie sehen? Drei. Die erste Folge läuft am Sonntag, dem 11. Oktober, um 21 Uhr ET/PT auf HBO und ist bei HBO Max zu streamen. Folge zwei kommt am 18. Oktober, Folge drei am 25. Oktober.

Thompsons Klage um die vierzehn Acres Land wurde nie vor einem Richter verhandelt. Der Fall, der schließlich vor Gericht kam, landete dort, weil ein Mann sagte, die Tote habe ihn dazu gebracht. Zwischen diesen beiden Tatsachen liegt das eigentliche Thema der Serie – und keine Vereinbarung über ein Schuldbekenntnis konnte es abschließend klären.

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